accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 67, 1939

22 Bericht über d. zweite Teilfahrt d. D, Nordatl. Exp. d. Forschungs- u. Vermessungsschiffes „Meteor‘, 
Diese mächtige unterseeische Aufragung, welche die „Große Meteor-Bank“ getauft 
wurde”), ist zugleich die größte und eine der flachsten Bänke im ganzen offenen 
Atlantischen Ozean. Ihrer Natur nach gehört sie wahrscheinlich zu den Erhe- 
bungen, die in größerer Zahl dem Azorenplateau aufgesetzt sind und offenbar 
vulkanischen Ursprung haben, 
Einen interessanten Fragenkomplex eröffnen die Lotprofile über dem Mittel- 
atlantischen Rücken, Es enthüllt sich auf jedem einzelnen Profil über dem 
> =... Rücken eine außerordentliche Lebhaftigkeit des 
Reliefs, die im krassen Gegensatz zu dem fast 
ebenen Boden im Innern der Tiefseebecken 
steht. Die Gegenüberstellung des Echolotpro- 
fils durch den Mittelatlantischen Rücken auf 
Profil XX in etwa 16° N und eines Ausschnittes 
aus dem Profil XXII im Nordamerikanischen 
Becken in Abbildung 1 veranschaulichen diese 
grundsätzliche Verschiedenheit zwischen der 
Topographie der Becken und Rücken (Lage der 
Profilabschnitte vgl. Reisewegkarte auf 8. 3). 
Mit dem bewegten Relief des Rückens sind 
zugleich erstaunlich große Höhenunterschiede 
auf engem Raume verbunden. In dem ange- 
führten Beispiel in Profil XX fällt der Meeres- 
boden mitten im Mittelatlantischen Rücken von 
der Gipfelhöhe 1930 m auf 4790 m, also um 
2860 m auf 21.0 km Entfernung, d.h. mit einer 
mittleren Neigung von 8°. Der Anstieg gegen 
Osten aus dieser Einsenkung erreicht ein maxi- 
males Gefälle von 30°. Eine gewisse Ähnlich- 
keit in bezug auf die Aufeinanderfolge der 
tiefen Einsenkungen zeigt das Profil XX mit 
dem nördlichsten „Meteor“-Profil aus dem Jahre 
19278), Derartige auffallende Einsenkungen im 
Rücken treten auch in den übrigen fünf Meteor- 
Profilen auf, am ausgeprägtesten im Profil XXI, 
wo in etwa 23° 50’N und 46° 10’ W auf einer 
Strecke von 9 Seemeilen der Meeresboden von 
der Gipfelhöhe des Rückens 1820 m auf 5460 m 
abfällt, d, h, mit einer mittleren Neigung von 
121/,°; maximal ergeben sich Bodenneigungen 
von 34°. In diesem Falle glückte es, in die 
Einsenkung eine ozeanographische Serie bis 
5200 m erfolgreich hinunter zu bringen. 
An Hand der Lotprofile über den Rücken 
können wir zu einem grundsätzlichen Problem 
in der ozeanischen Morphologie Stellung nehmen. Nämlich läßt sieh in dem 
steten Auf und Ab des Meeresbodens im Gebiet des Rückens bei benachbarten 
Profilen ein eindeutige Zuordnung der Formen finden? D.h. haben wir 
a5 mit einer in sich wirren, ungegliederten Schwelle zu tun oder mit einem 
Rücken, der sich in eine Folge von mehr oder minder parallelen Wellenzügen 
auflöst? Th. Stocks und G. Wüst*) berühren diese Fragen bei der Diskussion 
‘) Um Verwechslungen mit der von der Deutschen Atlantischen Expedition 1925 erloteten Steil- 
aufragung in 48° 14,5’ S und 8° 22,1’ E, die damals „Meteor-Bank“ genannt wurde, zu vermeiden, 
würde es sich nach dem Vorschlage von G. Wüst empfehlen, diese kleinere und weniger mächtige 
Steilform im Südatlantischen Ozean „Meteor-Kuppe“ zu nennen, Sie steigt nur bis 991 m aus der 
Tiefsee auf; als Bänke aber pflegt man nur solche Steilformen zu bezeichnen, die bis zur Tiefe 
der Scheifgrenze (zwischen 50 und 400 m) aufsteigen. — %) Th. Stocks, Die Echolotprofile des 
„Meteor“, Wiss. Ergeb. d. Deutsch. Atlant. Exped. „Meteor“ 1925/27, Bd. II, Berlin 1933. — °) Th. 
Stocks, G. Wüst, Die Tiefenverhältnisse des offenen Atlantischen Ozeans, Wiss, Ergebn. d. Deutsch. 
Atlant, Exped. „Meteor“ 1925/27. Bd. III, I, Teil, Berlin 1935,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.