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ntscheiden, ob der Antipassat lediglich aus dem
darunterströmenden Passat gespeist wird, bzw. ob
der Passat der Nordhalbkugel über den der Süd.
nalbkugel hinweggreift oder umgekehrt, Alle
3 prinzipiellen Möglichkeiten werden nachgewiesen.
Der letzte Fall trete nur dann auf, wenn beide
Windströmungen nicht durch eine Kalmenzone
getrennt seien, Eine Ausbildung dieser Zone sei
pur dann wahrscheinlich, wenn sich die nördlichen
and die südlichen Luftmassen mit gleicher Tem-
peratur und Bewegungsenergie begegnen,
EB. Lange,
über „Gang fehler in Tief. und Hochtemperaturen
and ihre Bekämpfung“ führt in das verwickelte
Sebiet der Präzisionsreglage, Der Verfasser, einer
der herrorragendsten Regleure Deutschlands, löst
zwar das Problem der Femstellung in Tief- und
Hochtemperaturen nicht, bespricht jedoch die Mittel
ind Wege, die in der Lage sind, die erkannten
Fehler wenigstens zu verkleinern. Er wverhehlt
dabei nicht, daß zur vollständigen Klärung dieser
Frage vor allen Dingen erst das gerade hier
wichtige Ölproblem gelöst werden muß,
Unter den auf der Dresdener und Glashülter
Tazung der Gesellschaft gehaltenen Vorträgen wäre
sunächst zu nennen der Vortrag von Diph-Ing,-
W. Noah über „Gewindemessung“, Auch hier
wieder auf dem rein praktischen Gebiete der
Ührentechnik wird eine Normung in der Uhren-
herstellung bzw. der Herstellung der Einzelteile
sefürwortet., Der Verfasser stellt die fünf Be-
Aimmuogsstücke für Gewindemessungen Test:
4ußendurch messer, Kerndurchmesser, Flanken-
Iurchmesser, Steigung und T-illlankenwinkel, Für
‚jedes dieser Bestimmungsstücke legt er in den fol-
genden Kapiteln die Messung und Prüfung dar.
Auf das Gebiet der Feinmessung führt der Vor-
irag von Dr. J. Pfaffenberger über „ Feinmessung
mit elektrischen Lehren“, Es handelt sich hier
um eine Beschreibung der sog. „Eitas-Lehre“, die
ach dem Prinzip der Anderung einer Induktivität
unter dem Einfluß des Meßdruckes arbeitet. Diese
Lehre wird heute sowohl bei der Prüfung von
Präzisionsteilen in der Massenfertigung als auch
bei der seibsttätigen Messung und Sortierung bei-
spielsweise von Unruhwellen mit Erfolg angewendet,
Einen weiteren Beitrag zu dem in der Zeit-
neßkunde auch heute noch mit au erster Stelle
stehenden Ölproblem gibt Ur. PP, Cuypers in
seinem Vortrag „Bemerkungen zum Kälteverhalten
von Übrenölen“. Ausgehend von der Viskosität
and dem sog, Stockpunkt des Öles wendet sich
Jer Verfasser gegen die Forderung. ein Öl herzu-
stellen, das bei -+60° C und — 60°C seine Vis-
kösiät gar nicht oder so wenig wie möglich ver-
indert. An einem sehr treffenden Vergleich mit
leu bei Autoömotoren verwendeten Ölen stellt der
Verfasser fest, daß e8 unmöglich ist, ein Öl der
hengenannten Forderung herzustellen, Er folgert
hieraus eine allgemeine Beschränkung der Tempe-
raturgrenzen auf + 50°C und — 30°C. Sofern
yrößere Temperaturunterschiede vorkommen, muß
dann wegen Fehlens eines tlüssigen Schmiermittels
zu einem entsprechenden Kälteschutz der Uhren
and in Betracht kommenden Apparate gegriffen
werden,
Dr. A. Repsold berichtet anschließend über
„Das neue Durchgangsiustrument der Deutschen
Secewarte“, Nach einer kurzen Einführung in die
Theorie und Praxis der astronomischen Zeitbe-
ximmung und einigen Andeutungen über die von
anderen Nationen zur Zeitbestimmung benutzten
nstromente beschreibt der Verfasser das in Zu-
‚amımenarbeit der Deutschen Seewarte mit der
Firma Carl Zeiss, Jena, bei letzterer hergestellte
nstrament, das, wie durch zahlreiche Abbildungen
zelegt wird, in vielen Einzelheiten von den bis-
zerigen Instrumenten abweicht. Von diesen Neue-
ungen seien hier genanut: die Umlegung und
Entlastung des Instrumentes, die Beleuchtungsein-
ächtungen, insbesondere des Niveaus, die Einstellung
der Sterne, das Mikrometer und die Kontaktirommel
sowie die Kollimatoren und der künstliche Stern.
Die von dem Verfasser seinerzeit anläßlich seines
Vortrages an das neue Instrument geknüpften
Messen und Prüfen, Schriftenreihe der Gesellschaft
für Zeitmeßkunde und Uhrentechnik, Herans-
gegeben von Fr. A, Kames uud Prof, Dr.-Ing.
H, Bock, 10. Band, Berlin 1939, 255 8, 89 Abb.
Preis 6,80 RM.
Mit diesem zehnten Band der Schriftenreihe
vibt die Gesellschaft einen recht eindrucksvollen
ind inhaltsreichen Bericht über ihre vielseitige
Fätigkeit.
Die Gesellschaft, die ihre Aufgabe in dem
Zusammenschluß von Fachkundigen und Inter-
eenten an der Zeitmeßkunde und Uhrentechnik
zur Erörterung, Bearbeitung und Förderung wissen-
schaftlicher, praktischer und künstigrischer Fragen
Jieses Gebietes sieht, pflegt die Bände ihrer
Schriftenreihe mit Titeln zu versehen. Auch der
Titel dieses zehnten Bandes „Messen und Prüfen“
äßt wiederum deutlich die in jeder Beziehung
iruchtbare Einstellung auf den Leitspruch „Aus
der Praxis für die Praxis“ erkennen,
Der Band enthält im wesentlichen die während
Jer Tagung in Dresden und Glashütte 1938 ge-
3altenen Vorträge und drei im den sich jährlich
viederholenden Wettbewerben der Gesellschaft aua-
zezeichnete bzw. angekaufte Arbeiten,
Bereits die erste dieser Preisarbeiten von Dipl.-
Ing. E. Unterwagner über „Untersuchungen ar
Rad- und Yriebgrößen in Kleinuhren unter beson-
Jerer Berücksichtigung der Normung“ führt in ein
neute besonders im Vordergrund des Interesses
stehendes Gebiet ein. Die Normung, die wertvolles
Volksvermögen einsparen hilft, ist geräde auf dem
Gebiete der Uhrentechnik eine immer wieder von
len verschiedensten Kreisen erhobene Forderung,
ie hier vorliegende Veröffentlichung, die wertvolle
Vorarbeiten und brauchbare Anrezungen zu einer
solchen Normung liefert, kann deshalb nur begrüßt
werden.
Eine weitere Preisarbeit von Dipl.-Ing.
WW, Huth über „Untersuchungen über Uhrenlacke,
QJie gegen synthetische Schmieröle beständig sind“,
ringt neue positive Unterlagen und Anregungen
’ür Verbesserungen auf dem Gebiete der Uhren-
acke, Der Uhrenlack, der an den verschiedensten
Stellen des Uhrwerkes dem Öl ausgesetzt ist, muß
zegenüber den Olen eine möglichst große Bestän-
ligkeit haben, da eine gegenseillige chemische Be-
anflussung von Leck und Öl naturgemäß zu
schlechten Gangleistungen der Uhren führt, Der
Verfasser erläutert zunächst seine Prüfmethoden
‚ür die Feststellung der Haftfestigkeit, der Härte
and sonstigen Eigenschaften der Lacke und er-
mittelte auf Grund seiner Prüfungen einen in jeder
Hinsicht zufriedenstellenden Uhrenlack, Erfreulich
st. die Feststellung des Verfassere, daß nur engste
Zusammenarbeit zwischen Uhrenfabrikant und Lack-
and Ölchemiker zu wirklich befriedigenden Ergeb-
aissen führen kam.
_ Kine beim wisseoschaftlichen Weitbewerb der
sellschaft anyvekaufte Arbeit von A. Helwig