30 Bericht über d, zweite Teilfahrt d. D. Nordatl, Exp. d. Forschungs- u, Vermessungsschiffes „Meteor“,
Stelle des Ozeanbodens aufwirbeln oder, was mir einleuchtender scheint, es
handelt sich hier um den sichtbaren Ausdruck unterseeischer vulka-
nischer Tätigkeit. Eine gewisse Stütze findet diese Annahme in der Tatsache,
daß diese Gebiete als Seebebengebiete bekannt sind und in vulkanreicher Um-
zebung liegen. Weiter ins Einzelne gehende Erklärungsmöglichkeiten auf Grund
des gewonnenen verhältnismäßig geringen Beobachtungsmaterials zu versuchen,
dürfte vorläufig noch verfrüht sein. Immerhin wird es für die Zukunft eine
reizvolle und interessante Aufgabe sein, durch weitere Untersuchungen dieser
Art an einem engeren Stationsnetz die gewonnenen Ergebnisse nachzuprüfen und
unter Umständen durch laufende Untersuchungen die Neubildung sowie die Aus-
breitung und das Vergehen solcher Trübungswolken im Ozean zu verfolgen.
St. St. St, St. St. St. St. St. St. St. St. St. St. St. St. St.
4 43 440 4427 4442 445 A448 450 452 454 456
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469 44° A209 AQ0 BO
Fig. 6. Feintrübungsverteilung, Profil 22.
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Neben der unter Umständen zu gewinnenden Erkenntnis auf vulka-
nischem Gebiet würde sicherlich durch Verfolgung der Ausbreitungs-
geschwindigkeit der Trübungswolke auch ein tieferer Einblick in die
Bewegungsverhältnisse in der Tiefsee dabei gewonnen werden können.
Abschließend wollen wir noch ganz kurz auf die Farb- und Sichttiefen-
messungen eingehen. Als wesentlichstes Ergebnis dieser Untersuchungen dürfte
zu werten sein, daß diese Fahrt in das Sargasso-Meer es ermöglichte, erstmalig
mit dem Farbmeßrohr Messungen an dem praktisch ideal klaren und blauen
ozeanischen Wasser anzustellen und die Lage des „Extremen Meeresblau“ fest-
zulegen. Sie erwies sich als farbtongleich mit 477 mu. Als weiterer wesentlicher
Erfolg in der Erkenntnis vom Wesen der Farberscheinung des Meerwassers
dürfte der Erfolg zu werten sein, daß es gelang, in dem klaren Sargasso-Meer
selbst allerdings vorerst nur qualitativ mit Hilfe eines Herotar-Polarisations-
filters von Zeiß einwandfrei die Polarisation des senkrecht zu den Sonnenstrahlen
abgebeugten Lichtes innerhalb der Wassermasse nachzuweisen. In diesem Zu-
sammenhange dürfte es auch von Interesse sein, daß eine Maximalsichttiefe im
zentralen ‚Teil des Sargasso-Meeres unter optisch günstigen Bedingungen mit
55 m erreicht wurde.