V. Die chemischen Arbeiten auf der „Meteor“-Fahrt Januar bis Mai 1938, 29
Betrachten wir nun das mittlere Profil 21, so sehen wir, wie sich auch hier in
dem entsprechenden Gebiet eine Zweiteilung vollzogen hat. In der Ostmulde
liegen jetzt zwei völlig getrennte stark getrübte Kerne vor, Während der obere
ainen Maximalwert von 66 K erreicht, weist der untere, der hier einen Ausläufer
zum Boden sendet, mit einem K-Wert von 34 immerhin noch einen bemerkens-
werten Betrag auf, Ein weiterer isolierter Kern befindet sich ferner am Ost-
abhang der Westmulde (Stat. 419 u. 421), Erwähnenswert sind vielleicht auch
noch einige kleiner und schwächere Kerne unter 20K im mittleren Teil des
Profils, im Gebiet der Stationen 413 bis 417. Fast alle diese Trübungskerne finden
sich in der entsprechenden Darstellung der Phosphatverhältnisse allerdings in
Sr. St, &£t. St, St, St St St. St. St. 5% St, St St
425 423 421 419 417 415 0413412 410 408 404 402 400 398
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Fig. %. Feintrübungsverteilung, Profil 21.
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erheblich schwächerem Maße wieder, und zwar in Form intermediärer Minima-
yebiete, Dieser Befund deckt sich sehr gut mit der aus der Limnologie bekannten
Erscheinung, daß die Trübungsstoffe infolge ihrer oberflächenaktiven Eigenschaft
vor allem Phosphat aus dem Naturwasser absorbieren!), Auch H. Wattenberg?
machte in dem vorjährigen Bericht in bezug auf das Bodenwasser auf die gleiche
Erscheinung aufmerksam. Wenden wir uns zum Schluß zur Betrachtung der
gleichen Verhältnisse auf dem nördlichen Profil 22, so müssen wir erkennen, daß
dort von der ganzen so auffälligen Erscheinung keine Spur mehr vorhanden ist,
sondern daß wieder vollkommen „normale“ Verhältnisse vorliegen,
Auf Grund dieser Befunde erhebt sich naturgemäß die Frage, wie diese auf-
fälligen immerhin recht starken Trübungen mitten in der klaren ozeanischen
Wassermasse zu erklären sind, Entweder kann es sich darum handeln, daß unter
Umständen vorhandene Bodenströme das Sediment an einer sedimentreichen
1) Gessner, Fr., 1934, Nitrat und Phosphat im dystrophen See, Arch. f, Hydrobiol, XXVII,
131. — Ohle, W., 1935. Organische Kolloide in ihrer Wirkung auf den Stoffhaushalt der Gewässer.
Naturwissenschaften 23. 450. — 41 Wattenberg, H., 16.