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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

24 Bericht über d. zweite Teilfahrt d, D, Nordatl, Exp. d. Forschungs- u, Vermessungsschiffes „Meteor“. 
Zum Hauptproblem. 
Messungen des Sauerstoffgehaltes” auf allen Stationen und in allen 
beobachteten Tiefen. 
Messungen des Phosphatgehaltes auf allen großen Stationen!) in aus- 
zewählten Tiefen. 
Messungen des Silikatgehaltes auf allen großen Stationen in aus- 
gewählten Tiefen, 
Messungen der Feintrübung auf allen großen Stationen in ausgewählten 
Tiefen, 
Als Nebenprobleme. 
5. Messungen der Meerwasserfarbe an ausgewählten Stationen. 
6. Messungen der Sichttiefe an ausgewählten Stationen. 
Methoden. 
iA. Bestimmung des Sauerstoffgehaltes, Für die Bestimmung des Sauerstoff- 
gehaltes wurde die in der Meereskunde altbewährte Methode von Winkler be- 
hutzt. Durch Umstellung auf eine Halbmikromethode und Ersatz der für Bord- 
betrieb recht unangenehmen „Rauchenden Salzsäure“ durch eine konzentrierte 
Lösung von Natriumbisulfat wurde diese Methode erheblich vereinfacht, ohne die 
Genauigkeit dadurch zu beeinträchtigen. 
2, Bestimmung des Phosphatgehaltes. Der Phosphatgehalt wurde in üblicher 
Weise mittels des vom Verfasser schon seit langem mit Erfolg in der Meeres- 
kunde benutzten Pulfrich-Photometers nach der Methode von Atkins-Denigds 
bestimmt. Sehr angenehm machte sich hier sowie bei der Silikatbestimmung bei 
der Aufarbeitung der Wasserproben die große Klarheit des rein ozeanischen 
Wassers bemerkbar, so daß bis auf wenige Ausnahmen der sonst so zeitraubende 
Vorgang der Filtrierung der Wasserproben fortfallen konnte. 
8. Bestimmung des Silikatgehaltes, Der Silikatgehalt wurde gleichfalls mit 
dem Pulfrich-Photometer bestimmt unter Zugrundelegung der bekannten Methode 
von Dienert-Wandenbulke. 
4. Bestimmung der Feintrübung. Für die Messung des Trübungsgrades in 
den heimischen Gewässern, vor allem in der Nordsee, wurde vom Verfasser vor 
mehreren Jahren auf der Grundlage des Pulfrich-Photometers ein einfaches Ver- 
fahren der Trübungsmessung entwickelt‘), welches auf einer einfachen Absorp- 
lonsmessung einer 25 cm langen Wasserschicht im roten Gebiet des Spektrums 
beruht, Da von vornherein vorauszusehen war, daß bei der zu erwartenden 
extremen Klarheit des Sargasso-Meeres diese Methode nicht ausreichen würde, so 
wurde vom Verfasser vor Antritt der Reise eine neue Apparatur entwickelt, die 
dem zu erwartenden geringen Trübungsgrad besser angepaßt war, Diese Apparatur 
hat auf der ganzen Reise zufriedenstellend gearbeitet und es ist vorgesehen, sie 
nach weiterer Vervollkommnung in einer besonderen Veröffentlichung niederzu- 
legen, Das Prinzip der Apparatur besteht in der Messung der Tyndallerscheinung 
in der Meerwasserprobe mittels des Pulfrich-Photometers. Von der entsprechenden 
Zeißschen Apparatur unterscheidet sie sich jedoch durch die Anwendung einer 
zehn Ampere starken Kohlenbogenlampe, die dem extrem geringen Trübungsgrad 
besser angepaßt ist sowie durch die zusätzliche Einführung verschiedener optischer 
Filter. Hierdurch wird es ermöglicht, nicht nur die Gesamttrübung und den 
Fluoreszenzanteil, sondern auch den Polarisationsgrad des Tyndallkegels zu 
messen. Die Trübungserscheinung läßt sich demnach aufteilen in den Anteil, der 
einmal den molekular- und kolloid-dispersen Trübungsstoffen, ferner den grob- 
dispersen und zum Schluß den fluoreszierenden Stoffen zukommt. Dies ist ein 
Vorzug, der sicherlich in der Zukunft für die Erkennung und Unterscheidung 
gerade der extrem klaren ozeanischen Wässer von erheblicher Bedeutung sein 
wird, vor allem auch deshalb, weil diese Meihode einfacher und schneller arbeitet 
als alle anderen bisher in der Meereskunde üblichen chemischen Arbeitsmethoden 
1) Annähernd jede zweite Station war eine große Station, die bis zum Meeresgrund hinab- 
reichte, -— 2) Ann. d Hydr. usw. 1935, 202. 
1.
	        
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