Die Grenzen der Özeane und ihrer Nebenmeere,
Nordatlantischen und dem Nördlichen Stillen Ozean bildet. Morphologisch be-
trachtet gibt es auch keinen selbständigen Antarktischen Ozean, Ozeinographisch
bildet zwar der antarktische Wasserring eine gewisse Einheit, Aus Gründen,
welche Penck!}) 1894 und Krümmel®) 1907 näher dargelegt haben, ist man
aber in der deutschen Geographie übereingekommen, das Südpolarmeer auf die
drei Weltmeere aufzuteilen, Hiernach ergibt sich für alle drei Ozeane als Süd-
grenze die Küste des Südpolarkontinents, Man unterscheidet daher im antark-
tischen Wasserring, der nach Norden angenähert bis zum 55, Grad südl, Breite,
das heißt bis zum Parallel von Kap Hoorn, reicht, drei Teilgebiete der Südozeane:
Das Atlantische Südpolarmeer,
das Indische Südpolarmeer,
das Pazifische Südpolarmeer,
Der in der Karte des Internationalen Hydrographischen Büros niedergelegten
Auffassung eines selbständigen „Southern Ocean“ kann also nicht beigepflichtet
werden?). Überdies sind auch die nördlichen Begrenzungen dieses „Southern
Ocean“ die in der Karte des Internationalen Hydrographischen Büros zwischen
40° und 55° 5 hin- und herspringen und willkürlich teils durch Loxodrome,
teils durch Parallelkreise gezogen werden, weder ozeanographisch-klimatologisch
noch nautisch hinreichend zu begründen.
Als Grenze zwischen dem Atlantischen und dem Indischen Ozean
gilt der 20, Meridian östlicher Länge, der bis auf eine Längenminute mit
lem Meridian des Kap Agulhas übereinstimmt,
Die Grenze zwischen dem Indischen und dem Stillen Ozean ist im
Süden gegeben durch den Meridian von 147° östl. Länge, der nur etwa 7 Längen-
minuten vom Meridian des Südkaps von Tasmanien abweicht. Nördlich dieser
[Insel gilt die Linie Kap Grim—King-Insel—Kap Otway als Grenze, so daß die
Baß-Straße zum Stillen Ozean gerechnet wird, Im Bereiche des Sunds-Archipels
lührt die Grenze zwischen den beiden Ozeanen zunächst von Singapore nach
Boerceng (Sumatra), dann über die Sunda-Inseln bis Flores, von dort über
Soemba, Sawoe, Roti nach Timor, weiter über die Sahoel-Bank nach dem Nord-
westkap Australiens (Kap Talbot). Die Meere des Ostindischen Archipels,
die man auch mit der wissenschaftlichen Bezeichnung „Austral-asiatisches
Mittelmeer“ zusammenfaßt, werden also in ihrer Gesamtheit als zum
Stillen Ozean zugehörig betrachtet, Zwischen den Sunda-Inseln verlegt
man die Grenze zweckmäßig stets an den ozeanischen Ausgang, so daß die
Meeresstraßen in ihrer ganzen Ausdehnung noch zum austral-asiatischen Mittel-
meer gehören.
Der Atlantische Ozean wird vom Stillen Ozean im Süden nicht
Jurch den Meridian des Kap Hoorn geschieden, sondern durch die kürzeste
Verbindungslinie zwischen Kap Hoorn und der King George-Insel
der Südshetland-Gruppe. Von hier läuft die Grenze westlich um das Brans-
field-Meer herum, das heißt entlang den Südshetlands bis zur Deception-Insel
and von dort über die Trinity-Insel zum Trinity-Land4); auf diese Weise zählt
das Bransfield-Meer zum Atlantischen Ozean. Im Norden bildet, wie bereits
erwähnt, der arktische Ausgang der Beringstraße die Grenze zwischen dem
Stillen und dem Atlantischen Ozean.
1. Grenze zwischen den nordhemisphärischen und südhemisphärischen Teilen
der offenen Ozeane.
Seit langem pflegt man den Nordatlantischen Ozean vom Südatlantischen
durch den ÄAquator zu trennen. Von diesem völlig einleuchtenden, bereits
von Varenius aufgestellten Prinzip glaubt nunmehr das Internationale Hydro-
} A. Penek: Cm der Erdoberfläche, Erster Teil, Stuttgart 1594, 5. 124 £.
3 O0. Krümmel: Handbuch der Ozeanographie, Band I. Stuttgart 1907, 8. 16—19,
3) Limits of oceaus and sens, Special Publication No. 23 herausgeg, v. International Hydro-
graphie Bureau, Monaco, 2, Auflage 1937,
. %) Th. Stocks: Statistik der Tiefenstufen des Atlantischen Ozeans, In Wiss, Ergebn, d.
Deutschen Atlant, Expedition „Meteor“, Band IJT, Erster Teil, 2, Liefg, Berlin 1938, 8. 38,