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Full text: 67, 1939

Paulsen, K.-H.: Die ozeanographischen Arbeiten, 
{6 
Grundproben, 
Um die Ausbeute der Expedition möglichst vielseitig zu gestalten, wurden 
(zum Teil während der Arbeitszeit des Biologen) Grundproben genommen, Wegen 
des aus Zeitmangel erfolgten Arbeitens an der Leeseite ging die Stoßröhre am 
23, Februar verloren, so daß die Zahl der Grundproben auf sechs beschränkt 
blieb. Sie wurden auf den Stationen 2, 4, 6, 7 und 15 und auf 56° 238, 0° 22' W 
gewonnen und werden von Prof, Dr. O. Pratje, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
untersucht, 
Die Arbeiten der Expeditions-Wetterwarte. 
Teil I: 
Terminbeobachtungen, Höhenwindmessungen, Wetterdienst, Sonderuntersuchungen, 
Von H, Regula, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
Einleitung, Die Arbeiten der Expeditions-Wetterwarte gliederten sich in 
drei Teile: 
i, Tägliche Beobachtung und Messung der meteorologischen Elemente; 
2. Wetterdienst; 
3. Sonderuntersuchungen. 
Während des Aufenthaltes der Expedition im Südlichen Eismeer stand der 
Wetterdienst im Vordergrund, um die Flugzeugbesatzungen bei den Erkundungs 
Nügen in die Antarktis und später die Wissenschaftler bei der Durchführung 
des Ozeanographisch-biologischen Schnittes längs des Nullten Meridians vom 
Schelfeisrand bis etwa zur Höhe von Kapstadt zu beraten. 
Die tägliche Beobachtung und Messung der meteorologischen Elemente 
begann auf der Ausreise in der nördlichen Biskaya und endete auf der Rück- 
reise mit dem Eintritt in den Ärmelkanal. Besonderes Gewicht wurde auf die 
Radiosondenaufstiege gelegt, für die der Meteorologe Assessor Lange (Reichsamt 
für Wetterdienst, Berlin) und die Radiosondentechniker Krüger (Reichsamt für 
Wetterdienst, Berlin) und Gockel (Marineobservatorium Wilhelmshaven) ein- 
gesetzt waren. 
Die Ausrüstung der Wetterwarte wurde, abgesehen von den für die Radio- 
sondenaufstiege benötigten Geräten, von der Deutschen Seewarte nach dem 
Muster ihrer seit 1933 in Betrieb befindlichen Ozeanflugwetterwarten zusammen- 
gestellt, 
1. Laufender Beobachtungsdienst. Zu den Terminen 00%, 06b, 12% und 18 GMT 
wurden synoptische Meldungen von dem Personal der Wetterwarte zusammen- 
gestellt und von der Funkstation an die Überseefunk stelle Quickborn übermittelt. 
Die Terminbeobachtungen werden durch ein Wettertagebuch ergänzt, in dem 
nach Möglichkeit alle bemerkenswerten Ereignisse im Wetterablauf festge- 
halten sind, 
Die fortlaufende Aufzeichnung der meteorologischen Elemente geschah durch 
sine Reihe von Meßgeräten, Der Luftdruck wurde von einem 8-Tage-Baro- 
graphen in der Wetterwarte (Bootsdeck) und einem 2-Tage-Barographen auf der 
Brücke registriert, Für die Windmessung standen ebenfalls zwei Geräte zur Ver- 
fügung: ein Windmesser (System Devik) auf dem achteren Mast, der Wind- 
richtung und Geschwindigkeit auf elektrischem Wege in der Wetterwarle anzeigte, 
und ein Kontaktanemometer auf dem vorderen Mast, ergänzt durch eine mechanisch 
registrierende Windfahne am Peilkompaßdeck, 
Die Hütte mit dem Thermohygrographen stand auf dem Vorschiff an Back- 
bord; auf dem Dach der Hütte war außerdem ein Robitzsch-Aktinograph auf- 
yesetzt, Der Niederschlag wurde auf dem Vorschiff an Steuerbordseite mittels 
eines registrierenden Regenmessers gemessen. Zu Versuchszwecken war eine 
Fernthermometeranlage eingebaut worden (Ablesung in der Wetterwarte), deren 
eine Meßstelle sich dicht unter der vorderen Mastspitze befand, während die 
andere beim Bug an der vordersten Sonnensegellatte angebracht war. Die obere 
Meßstelle hat während der ganzen Fahrt einwandirei gearbeitet.
	        
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