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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Deutsche Antarktische Expedition 1938/39, 
Zum laufenden Beobachtungsdienst sind ferner die Höhenwindmessungen zu 
zählen, die gewöhnlich in Verbindung mit den Radiosondenaufstiegen gemacht 
wurden. Insgesamt sind während der Expedition 125 Höhenwindmessungen aus- 
geführt; die 112 bis zur Rückkehr ausgewerteten Aufstiege ergeben eine Durch- 
schnittshöhe von 6270 m. Die größte erreichte Höhe war 25725 m, die größte 
Höhe innerhalb des Polarkreises 22500 m. Bei Beobachtung und Auswertung 
der Höhenwinde wurde Dr. Regula regelmäßig von dem Erdmagnetiker GCburek 
unterstützt, 
2, Wetterdienst, Fast täglich wurde während der ganzen Reise eine Wetter- 
karte (Termin 124 GMT) gezeichnet, um unsere eigenen Beobachtungen in das 
großräumige Wettergeschehen eingliedern zu können, Auf der Nordhalbkugel 
wurden 1- bis Zmal täglich ‚die 
von der Deutschen Seewarte, 
Gruppe Seeflug, über die Über- 
zeefunkstelle Quickborn ausge- 
strahlten Berichte mitsamt der 
Höhenwetterkarte aufgenommen, 
außerdem mit Annäherung an die 
Tropen der Dakar-Bericht, Auf 
der Südhalbkugel wurden die 
Meldungen von Südamerika ab- 
gehört, während die südafrika- 
aischen Sammelberichte wegen 
angünstiger Wellenlänge und zu 
geringer Sendeenergie nur in der 
Nähe von Südafrika aufgenommen 
werden konnten. 
Im Arbeitsgebiet im Südlichen 
Eismeer standen uns außer den 
Südamerika-Meldungendie Wetter. 
deobachtungen der deutschen Wal- 
langmutterschiffe „Jan Wellem“, 
„Wickinger“ „Südmeer“ „Walter 
Rau“ und „Unitas“ zur Verfügung, die ihre Obse regelmäßig an die Deutsche 
Seewarte, Hamburg, absetzen, Von dort wurden sie uns abends gesammelt über 
Quickborn zugestrahlt. Während des Aufenthaltes im Arbeitsgebiet gelang es 
im zunehmenden Maße, in direkte Verbindung mit den Walfängern zu treten, 
wodurch die Übermittlung der Obse erheblich beschleunigt wurde. Dank der 
Walfänger-Meldungen konnte auch im Südlichen Eismeer täglich eine Wetterkarte 
gezeichnet werden (siehe Figur) und mit gutem Erfolg für die Wetterberatung 
der Expedition verwendet werden. 
3, Sonderuntersuchungen, Um {ür die bei Flugberatungen ins Gewicht fallende 
Änderung des Windes mit der Höhe weitere Meßwerte zu sammeln, wurden bei 
25 Weiterlagen je zwei kleine Ballone in kurzem Abstand nacheinander aufgelassen 
und ihre Bahn nach dem Doppelanschnitt-Verfahren bestimmt, Die Länge der 
Basis betrug von der Brücke bis zur Achterkante des Schiffes nahezu 100 m und 
würde für Messungen bis 500 m Höhe ausreichend sein, wenn nicht bei bewegter 
See das Festhalten des Ballons im Fadenkreuz des Theodoliten sehr erschwert 
wäre. Daher wird man eine Reihe von Doppelanschnitten wegen zu großer Meß- 
fehler ausscheiden müssen, 
Während die „Schwabenland“ für ozeanographische und biologische Unter- 
suchungen gestoppt lag, wurde der Wind in unmittelbarer Nähe der Meeresober- 
Näche mit Hilfe eines Kontaktwindmessers registriert. Das Gerät war auf einem 
Rettungsring in 60 cm Höhe befestigt. Der Ring wurde an einer Halteleine außen- 
bords gesetzt und hatte, parallel zur Leine, eine wasserdichte Kabelverbindung 
zum Schiff, so daß die Kontakte mittels Akku und Schreibgerät an Bord aufge- 
zeichnet werden könnten. Da das Schiff eine raschere Drift hatte als der Ring,
	        
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