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Full text: 67, 1939

Neuere Veröffentlichungen . 
567 
ntscheiden, ob der Antipassat lediglich aus dem 
darunterströmenden Passat gespeist wird, bzw. ob 
der Passat der Nordhalbkugel über den der Süd. 
nalbkugel hinweggreift oder umgekehrt, Alle 
3 prinzipiellen Möglichkeiten werden nachgewiesen. 
Der letzte Fall trete nur dann auf, wenn beide 
Windströmungen nicht durch eine Kalmenzone 
getrennt seien, Eine Ausbildung dieser Zone sei 
pur dann wahrscheinlich, wenn sich die nördlichen 
and die südlichen Luftmassen mit gleicher Tem- 
peratur und Bewegungsenergie begegnen, 
EB. Lange, 
über „Gang fehler in Tief. und Hochtemperaturen 
and ihre Bekämpfung“ führt in das verwickelte 
Sebiet der Präzisionsreglage, Der Verfasser, einer 
der herrorragendsten Regleure Deutschlands, löst 
zwar das Problem der Femstellung in Tief- und 
Hochtemperaturen nicht, bespricht jedoch die Mittel 
ind Wege, die in der Lage sind, die erkannten 
Fehler wenigstens zu verkleinern. Er wverhehlt 
dabei nicht, daß zur vollständigen Klärung dieser 
Frage vor allen Dingen erst das gerade hier 
wichtige Ölproblem gelöst werden muß, 
Unter den auf der Dresdener und Glashülter 
Tazung der Gesellschaft gehaltenen Vorträgen wäre 
sunächst zu nennen der Vortrag von Diph-Ing,- 
W. Noah über „Gewindemessung“, Auch hier 
wieder auf dem rein praktischen Gebiete der 
Ührentechnik wird eine Normung in der Uhren- 
herstellung bzw. der Herstellung der Einzelteile 
sefürwortet., Der Verfasser stellt die fünf Be- 
Aimmuogsstücke für Gewindemessungen Test: 
4ußendurch messer, Kerndurchmesser, Flanken- 
Iurchmesser, Steigung und T-illlankenwinkel, Für 
‚jedes dieser Bestimmungsstücke legt er in den fol- 
genden Kapiteln die Messung und Prüfung dar. 
Auf das Gebiet der Feinmessung führt der Vor- 
irag von Dr. J. Pfaffenberger über „ Feinmessung 
mit elektrischen Lehren“, Es handelt sich hier 
um eine Beschreibung der sog. „Eitas-Lehre“, die 
ach dem Prinzip der Anderung einer Induktivität 
unter dem Einfluß des Meßdruckes arbeitet. Diese 
Lehre wird heute sowohl bei der Prüfung von 
Präzisionsteilen in der Massenfertigung als auch 
bei der seibsttätigen Messung und Sortierung bei- 
spielsweise von Unruhwellen mit Erfolg angewendet, 
Einen weiteren Beitrag zu dem in der Zeit- 
neßkunde auch heute noch mit au erster Stelle 
stehenden Ölproblem gibt Ur. PP, Cuypers in 
seinem Vortrag „Bemerkungen zum Kälteverhalten 
von Übrenölen“. Ausgehend von der Viskosität 
and dem sog, Stockpunkt des Öles wendet sich 
Jer Verfasser gegen die Forderung. ein Öl herzu- 
stellen, das bei -+60° C und — 60°C seine Vis- 
kösiät gar nicht oder so wenig wie möglich ver- 
indert. An einem sehr treffenden Vergleich mit 
leu bei Autoömotoren verwendeten Ölen stellt der 
Verfasser fest, daß e8 unmöglich ist, ein Öl der 
hengenannten Forderung herzustellen, Er folgert 
hieraus eine allgemeine Beschränkung der Tempe- 
raturgrenzen auf + 50°C und — 30°C. Sofern 
yrößere Temperaturunterschiede vorkommen, muß 
dann wegen Fehlens eines tlüssigen Schmiermittels 
zu einem entsprechenden Kälteschutz der Uhren 
and in Betracht kommenden Apparate gegriffen 
werden, 
Dr. A. Repsold berichtet anschließend über 
„Das neue Durchgangsiustrument der Deutschen 
Secewarte“, Nach einer kurzen Einführung in die 
Theorie und Praxis der astronomischen Zeitbe- 
ximmung und einigen Andeutungen über die von 
anderen Nationen zur Zeitbestimmung benutzten 
nstromente beschreibt der Verfasser das in Zu- 
‚amımenarbeit der Deutschen Seewarte mit der 
Firma Carl Zeiss, Jena, bei letzterer hergestellte 
nstrament, das, wie durch zahlreiche Abbildungen 
zelegt wird, in vielen Einzelheiten von den bis- 
zerigen Instrumenten abweicht. Von diesen Neue- 
ungen seien hier genanut: die Umlegung und 
Entlastung des Instrumentes, die Beleuchtungsein- 
ächtungen, insbesondere des Niveaus, die Einstellung 
der Sterne, das Mikrometer und die Kontaktirommel 
sowie die Kollimatoren und der künstliche Stern. 
Die von dem Verfasser seinerzeit anläßlich seines 
Vortrages an das neue Instrument geknüpften 
Messen und Prüfen, Schriftenreihe der Gesellschaft 
für Zeitmeßkunde und Uhrentechnik, Herans- 
gegeben von Fr. A, Kames uud Prof, Dr.-Ing. 
H, Bock, 10. Band, Berlin 1939, 255 8, 89 Abb. 
Preis 6,80 RM. 
Mit diesem zehnten Band der Schriftenreihe 
vibt die Gesellschaft einen recht eindrucksvollen 
ind inhaltsreichen Bericht über ihre vielseitige 
Fätigkeit. 
Die Gesellschaft, die ihre Aufgabe in dem 
Zusammenschluß von Fachkundigen und Inter- 
eenten an der Zeitmeßkunde und Uhrentechnik 
zur Erörterung, Bearbeitung und Förderung wissen- 
schaftlicher, praktischer und künstigrischer Fragen 
Jieses Gebietes sieht, pflegt die Bände ihrer 
Schriftenreihe mit Titeln zu versehen. Auch der 
Titel dieses zehnten Bandes „Messen und Prüfen“ 
äßt wiederum deutlich die in jeder Beziehung 
iruchtbare Einstellung auf den Leitspruch „Aus 
der Praxis für die Praxis“ erkennen, 
Der Band enthält im wesentlichen die während 
Jer Tagung in Dresden und Glashütte 1938 ge- 
3altenen Vorträge und drei im den sich jährlich 
viederholenden Wettbewerben der Gesellschaft aua- 
zezeichnete bzw. angekaufte Arbeiten, 
Bereits die erste dieser Preisarbeiten von Dipl.- 
Ing. E. Unterwagner über „Untersuchungen ar 
Rad- und Yriebgrößen in Kleinuhren unter beson- 
Jerer Berücksichtigung der Normung“ führt in ein 
neute besonders im Vordergrund des Interesses 
stehendes Gebiet ein. Die Normung, die wertvolles 
Volksvermögen einsparen hilft, ist geräde auf dem 
Gebiete der Uhrentechnik eine immer wieder von 
len verschiedensten Kreisen erhobene Forderung, 
ie hier vorliegende Veröffentlichung, die wertvolle 
Vorarbeiten und brauchbare Anrezungen zu einer 
solchen Normung liefert, kann deshalb nur begrüßt 
werden. 
Eine weitere Preisarbeit von Dipl.-Ing. 
WW, Huth über „Untersuchungen über Uhrenlacke, 
QJie gegen synthetische Schmieröle beständig sind“, 
ringt neue positive Unterlagen und Anregungen 
’ür Verbesserungen auf dem Gebiete der Uhren- 
acke, Der Uhrenlack, der an den verschiedensten 
Stellen des Uhrwerkes dem Öl ausgesetzt ist, muß 
zegenüber den Olen eine möglichst große Bestän- 
ligkeit haben, da eine gegenseillige chemische Be- 
anflussung von Leck und Öl naturgemäß zu 
schlechten Gangleistungen der Uhren führt, Der 
Verfasser erläutert zunächst seine Prüfmethoden 
‚ür die Feststellung der Haftfestigkeit, der Härte 
and sonstigen Eigenschaften der Lacke und er- 
mittelte auf Grund seiner Prüfungen einen in jeder 
Hinsicht zufriedenstellenden Uhrenlack, Erfreulich 
st. die Feststellung des Verfassere, daß nur engste 
Zusammenarbeit zwischen Uhrenfabrikant und Lack- 
and Ölchemiker zu wirklich befriedigenden Ergeb- 
aissen führen kam. 
_ Kine beim wisseoschaftlichen Weitbewerb der 
sellschaft anyvekaufte Arbeit von A. Helwig
	        
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