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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Regula, H.: Die Arbeiten der Expeditions-Wetterwarte, 
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arbeitete der Windmesser in Luv in etwa 60 m Abstand vom Schiff. Die Anlage 
hat in 17 Fällen insgesamt. 24 Stunden gearbeitet und brauchbare Werte für das 
Intervall von Beaufort 2 bis 8 geliefert. 
Schließlich wurden längere Beobachtungsreihen angestellt, um die Seegangs- 
Skala von Petersen auf ihre Verwendbarkeit zu Windstärkeschätzungen zu 
prüfen, Geschätzt wurde unabhängig voneinander von dem Erdmagnetiker 
Gburek, dem XI, Offizier Amelang und dem Meteorologen Dr. Regula, Die 
Beobachtungsreihen sollen später jede für sich mit den Aufzeichnungen des Wind- 
meßgeräts an der Mastspitze verglichen werden. 
Die Arbeiten der Expeditions-Wetterwarte. 
Teil II: Radiosondenaufstiege, . 
Von H. Lanze, Berlin, Reichsamt für Wetterdienst, 
(Hierzu Tafel 6: Reiseweg des M, S, „Sch wahbenland“.) 
Die Radiosondenaufstiege wurden durchgeführt mit Sonden des Reichsamts 
{ür Wetterdienst (Modell Lang) und Sonden des Marineobservatoriums, Diese 
beiden Stellen stellten das gesamte zugehörige Gerät und Material zur Verfügung. 
Zur besseren Startmöglichkeit war auf dem Hinterdeck der „Schwabenland“ 
in eine Luke ein Füllraum mit Startschacht eingebaut. Er hat sich außer- 
ordentlich gut bewährt, Da das Deck über den Füllraum durch die Katapult- 
anlage und die Flugboote verbaut war, mußten alle Ballone unmittelbar aus 
dem Füllraum aufgelassen werden, Obwohl einige Aufstiege bei Windstärken 
bis zu 20 m/sec stattfanden, ist nur eine Sonde sofort nach dem Start an die 
Katapultbahn geschlagen und zerstört worden. Alle anderen kamen ohne Be- 
schädigung frei vom Schiff. Die Abrollyorrichtungen für die Antennen haben 
dabei unentbehrliche Dienste geleistet, Fast alle Aufstiege fanden vom fahrenden 
Schiff aus statt, Nur in drei Fällen wurde wegen ungünstiger Windrichtung 
eine Kursänderung oder Geschwindigkeitsverminderung des Schiffes vorgenommen. 
Insgesamt starteten vom 20. Dezember 1938 bis zum 7. April 1939 an 
106 Tagen 184 Sonden, und zwar 119 Sonden des KReichsamts für Wetterdienst 
und 65 Sonden des Marineobservatoriums, 
Der erste und letzte Aufstieg fand auf der Höhe von Brest statt (s. Karte 
im Anhang mit den Aufstiegsorten und den bisher ermittelten Gipfelhöhen). 
Innerhalb des südlichen Polarkreises starteten 36 Sonden (21 vom Reichsamt 
[ür Wetterdienst und 15 vom Marineobservatorium). Die Aufstiegstermine wech- 
selten; meist stieg zwischen 9 und 10 Uhr Ortszeit eine Sonde, die zweite zwischen 
16 und 17 Uhr, In den Tropen wurde eine Anzahl von Sonden nach Sonnenunter- 
gang gestartet, um etwaige Temperaturmeßfehler durch Verstrahlung nachzuprüfen, 
Die Auswertung sämtlicher Aufstiege geschah im Anschluß an die Funkauf- 
nahme stets so weit, daß ein Vergleich mit den vorangegangenen möglich war. 
Bei den Tugesaufstiegen, die bei günstiger Bewölkung stets optisch visiert 
wurden, war die Auswertung zudem notwendig, um die Steiggeschwindigkeit 
der Ballone zu ermitteln und dadurch die rasche Auswertung der Höhenwind- 
messung sicherzustellen. Eine Verwertung der Aufstiegsergebnisse für die Wetter- 
vorhersage konnte naturgemäß nur in Einzelfällen erfolgen, 73 Aufstiege wurden 
als Radiotemp an die Deutsche Seewarte abgesetzt und fanden dort im synop- 
tischen Dienst Verwendung. 
Das vorläufige Ergebnis, 
Die Sonden des Reichsamts für Wetterdienst haben ihre Verwendbarkeit auf 
See bewiesen. Sie waren in Blechkästen verpackt, deren Deckel mit Leukoplast 
verklebt war, Dadurch wurden die Metallteile nicht den schädigenden Einflüssen 
der Seeluft ausgesetzt, und jede Sonde konnte völlig einwandfrei vor dem Start 
ausgepackt werden, 
Von den 119 Aufstiegen sind 110 auswertbar, Eine Sonde wurde beim Start 
beschädigt, während die acht übrigen Ausfälle vor allem bedingt sind durch
	        
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