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Deutsche Antarktische Expedition 1938/39,
daraufhin von Elektroingenieur Bruns angefertigte zweite Spieißklemme fand
bei Station 23 (größte Solltiefe 5000 m) Verwendung. Bei den in der Nähe des
Schelfeisrandes gelegenen Stationen 4 und 6 bis 10 reichen die Messungen bis
in Bodennähe.
Die Chlortitrationen der Wasserproben sind inzwischen bei der Deutschen
Seewarte vorgenommen worden, so daß der vorläufige Schnitt außer für die
Temperatur auch schon für den Salzgehalt gezeichnet werden konnte (siehe Abb. 2
und 3 S, 31), Die Zeichnungen stellen Projektionen auf den Nullmeridian dar
und sind in der Übertiefung 1:444 ausgeführt. Die Angabe der Beobachtungs-
tiefen unter 250 m ist wegen der geringen Abstände unterblieben,
Da auf Station 10, der Ausgangsstation des Schnittes, die Temperatur- und
Salzgehaltswerte sehr schwankend sind, wurde Station 4 mit in den Schnitt ein-
; . bezogen, Nach den vorher und nachher ge-
„Sahellk 5 SDR RHT Stuff 19, machten Erfahrungen haben die auf Station 10
Tiefe | Temperatur 00E x benutzten Thermometer und Wasserschöpfer
m °C einwandfrei gearbeitet, so daß die gefundenen
“ ; Werte als reell betrachtet werden müssen,
zumal nach der thermometrischen Tiefen-
bestimmung kein vorzeitiges Kippen der
Schöpfer festzustellen ist, Leider ist diese
Station auf der Suche nach winterlichen Ab-
sinkgebieten die einzige, auf der nennens-
werte Abweichungen vom normalen Aufbau
der Wassermassen auftraten, Um eine Vor-
stellung von der Stabilität zu bekommen, sind
die E-Werte für die Station 10 nach den
Tabellen von Hesselberg und Sverdrup‘))
errechnet worden (siehe Tabelle 5). Die erste
Serie reichte bis 441 m, die zweite bis 1380 m.
Die unerwarteten Unregelmäßigkeiten traten
also hauptsächlich bei der zweiten Serie auf,
Dabei zeigten die beiden Thermometer aus
740 m wesentlich verschiedene Temperaturen
an, Ob sich tatsächlich der Schöpfer im
Augenblick des Kippens zwischen zwei ver-
schiedenen Wassermassen befand, so daß die
Temperaturdifferenz durch die verschiedene
Thermometerträgheit erklärt werden kann,
wird sich wohl schwerlich feststellen lassen,
da ja nur eine Salzgehaltsbestimmung für
diese Tiefe vorliegt, Deshalb wurden die
E-Werte für beide Temperaturen und {für
deren Mittelwert (in Klammern) errechnet.
Denkt man sich das in 740 m befindliche
Wasser als reines Mischwasser aus den in
650 m und 831 m festgestellten Wasserarten,
30 müßte es bei einem Salzgehalt von 34,53 °%%., eine Temperatur von etwa — 0.7°
haben, Da Station 10 in der Nähe der sich auf etwa 0° Länge nach Norden
erstreckenden Schelfeiszunge liegt und auf Grund der Echolotungen anzunehmen
ist, daß die Meerestiefe unter dieser Zunge wesentlich geringer ist als im Osten
und Westen auf gleicher Breite, liegt die Vermutung nahe, daß die gefundenen
Labilitäten durch starke, durch das Bodenrelief verursachte Verwirbelungen ent-
standen sind. Vielleicht 14ßt sich nach einer weiteren Aufbereitung des Materials
Genaueres darüber angeben. Bei dem augenblicklichen Stand der Arbeiten ist
es auch noch nicht möglich, auf eine Diskussion des Schnittes einzugehen.
. Ks Hesselberg und H. U. Srerdrup: Die Stabilitätsverhältnisse des Seewassers bei rerti-
kalen Verschiebungen: Berrens Museums Aarbok 1914/15, Nr, 15.