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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39. 
Von Alfred Ritscher, 
{Hierzu eine Anhangs-Übersichtskarte und Tafel 1 mit Bild 1 bis 5). 
Die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39 wurde auf Befehl von Herrn 
Generalfeldmarschall Göring als Beauftragten für den Vierjahresplan durch 
Herrn Ministerialdirektor Staatsrat Wohlthat vorbereitet und von diesem in 
ihrem Verlauf betreut, Trägerin der Unternehmung war die Deutsche Forschungs- 
gemeinschaft E. V., Berlin. 
Die Aufgaben der Expedition lagen auf wissenschaftlichem und wirtschafts- 
politischem Gebiet. Ihre Zielsetzung war in der Hauptsache: 
auf dem Gebiet der Geographie: Gewinnung einer Landkarte des Küsten- 
gebietes im Arbeitsabschnitt durch photogrammetrische Vermessung aus 
der Luft, 
auf dem Gebiet der Meteorologie: die Wetterberatung der Flugzeuge und 
die Erforschung der höheren Schichten der Atmosphäre, 
auf dem Gebiet der Ozeanographie: Reliefaufnahmen des Meeresbodens 
mittels Echolotungen, Oberflächenbeobachtungen mit dem Sund-Schöpfer, 
Temperaturmessungen, Durchführung hydrographischer Serien, 
auf dem Gebiet der Geophysik: Kern- und Staubzählungen, Strahlungs- 
messungen, Messungen der Deklination, Inklination, Horizontalintensität 
auf Eis und Land, 
auf dem Gebiet der Biologie: Beobachtungen über Vorkommen von Walen, 
Robben, Vögeln, Planktonfänge und Sammlung von Erfahrungen über die 
Nahrungsauswahl und Nahrungsaufnahme der Walkrebschen, 
auf dem Gebiet der Nautik: Erprobung nautischer Geräte und Tabellen, 
Kimmtiefenmessungen, Nachprüfung von Angaben in den deutschen See- 
karten, Herstellung von Küstenansichten für Seehandbücher, 
Die Namen und Berufsbezeichnungen aller 82 Expeditionsteilnehmer sind auf 
S. 5 bis 7 aufgeführt. 
Die Arbeiten sollten an die deutschen Forschungen von Drygalski und 
Filchner anknüpfen und entsprechend der Ausdehnung der wirtschaftlichen 
Interessen Großdeutschlands die Voraussetzungen für eine durch Hoheitsrechte 
anderer Nationen ungehinderte Fortsetzung seiner Walfangtätigkeit schaffen, 
Über die Ergebnisse der. wissenschaftlichen Arbeiten geben die Sachbearbeiter 
selbst anschließend einen kurzen Überblick; bei der Fülle des von ihnen ge- 
sammelten Materials kann die Veröffentlichung der Einzelergebnisse naturgemäß 
erst später erfolgen; sie werden in dem Mitte 1940 erscheinenden Expeditions- 
werk ausführlich behandelt werden. ; 
Um die gesteckten Ziele weitgehendst in den wenigen Monaten eines ant- 
arktischen Sommers zu erreichen, mußte die Expedition mit allen neuzeitlichen 
Hilfsmitteln der Wissenschaft und Technik ausgestattet werden. In richtiger 
Erkenntnis der Wichtigkeit der Expeditionsaufgaben stellte die Deutsche Lufthansa 
bereitwillig einen ihrer Flugstützpunkte, das Motorschiff „Schwabenland“ mit 
zwei 10-tons-Dornier-Walen, zur Verfügung. Dazu den Kapitän des Schiffes, aus- 
gesuchte Flugzeugführer mit bewährten Flugzeugbesatzungen, tüchtige Kräfte 
für die Katapultbedienung und als Stationsmonteure sowie ihre wohlorganisierte 
kaufmännische Abteilung zur Abwicklung der umfangreichen geldlichen An- 
forderungen. 
Den wissenschaftlichen Stab von zwei Meteorologen, einem Biologen, einem 
Ozeanographen, einem Geophysiker hatten das Oberkommando der Kriegsmarine, 
das Oberkommando der Luftfahrt mit dem Reichsamt für Wetterdienst und das 
Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung gestellt und
	        
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