III. Auslegung von Hochseepegeln.
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gemacht, das dafür durch tiefes und zugleich ruhiges Wasser besonders geeignet
ist; denn es liegt auf der Hand, daß das Ausbringen schwerer, aber zugleich
empfindlicher Registriergeräte bei bewegter See große Schwierigkeiten mit
sich bringt.
Als druckmessendes Element wurde zunächst die Bourdonröhre benutzt.
Hier beruht die technische Schwierigkeit darauf, daß die Röhre, die dem ganzen
Wasserdruck von der Meeresoberfläche bis zum Boden ausgesetzt ist, um so
yrößere Empfindlichkeit haben müßte, je tiefer das Meer an der Auslegestelle
Ca
m
X
+3
9
A
2%
3.08, 2MAM.GO
Abb. 1. Wasserstandskurve der südlichen Echobank.
Fr
m
m
= Pegel a
= Deaget *
5
+2 -
+18
fi
3
EM
3
A. 7838 20 9 M.6.2
Abb. 2. Wasserstandskurven der Pegelstation bei den Kapverdeschen Inseln,
ist, denn die Wasserstandsschwankungen werden im Verhältnis zur gesamten
Wassersäule mit wachsender Meerestiefe ständig kleiner. Diese Schwierigkeit ist
dadurch überwunden worden, daß mittels Preßluft ein Gegendruck erzeugt wurde,
der dem mittleren Wasserstand an der Auslegestelle entspricht. Damit sind die
Röhren nur noch Druckdifferenzen ausgesetzt, die den Wasserstandsschwan-
kungen entsprechen und die in der Instrumentenherstellung üblichen Typen
haben genügende Empfindlichkeit und sind brauchbar,
Bourdonröhren besitzen aber an sich Eigenschaften, die für Präzisions-
messungen ungünstig sind. Die ganze in Metall montierte Apparatur ist gegen
Temperaturänderungen und vor allem gegen leichteste Verbiegungen empfindlich
und unabhängig davon stören die Hysterese und die elastische Nachwirkung.
Darum ist H. Rauschelbach von der Bourdonröhre zur Luftfeder übergegangen,
d. h. in dem von ihm angegebenen Pegeltyp wird das Volumen einer von
Temperatur und Druck abhängigen, konstanten Luftmasse photographisch fest-
gehalten und durch gleichzeitige Aufzeichnung der Temperatur ist eine nach-
trägliche Berechnung des gesuchten Drucks möglich?), Dieser Pegeltyp ist anfangs
:) H. Rauschelbach: „Grundlagen für einen neuen Hochseepegel,“ Ann. d, Hydr. 1932, 8. 129,
— H. Rauschelbach: „Die Hochseepegelbeobachtungen im südlichen Kattegat im August 1931.“
Ann. d. Hydr. 1934, 8. 177 pp.