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Full text: 67, 1939

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Deutsche Antarktische Expedition 1938/39, 
worden war, befand sich in nächster Nähe. Er hatte eine Bodenfläche von etwa 
2.00 x 2.80 m, so daß in ihm bequem die Kisten mit den Thermometern und den 
Wasserflaschen untergebracht werden konnten, An der rechten Seite des Titrier- 
tisches befand sich die Vorbereitungswanne, die während der Fahrzeit die mit 
den vorgesehenen Thermometern beschickten Rahmen aufnahm, während an der 
linken Seite die Ablesewanne mit dem Wasserbad für die Thermometer befestigt 
war. Auf zwei Regalen zu beiden Seiten des Bullauges waren die für die Sauer- 
stoffbestimmung benötigten Glassachen und Chemikalien untergebracht, Die Kipp- 
wasserschöpfer befanden sich unter Deck (zwischen dem Arbeitsraum und dem 
Aufstellungsplatz der Serienmaschine) in Rahmen, aus denen sie mühelos ent- 
nommen werden konnten. Auf diese Weise waren sie stets griffbereit und doch 
vor Regen und Spritzwasser geschützt. 
Oberflächenbeobachtungen, 
Um dem zur Hilfeleistung herangezogenen seemännischen Personal die Arbeit 
mit dem Sundschöpfer zu vereinfachen, wurde vom Schiffszimmermann ein Ge- 
stell gebaut, in das der Schöpfer ohne Zeitverlust gesetzt werden konnte und 
das ein Ablesen der Thermometer in Augenhöhe gestattete, Obgleich der größte 
Windschatten ausgesucht worden war, fand doch durch die Wasseraustrittslöcher 
ein wesentlicher Luftaustausch statt, worauf die Thermometer merklich reagierten, 
da die verhältnismäßig geringe Wassermenge sehr schnell abgekühlt wurde, Der 
Wasserschöpfer konnte an einer beliebigen Stelle gefiert werden, ohne durch 
Bugwellen in die Höhe geworfen zu werden. Um so schwieriger gestalteten sich 
aber die Messungen durch das seitliche Pendeln des Schöpfers, das ein Anschlagen 
an die Bordwand trotz der verschiedenartigsten Befestigungen der Zugleine nicht 
vermeiden ließ, Die gefährdetsten Stellen waren dabei der Ansatz des Trichters 
am Thermometergestell und der Gewindering für die untere Verschlußkappe. 
Beide hielten auf die Dauer den Beanspruchungen nicht stand, so daß vom 
7. Januar ab mit der Pütze Wasser geschöpft wurde. 
Die Öberflächenbeobachtungen wurden am 21, Dezember auf 40° 36’ N, 9° 
19’ W aufgenommen und am 5. April anf 41° 36’N, 10° 05’ W abgeschlossen. 
Insgesamt wurden 337 Wasserproben von der Oberfläche genommen. 
Messungen mit dem Registrierthermometer, 
Der Fühler des Registrierthermometers war im Maschinenraum im Kühl« 
wassereintrittsrochr eingebaut worden, Andere Vorschläge mußten als undurch- 
führbar fallengelassen werden, Die Außenmündung des Rohres lag etwa 6.5m 
unter Wasser, so daß, genau genommen, nicht die Oberflächentemperatur auf- 
gezeichnet wurde. Da in der Anlage einige neue Ventile eingesetzt worden waren, 
traten in den ersten Tagen Unregelmäßigkeiten in der Wasserzufuhr ein, so daß 
kurzfristige Ausschläge nach höheren Temperaturen verzeichnet wurden. Der 
Apparat selbst arbeitete bis auf einige Störungen im Transport des Registrier- 
papiers (Stauungen vor der Walze) sehr zuverlässig. Eine kurze Unterbrechung 
erfuhren die Messungen durch Bruch einer Welle im Uhrwerk, doch konnte der 
Schaden in Kapstadt behoben werden. 
Serienmessungen, 
Nach dem ersten Start zum Photoflug am 20. Januar 1939 wurde mit den 
Serienmessungen begonnen. Die. Liegezeiten waren während der Flugperioden 
naturgemäß sehr kurz; da aber der Expeditionsleiter vor jedem Flug eine Be- 
sprechung ansetzte, auf der der genaue Plan besprochen wurde, konnten die 
Serienmessungen im gegebenen Augenblick sofort aufgenommen werden. Die zur 
Verfügung stehende Zeit mußte der Verfasser allerdings mit dem Biologen teilen, 
da ein gleichzeitiges Arbeiten an Luv- und Leeseite wegen der Trift des Schiffes 
nicht möglich war, Außerdem erschwerte das Anlernen der Hilfskräfte und das 
Aussondern der unbrauchbaren oder unzuverlässigen Geräte das Arbeiten auf 
den ersten Stationen, Doch schon nach kurzer Zeit hatte sich der Leichtmatrose 
Peters so gut eingearbeitet, daß der Verfasser mit dessen alleiniger Hilfe die
	        
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