accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

VI. Bericht über die meteorologischen Arbeiten auf der zweiten Teilfahrt der D, Nordatl, Exped, . 33

Windwerte zu erhalten. Vorwiegend wurden Pilotballone mit einem Eigengewicht
von 400 g und einer Steiggeschwindigkeit von 300 m /min. verwendet, Die Ballone
konnten ohne Füllzelt im Schutze der Brücke einwandfrei ausgewogen werden.
Temperatur-, Druck- und Feuchtemessungen mittels Radiosonden. Auf der
letzten „Meteor“-Reise im Jahre 1937 hatte sich gezeigt, daß der Gebrauch der
Radiosonde an Bord nur dann zur vollen Geltung kommt, wenn es möglich ist,
ohne Beeinträchtigung der Schiffsführung Aufstiege durchzuführen. Auf „Meteor”
ist keine Gelegenheit, die im Durchmesser 1.5 m betragenden Ballone in einem
vollständig windgeschützten Raum zu füllen und von dort zu starten, wie es auf
dem französischen Forschungsschiff „Carimare“ der Fall ist. Auf „Meteor“ muß
mit dem nur geringen Raum an Oberdeck
 gearbeitet werden. Das Füllen geht
auch bei starkem Wind im Schutze des
Brückenaufbaues, in dessen Nähe auch
20 Flaschen Wasserstoff gelagert werden
können, mit genügend Hilfskräften noch
verhältnismäßig gut. Doch ist ein genaues
 Auswiegen der 1000 g-Ballone nicht
möglich. Es wurde hier meist nach dem
Flaschendruck gefüllt. Schwierig war
jedoch das Starten der Ballone von Deck
aus, Bei einem scheinbaren Wind von
über 10 m/sec ist der Leewirbel so stark ausgebildet, daß es fast unmöglich ist,
die 15 m unter dem Ballon hängende Radiosonde vom Wasser freizubekommen.
In den meisten Fällen mußte beigedreht und der Wind ausgefahren werden.
Auf Anregung des Marineobservatoriums wurde Ende 1937 ein kleines Startgerät
 aus Leichtinetall konstruiert, bei dem die Antenne aufgewickelt ist, so daß
die Sonde beim Start in ungefähr 50 cm Entfernung unter dem Ballon hängt.
Beim Start rollt die Antenne, gebremst durch eine Lultbremse, langsam ab. Mit
diesem Instrument wurden auf der Reise Versuche durchgeführt, und einwand-[reie
 Aufstiege ergaben sich damit, als am Ende der Reise einige konstruktive
Änderungen vorgenommen waren und ein lehniger Antennendraht besorgt war.
Es hat sich gezeigt, daß Aufstiege noch bei einem scheinbaren Wind von 23 m/sec
ohne Gefahr gemacht werden können. Abb. 2 zeigt das Startgerät: eine Rolle
mit Antennendraht, Übertragung durch Zahnräder zu einer Zelluloidplatte als
Luftbremse (das Startgerät wird von der Fa, Friedrich, Hamburg, gebaut).
Für die aerologischen Messungen wurden in erster Linie die Marinesonden?!) eingesetzt,
 deren Arbeitsweise im Bericht über die erste Teilfahrt der Deutschen
Nordatlantischen Expedition des Forschungs- und Vermessungsschiffes „Meteor“
Februar bis Mai 1937 kurz beschrieben wurde?). Die Sonde konnte jedoch wesent:
lich verbessert werden: Durch Zusatz eines temperaturempfindlichen Konden-Sators
 ist es jetzt möglich, die Temperatur neben den Fixpunkten des Thermometers
 noch kontinuierlich zu registrieren und die Messungen unter — 60° auszudehnen.
 Ausfälle sind an der Sonde fast gar nicht aufgetreten, Diese Expedition
hat wieder gezeigt, daß die Sonde wegen des Fehlens jeder mechanischen Übertragung
 für Expeditionen besonders geeignet ist.
Neben den Marinesonden wurden auch einige Sonden des Heereswaffenamtes
(Kölzer-Graw) eingesetzt.
Sonden des Reichsamtes für Wetterdienst konnten nicht verwendet werden,
da bis zum Auslaufen des Schiffes kein Aufnahmegerät geliefert werden konnte.
Bis Santa Cruz wurden 202 Radiosondenaufstiege durchgeführt (geographische
Verteilung in Karte 2 als Punkte dargestellt), von Santa Cruz bis zum Einlaufen
in Wilhelmshaven 56 Aufstiege (durch Kreuze gekennzeichnet). Besonders interessant
 sind die Aufstiege auf der Ankerstation 30° N, 43° W, wo 12 Aufstiege in
21 Tagen durchgeführt werden konnten. Im einzelnen ist die Anzahl der Messungen
aus der obenstehenden Tabelle zu ersehen.
1) Die Marinesonde ist patentamtlich geschützt auf den Namen des Konstrukteurs Dr. Becker,
Marineobserratorium. — %) Ann, d. Hydr., Beiheft Sept. 1937.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.