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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Die Grenzen der Ozeane und ihrer Nebenmeere, 
Wissenschaft üblichen Bezeichnungen und stimmt auch bis auf einige Aus- 
nahmen mit der Karte des Internationalen Hydrographischen Büros überein. 
In der Grenzziehung und in der Auffassung, welche Teile des Weltmeeres als 
selbständige Teilgebiete zu bezeichnen sind, weichen aber die beiden Veröffent- 
lichungen entsprechend den oben entwickelten Grundsätzen voneinander ab. 
Die deutsche Sprache gestattet außerdem (zum Unterschied zum Beispiel von 
der englischen Sprache) eine gewisse größenordnungsmäßige Unterscheidung 
durch die Worte „Meer“ und „See“, ohne daß zwar hierbei immer konsequent 
vorgegangen wird. Man bevorzugt das Wort „Meer“ bei den morphologisch 
gut abzutrennenden Teilgebieten der Ozeane, die zugleich meist relativ groß 
und tief sind, zum Beispiel Bering-Meer, Ochotskisches Meer, Japanisches Meer, 
Karibisches Meer, Europäisches Nordmeer usf, Hingegen pflegt man all die 
kleineren und meist auch flacheren Teilgebiete, die morphologisch nicht allseitig 
gut abzutrennen sind, durch das Beiwort „See“ oder, wenn es sich um bucht. 
förmige Teilgebiete handelt, auch durch das Beiwort „Golf“ zu kennzeichnen, 
so zum Beispiel Barents-See, Kara-See, Norwegische See, Grönland-See, Nordsee, 
Irminger-See, Bahama-See, Weddellsee, Golf von Bengalen, Golf von Biskaya, 
Golf von Guinea usw. Aber, wie gesagt, es gibt auch Ausnahmen, wie z, B. 
das kleine und flache „Weiße Meer“, das schlecht abzutrennende „Arabische 
Meer“, das flache „Hudson-Meer“, Bei der näheren Benennung der Teilgebiete 
bedient man sich in der Regel geographischer Namen, die von den benach- 
barten Ländern hergenommen sind oder sonst allgemein von der Lage oder den 
Eigenschaften der Meere herrühren, Nur in den Polargebieten pflegt man 
seit längerer Zeit einige Teilgebiete mit den Namen großer Polarforscher 
vergangener Zeiten zu verknüpfen, so z. B. Barents-See, Beaufort-See, 
Bering-Meer, Hudson-Meer, Baffin-Meer, Weddell-See, Roß-See, Bellingshausen- 
See. Diese seit langem gebräuchlichen Namen sind beibehalten. Jedoch ist 
dem in manchen Karten anzutreffenden Vorgehen, weitere Teilgebiete des Süd- 
polarmeeres mit Namen verdienter Männer und von Schiffen der neueren 
Südpolarforschung zu belegen (z. B. Belgica-See, König Hakon-Meer, Roald 
Amundsen-Meer, Scotia-See), nicht gefolgt worden. Heute, wo die Walfänger 
alljährlich die Südpolarmeere bis zur Eisbarriere befahren, ist der Zeitpunkt 
für eine weitere Ausdehnung der persönlichen Terminologie auch in den Süd- 
polarmeeren endgültig vorüber.
	        
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