I. Allgemeiner Reisebericht des Kommandanten, Fregattenkapitän Hain.
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halbstocksgefahrene Flagge anläßlich der Befreiung der Ostmark wieder im Groß-
topp vorgeheißt. Tag und Nacht drängte sich die Besatzung um die Laut-
sprecher, um brennenden Herzens teilzunehmen an dem Erleben der Heimat.
Am 15. III. in den ersten Morgenstunden wurde auf etwa 24.8° N und 32.6° W
die bisher größte Tiefe des Nordatlantiks nächst dem Porto Rico-Graben mit
6500 m erlotet.
Am 22. III. war um 2100h mit Station 425 das Profil XXI beendet; sämtliche
28 Stationen dieses Profils waren planmäßig durchgeführt.
Vom Endpunkt des Profils wurde der Nordost Providence-Kanal auf den
Bahama-Inseln angesteuert und in der Nacht vom 25, bis 26. JII. erreicht, Im
Kanal wurden 3 meeresgeologische Grundprobenstationen durchgeführt und an-
schließend am 26. IIL nachmittags auf dem Nordschelf der großen Bahamabank,
8 Sm vom Stirrup Cay-Leuchtturm, geankert, und vor dem Einlaufen in Miami
der auf dem langen Seetörn hart mitgenommene Farbanstrich erneuert.
Am 27. IIL abends wurde Anker gelichtet und nach Erledigung von 2 weiteren
meeresgeologischen Grundprobenstationen im Nordwestprovidence-Kanal am 28.1II.
vormittags in Miami (Florida) eingelaufen und im Innenhafen festgemacht,
Bei der Ankunft traf das Schiff dort eine nach dem Anschluß Österreichs
kaum vorstellbare Greuelpropaganda in der Presse und eine dementsprechend
falsch orientierte öffentliche Meinung an. Allein durch das vorbildliche Auftreten
der Besatzung änderte sich die Haltung der Bevölkerung in kürzester Frist
derart, daß der Aufenthalt in Miami vom 28. III. bis 11. IV. für die gesamte
Besatzung der unvergeßliche Höhepunkt der ganzen Reise wurde,
Während am Liegeplatz im Hafen am 9. IV. vom Bug über die Toppen bis
zum Heck der Große Flaggenschmuck emporging, versammelten sich an Bord
Deutsche und Deutschamerikaner zur gemeinsamen Feier des Großdeutschen Tages
mit der Besatzung des Schiffes. Wie auf allen Kriegsschiffen im Ausland, wurde
auch auf „Meteor“ den im Ausland lebenden Reichsangehörigen Gelegenheit
zegeben, ihre Stimme zum Volksentscheid hier auf deutschem Boden abzugeben.
Aus Miami und Umgebung, aus den Reihen der Badegäste und der Durchreisenden
erschienen Reichsdeutsche aus den verschiedensten Städten der Vereinigten
Staaten, um ihrer Wahlpflicht zu genügen. Als am 10. IV. um 24005 die Wahl.
urne geöffnet wurde, wurden 91 Stimmscheine mit 91 Ja-Stimmen ausgezählt.
5. Miami (Florida) —Hamilton (Bermudas) 11, April bis 19. April 1988.
Nach dem Verlassen von Miami wurden auf Nordkurs zunächt zwei meeres-
geologische Grundprobenstationen in der Florida-Straße erledigt, später nord-
westlich und nördlich der Kleinen Bahama-Bank noch je eine weitere Station.
Wind und See, die bereits beim Auslaufen rauh waren, frischten bis Donnerstag,
den 14. IV., auf NO8 mit hoher, steiler Dünung aus NO auf, so daß das hart
arbeitende Schiff erst mit einem Tag Verspätung am Karfreitag, dem 15. IV,
die Bermudas erreichte. .
Hier lag das Schiff im Granaway-Deep vor Hamilton ruhig und geschützt
über die Osterfeiertage vom 15, bis 19, IV, Nach Ergänzung des Frischwassers
und Übernahme des gleichfalls verspätet eingetroffenen Nachschubs ging „Meteor“
am 20, IV. um 0630h wieder in See. Während die Besatzung in Musterungs-
divisionen auf dem Achterdeck angetreten war, stiegen um 0800 zur Feier des
Geburtstages des Führers die Toppflaggen empor.
6. Hamilton (Bermudas) —Sta,. Cruz (Tenerife) 20. April bis 18. Mai 1988,
Von den Bermudas aus wurde der westliche Endpunkt des nordöstlichsten
Profils (XXII) angesteuert; der Punkt wurde am 21. IV. morgens erreicht, das
Profil mit der Station 426 begonnen. i
Bis zum 26. IV, morgens waren 12 Stationen des Profils XXII erledigt. Das
Schiff stand auf 80° 0.7’N und 43° 48.7'W nach Lotungen wiederum über der
höchsten Falte des Atlantikrückens, dem vorgesehenen Platz für die 2. Tiefsee-
ankerstation. Auf 2210 m Tiefe wurde mit 4000 m Troß und wiederum mit nur
einem kleinen Tiefseeanker geankert.