Gburek, L.: Geophysikalischer Arbeitsberieht,
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Beobachtung, Während der Expedition unterstützte mich sehr oft der Flugzeug-
funker Ruhnke bei den Messungen, indem er das Aufschreiben der Beobach-
jungen übernahm. Es sei ihm auch an dieser Stelle bestens gedankt.
insgesamt gelangen an 37 Tagen 219 Sätze, die sich auf die einzelnen Monate
wie folgt verteilten:
Dezember . . . 8 Tage mit 25 Sätzen
Januar . . . 0. 15 „ 86
Februar . . 2 2 4 x „ 3
März 0.000005 9 » 2» 57
April... 4 a
Das Material ist noch nicht ganz aufgearbeitet. Vorläufige nach Feußner
berechnete Trübungsfaktoren für die Gesamtstrahlung erreichen mit 3.6 bis 4.5
Höchstwerte für die äquatornahen Zonen und mit Faktoren um 2 Kleinstwerte
für das Südliche Eismeer,
In der Nähe der afrikanischen Küste, etwa bei Dakar, wo der ablandige
N—E-Passat große Kern- und Staubmengen herantransportiert, wachsen die Trü-
bungsfaktoren bis zu 6 an, um sofort mit Einsetzen des S—E-Passats auf ihre
Normalwerte abzusinken. ‚Hier weisen auch die Kernzahlen Maximalwerte von
50 000/cem auf und fallen dann rasch auf 250 bis 400/cem im Bereiche des S—E-
Passats ab,
Für die Kernzählungen stellte Herr Prof. Linke dem Verfasser einen kleinen
Scholzschen Kernzähler zur Verfügung, wofür- auch hier nochmals herzlich ge-
dankt sei, Die während der Reise festgestellten Kernzahlen sind auf See über-
raschend beständig und klein, im Mittel 200 bis 400/ccm, Gelegentlich traten
Schwankungen bis zu 2000/ccm auf. Nur in den Breiten der „Rauhen Vierziger“
streuten die Kernzahlen mehr; dort war eine starke Zunahme während Schlecht-
wetterperioden zu beobachten.
Die geographischen Arbeiten.
Von Ernst Herrmann.
[Hierzu Tafel 3 mit Polarkarte 1, Tafel 4 mit Karte 2 und Tafel 5 mit Bild 4 bis 7 und 9 u. 10.}
Das von der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39 bearbeitete Gebiet
liegt auf dem antarktischen Kontinent zwischen 69° und 76,5° 8, 11.5° W und 20° O0,
Der eingesehene Flächenraum beträgt rund 600000 agqkm, Davon konnten etwa zwei
Drittel aus der Luft durch 11000 Reihenbilder kartographierbar erfaßt werden,
Die auf Grund dieser photogrammetrischen Aufnahme und zusätzlicher Erkundung
durch das Auge entstandene Karte des Arbeitsgebietes gibt das entdeckte Land
in winkeltreuer Zylinderprojektion (Zyl. in transversaler Lage; berührt Erdkugel
in den Längengraden 5° O und 175° W) wieder, Eine Diskussion der Karte kann
erst in einer späteren Arbeit erfolgen, Die Polarkarte Nr, 1 zeigt alle bisher
erforschten Teile der Antarktis und das von uns dazu gewonnene Gebiet. Zum
Vergleich ist die Fläche von Deutschland in demselben Maßstab angegeben. Der
Weg der „Schwabenland“ vor dem Schelfeisrand ist aus den Mittagspositionen
der Karte ? ersichtlich, die gleichzeitig die Isobathen angibt.
Ein Flug von Nord nach Süd zeigt folgendes Bild:
Von der im Durchschnitt 20 bis 30 m hohen Ost— West verlaufenden Schelf-
eiskante steigt das Eis in unübersehbar breiter Front langsam und gleichmäßig
aufwärts, Nach etwa 130 km werden kleinere Berge überflogen, nach weiteren
rund 80 km beginnen größere Gebirgsmassive, Diese bestehen aus Einzelbergen
und zusammenhängend meist N—5S streichenden Berggruppen, die auch die
höchsten Gipfel (bis 3500 und 4000 m ü d. M.) enthalten. Ihre relative Höhe
über dem Eis beträgt einige hundert bis 2000 m.
Südlich der Gebirgsmassive steigt das Eis rascher an und bildet in 20
bis 50km Entfernung eine mehrere hundert Meter hohe, im Westen ziemlich
scharf ausgeprägte WSW—ONO verlaufende Stufe, den Rand einer ungeheuren
Hochfläche, die sich jetzt wieder lanzysam ansteigend unübersehbar nach West