ji. Allgemeiner Reisebericht des Kommandanten, Fregattenkapitän Hain,
An Stationen wurden durchgeführt:
9 Dauerstationen zu je 60 Stunden,
32 ozeanographische Stationen
sowie eine große Reihe meeresgeologischer und erdmagnetischer Untersuchungen,
ferner täglich 2 bis 3 Radiosonden- und Pilotballon-Aufstiege; außerdem die
laufenden nautischen Versuchsaufgaben und die nicht einzeln ausgezählten Echo-
ljotungen, deren Gesamtsumme nach Schätzung die Zahl 20 000 erreichen dürfte.
Dieser stolze Erfolg ist in erster Linie dem vorzüglichen. Geist und der
Einsatzbereitschaft der ganzen Besatzung, daneben aber auch der stets verständnis-
vollen und reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kommando
zu danken, Es ist mir ein Bedürfnis, auch an dieser Stelle den Herren Wissen-
schaftern für die verständnisvolle Zusammenarbeit und das kameradschaftliche
und militärische Sicheinpassen in den Dienst des Kriegsschiffes meinen Dank zu
sagen, insbesondere den leitenden Herren der beiden Abschnitte, Ob,-Reg,-Rat
Dr. von Schubert und Reg.-Rat Geißler.
Il. Die ozeanographischen Arbeiten auf der zweiten Teilfahrt
der Deutschen Nordatlantischen Expedition, Januar bis Juli 1938.
Von ©. v, Schubert, Hamburg, Deutsche Seewarte,
Die Aufgabe der Deutschen Nordatlantischen Expedition — als Fortsetzung
der großen „Meteor“ Expedition der Jahre 1925 bis 1927 — ist in dem Bericht
über die erste Teilfahrt von A. Defant!) ausführlich dargelegt worden. Von ihm
ist auch der Plan für diese zweite Teilfahrt ausgearbeitet, wodurch ihre harmo-
nische Einfügung in den Gesamtplan der noch auszuführenden Fahrten gewähr-
leistet ist.
Die zweite Teilfahrt wurde in zwei Abschnitten und in wechselnder perso-
neller Besetzung durchgeführt. Der erste Abschnitt, vom 6. I. bis 10. V, 1938,
galt der Erledigung der drei großen Profile, welche in der Karte (Abb. 1) dar-
gestellt sind; der zweite Abschnitt vom 14, V. bis 21. VII 1938 hatte zwei Anker-
stationen von je dreitägiger Dauer und sechs Serienstationen als Wiederholung
vorjähriger Stationen zur Aufgabe. Auch diese sind in der Abb. 1 eingezeichnet,
Die Profile verlaufen in annähernd zonaler Richtung von 60° W bis etwa
zu den Endpunkten der Profile der ersten Teilfahrt, so daß also — wenigstens
auf den beiden südlichen Profilen — eine recht erhebliche Strecke gespart wurde,
Der Anschluß an die nördlichsten Profile der großen Expedition von 1925 bis
1927 ist ebenfalls aus der Karte ersichtlich. Die damalige Führung der Profile
— senkrecht zum Küstenverlauf und zum mittelatlantischen Rücken —, welche
im wesentlichen aus morphologischen Gründen gewählt war, ist bei der neuen
Expedition zugunsten der zonalen Anordnung verlassen worden.
Im ganzen wurden auf den drei Profilen 86 ozeanographische Stationen,
darunter zwei dreitägige Ankerstationen, durchgeführt, Ihre genaue Lage, das
Datum und die größte mit einem Schöpfer erreichte Tiefe sind aus Tab. 1 ersicht-
lieh, Die Stationen eines Profils haben einen Abstand von etwa 60 Sm vonein-
ander, jede zweite Station reicht nur bis 1500 m Tiefe. Die bis zum Boden
reichenden Stationen haben also denselben Abstand wie auf der großen Expedition;
dazwischen ist aber jedesmal eine flache Station eingeschoben, um für die Tropo-
sphäre und das Niveau des Zwischenwassers entsprechend der seitherigen Weiter-
entwicklung unserer Erkenntnis ein engeres Beobachtungsnetz zu gewinnen, Die
Schöpfertiefen waren die gleichen wie auf der großen Expedition und der ersten
Teilfahrt, die größte -erreichte Tiefe war 6000 m (Station 404 im südlichen
Kanarenbecken). Von den 43 tiefen Stationen erreichten 37 mindestens 4000 m Tiefe,
Die nördliche Ankerstation 438 — 12. bis 15, II. 1938 — lag auf einer Wasser-
tiefe von 2220 m, die südliche 385 — 26, bis 28. IV. 1938 -— auf einer Wasser-
tiefe von 2850 m. Auf beiden Stationen wurden stündlich ozeanographische
*) Bericht über die erste Teilfahrt der Deutschen Nordatlantischen Expedition des Forschungs-
und Vermessungssehiffes „Meteor“, Beiheft zu Ann, d. Hydrogr. u. mwarit. Met., September 1937. .