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Full text: 67, 1939

IV, Einige morphologische Ergebnisse der „Meteor*-Fahrt Januar bis Mai 1938. 91 
man bereits einen neuartigen Einblick in den Aufbau des ozeanischen Unter- 
grundes im Schelfbereich erhalten‘), Ein weiterer Ausbau dieser Methoden zur 
Anwendung in der Tiefsee ist in Vorbereitung, Daneben erwartet man aus ver- 
besserten gecologisch-mineralogischen Methoden sowie aus der Auswertung magne- 
tischer Säkularvariationen ebenfalls weitere Aufschlüsse über den Meeresboden 9. 
Zur Zeit bleibt die Klärung der Topographie der wesentliche Beitrag zur 
Morphologie, den Expeditionen leisten können. Hier werden, wie die letzten 
Lotungen des „Meteor“ zeigen, immer noch überraschende Ergebnisse erzielt, 
Es wurde mit einem gerichteten Echolot der Atlaswerke, Bremen, während der 
ganzen Reise laufend in viertelstündigen Abständen (etwa alle 3 Seemeilen} 
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Abb, 1. Ausschnitt aus dem Echolotprofil XXI durch das Nordamerikanische Becken 
(24° 0 N, 65° 58‘ W bis 28° 10 N, 57° 10 W) und aus dem Echolotprofil XX. durch 
den Mittelatlantischen Rücken (16° 14’ N, 51° 4’W bis 17° 18 N, 42° 50 W). 
(In 100-facher Überhöhung.) 
gelotet. Bei gesteigerter Bodenunruhe wurden die Zwischenräume auf 5 Minuten, 
vereinzelt auf eine Minute, verringert, Der Kurs des „Meteor“ war, wo er nicht 
durch ozeanographische Profilarbeiten festgelegt war, schon im Expeditionsplan 
durch möglichst wenig erlotete Gebiete geführt, was besonders in der Anfahrt 
vom Englischen Kanal bis Portorico zum Ausdruck kommt. In einem Zickzack- 
kurs wurde der Mittelatlantische Rücken dreimal überquert; beim Ansteuern und 
Auslaufen von San Juan (Portorico) wurde der Portorico-Graben jedesmal ange- 
schnitten und dabei 8360 m®) als größter Echoabstand auf 19° 42’ N, 65° 55’ W 
erlotet, Eine bemerkenswerte Tiefe wurde ferner im Kanarenbecken ermittelt, 
die mit 6435 m auf 24° 49’N und 32° 37‘ W die bisher größte bekannte Tiefe 
im Nordost-Atlantischen Ozean darstellt. Ein glücklicher Zufall ließ uns auf 
dem dritten Profil (XXII) eine Bank auf etwa 30° N, 281/„° W kreuzen, die durch 
keinerlei Lotung in der Nähe auch nur angedeutet war, Bei genauem Abloten 
ergab sich die geringste Tiefe mit 262 m, In ihrer äußeren Form ist die Bank 
ein großes flaches Plateau, das nach allen Seiten steil bis über 4000 m abfällt. 
‘) M. Ewing, A, P, Crary, P. M. Rutherford, Geophysical investigations in the emerged and 
submerged Atlantie coastal plain, Part, I. Methods and Results, Bull. Geolog. Soc. of America, New 
York 1037, S. 753 ff. — " Symposium arranged by the American Geophysical Union held at the 
American Philosophical Society, Nov. 1937, Geophrysical Exploration of the ocean bottom, Proc, Amer, 
Philos, Soc, Band 79, 1938, — 5 Die angeführten Lotungen des „Meteor“ 1938 sind unreduzierte Echo- 
tiefen, Sie beziehen sich auf die Schallgeschwindigkeit 1500 m/sek, Bei Reduktion auf wahre Raum- 
schallgeschwindigkeit, die in diesem Falle rund 1530 m beträgt, gelangt man zu einer wahren Meeres- 
tiefe von 8520 bis .8580 m. Das würde praktisch der größten bekannten Tiefe im ganzen Atlantischen 
Ozean Eh die mittels Hand- oder Drahtlotung der amerikanische Kreuzer „Dolphin“ 1902 
mit 8525 m auf 19° 35’ N, 67° 43' W erzielte, die aber, da keine Bodeoprobe erlangt wurde, bisher als 
fraglich angesehen wurde (Th. Stocks, G, Wüst: Die Tiefenverhältnisse des. offenen Atlantischen Ozeans, 
Wiss, Ergeb, d. Deutschen Atlant, Expedition „Meteor* 1925/27, Bd. III, I. Teil, Berlin 1935, 8. 291 
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