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Full text: 67, 1939

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Deutsche Antarktische Expedition 1938/39, 
einen Geographen das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volks- 
bildung. Als Eislotse wurde der bekannteste deutsche Eismeerfahrer gewonnen. 
Das 8400 Br.-Rgt. große Expeditionsschiff hatte bisher dem Transozeandienst 
der Deutschen Lufthansa auf dem Nord- und Südatlantik gedient. Es wurde nun 
in 1'/,monatiger angestrengtester Arbeit von der Deutschen Werft in Hamburg 
mit dem ganzen Einsatz aller eigenen und von anderen Werften zusammen- 
zezogenen Arbeiter in Tag- und Nachtschichten für seine besondere Aufgabe durch 
ainen umfassenden Umbau hergerichtet, Seine Motoren wurden für den 22000 Sm 
jJangen Reiseweg gründlich überholt, Bug und Außenhaut besonders verstärkt, 
Querversteifungen und zusätzliche Heizöltanks eingebaut, frostgefährdete Leitungen 
unter Deck verlegt und für eine ausreichende Heizung des Schiffsinnern gesorgt. 
Für die nautischen und 6zeanographischen Arbeiten hatte das Oberkommando 
der Kriegsmarine das Schiff weitgehendst mit neuzeitlichen Geräten ausgerüstet, 
während das Oberkommando der Luftfahrt die fliegerische Ausrüstung lieferte, 
die Deutsche Lufthansa ihre Werkstätten für den Umbau der Flugzeuge und die 
Hansa-Luftbild G. m. b. H. ihre Lichtbildgeräte und tüchtige Photographen zur 
Verfügung gestellt hatten, 
Die 54 Köpfe starke seemännische Schiffsbesatzung einschließlich tüchtiger 
Offiziere und Ingenieure hatte der Norddeutsche Lloyd aus seinem Personal- 
bestand mustergültig zusammengestellt, und er hatte auch für eine zweckent- 
sprechende, vorzügliche Lebensmittelausrüstung aller 82 Expeditionsteiinehmer 
Sorge getragen. Den Umbau des Schiffes hatte die Reederei durch Entsendung 
tjüchtiger Schiffsinspektoren weitgehend gefördert, Für die Überwachung der zahl- 
reichen elektrischen Meßgeräte an Bord hatten uns die Atlas-Werke einen damit 
sehr vertrauten Ingenieur überlassen. 
Trotz der sehr knappen Zeit waren alle Vorbereitungen Ifristgemäß fertig, 
und am 17, Dezember 1938, einem herrlichen Wintertage mit — 13°C, konnte die 
Ausreise von Hamburg unter der eigenen Hausflagge der Expedition angetreten 
werden. 
Von Anfang an stand ein guter Stern über der Unternehmung, Klares 
Wetter und günstige Winde förderten die Reise; schon am 20, Dezember wurde 
Ushant, 11 Tage später der Äquator und am 2, Januar Ascension Island passiert. 
Dann ging es entlang dem Südatlantischen Rücken auf Tristan da Cunha, dann 
auf die Insel Gough zu, und schon 29 Tage nach dem Verlassen von Hamburg 
tauchte nach einem häßlichen, feuchtkalten Tage am 15, Januar die Insel Bouvet 
unter ihrer mehrere hundert Meter dicken Eiskappe als rechter Vorposten der 
Antarktis dicht vor unseren Augen aus dem Nebel auf (Bild 1). Den Seetörn hatten 
wir nicht ungenutzt gelassen, Er gab den Wissenschaftlern Gelegenheit, ihre Geräte 
betriebsfertig zu machen und sich mit ihnen einzuarbeiten, Vorträge allgemeiner 
und spezieller Art aus ihren Arbeitsgebieten und denen der Flieger und Nautiker 
weckten das Interesse für die Expeditionsaufgaben bei der seemännischen Schiffs- 
besatzung, deren fortlaufende Unterstützung bei den Arbeiten unerläßlich war. 
Die Meteorologen begannen mit ihren planmäßigen Arbeiten sehon bei Ushant; 
tägliche Nöhenwind- und Temperaturmessungen sowie tägliche Radiosondenauf- 
stiege und die Übermittlung täglicher Seeobse nebst aerologischen Messungen an 
die Deutsche Seewarte und das Zeichnen von Wetterkarten nahmen ihre Zeit 
voll in Anspruch, Der Geophysiker beschäftigte sich mit Strahlungsmessungen, 
Kern- und Staubzählungen und beteiligte sich an allen vorkommenden wissen- 
schaftlichen, besonders den meteorologischen Arbeiten. Der Biologe hatte alle 
Hände voll zu tun, um bis zum Eintreffen im Arbeitsgebiet seine zahlreichen 
Fanggeräte instand zu setzen und sein Laboratorium für die seltenen Fänge, die 
er zu machen beabsichtigte, einzurichten. Nebenher stellte er in Zusammen- 
arbeit mit den Wachoffizieren auf der Brücke Beobachtungen über die Vögel- 
and Walvorkommen an und ging vom Breitengrad von Kapstadt an zu seinen 
planmäßigen Arbeiten über. Der Geograph machte sich mit Eifer nützlich wo 
immer er konnte. Er lernte den IIL Offizier bei seinen Kimmtiefenmessungen 
an, organisierte den Lotdienst, verwaltete als Assistent des Expeditionsleiters das 
Expeditionsgut, und neben der vorläufigen Auswertungsarbeit der Lotergebnisse
	        
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