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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

V. Die chemischen Arbeiten auf der „Meteor“. Fahrt Januar bis Mai 1938. 97 
Pulfrich-Photometers auch das intermediäre Silikatmaximum besonders auf dem 
südlichen Profil stets klar hervortritt, daß es sich aber auch auf den beiden 
übrigen Profilen mit genügender Deutlichkeit in seinem Verlauf verfolgen läßt. 
Was die Größenordnung dieser Minima bzw. Maxima angeht, so sind diese 
auf dem südlichen Schnitt auf der Ostseite des Profils besonders stark aus- 
geprägt, während sich auf den beiden anderen Schnitten ein mehr ausgeglichenes 
Verhalten im Verlauf der Linien zeigt. Teilweise verlagert sich der Schwerpunkt 
sogar nach Westen (P, Si) hinüber. 
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhange der Aufbau der Schichten 
minimalen Sauerstoffgehaltes, Zeichnen wir die Kurve der Minimalwerte im Ver- 
jauf der einzelnen Profile (Fig, 2, . 
8. 26), wie es für dieses Gebiet aller- 371 372 375 879 379 381 303 38% 
dings auf einem Meridionalschnitt ‚00607, FE 
H. R. Seiwell!) getan hat, so ergibt 2%! 
sich auch hier besonders im östlichen l Nr Se Tal AM 
Teil des südlichen und mittleren son SEI 5 da 
Profil sein deutlich periodischer Ver- 00 Malt! Vol 
lauf dieser Kurve, Die Erstreckung 
der wahrscheinlich jahreszeitlich be- 
dingten ®) Sauerstoffminima-„Walzen“ 
muß demnach in diesem Gebiet er- 
heblich von der reinen West—Ost- 
Richtung abweichen, Weitere Schluß- 
Folgerungen sollen hier noch nicht 
ausgesprochen werden, 008 
Bei den Tiefenwässern treffen 
wir die bereits bekannte Erscheinung a 
an, daß der Westen stärker durch- ”““ 
‚üftet ist als der Osten. Damit pa- 
rallel geht in großen Zügen eine “9% 
von Osten nach Westen fortschrei- 
tende Verarmung an Phosphat und 
Silikat in den Tiefenwässern. Über- 
haupt läßt sich ganz allgemein auch 
in anderen Punkten häufig ein 
spiegelbildliches Verhalten der Phos- 
phat- und Silikatwerte gegenüber 
der Sauerstoffverteilung feststellen, 
Ganz besonders bemerkenswert 
scheinen zwei in der Verteilung der 
Leitstoffe ausgeprägte „Störungs- 
zonen“, Am ausdrucksvollsten wer- 
den diese im Verhalten der Silikat- 
verteilung (Fig. 3) wiedergegeben, Aber auch die Phosphat- und Sauerstoff. 
verhältnisse zeigen die entsprechenden Störungen, Es handelt sich hier einmal 
um die Station 379, In 400 m Tiefe setzt hier eine Inversion ein, die sich am 
Silikatgehalt noch bis 1400 m Tiefe verfolgen läßt. Vor allem kommt es zu einer 
Zerstörung des intermediären Silikatmaximums. 
Die zweite wesentlich tiefer greifende Erscheinung betrifft das bodennahe 
Wasser der Stationen 375 und 377. Hier tritt plötzlich eine äußerst auffällige 
Verarmung des Wassers an Silikat bis auf etwa 30% des „normalen“ Wertes auf, 
die sich in ihren Ausläufern bis über 1000 m Höhe über dem Boden verfolgen 
läßt. Auch sie findet in anormalen Sauerstoff- und Phosphatwerten ihr Gegenstück. 
zB 
*) Seiwell, R. H., 1934, The Distribution of Oxygen in the Western Basin of the North 
Atlantic, Papers in Physical Oceanography and Meteorology, II, I. 72. — 4) Watten berg, H., 1927. 
Dritter Bericht über die chem, Arbeiten, Berichte der Deutschen Atlantischen Expedition „Meteor“. 
Zschr. d. Ges, f. Erdkunde, 137 ff. — Deacon, G, E. R., 1933, A general account of the hydrology 
of the South Atlantic. Ocean. Discovery Reports, VII. — Seiwell, H, R., 1 ©.
	        
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