Inmler, W,: Blindflugkurse,
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Damit sind aber die Grundelemente für die graphische Lösung der Aufgabe
ohne weiteres vorgelegt, um für jede Windrichtung und Windgeschwindigkeit die
erforderlichen Zahlenwerte zu ermitteln,
Man legt sich (Abb, 4) auf einem Zeichenbogen in zweckmäßig gewähltem
Maßstab die Strecke ZU entsprechend der Anflug Zeit von 7m hin, Dann zeichnet
man in gleichen Maßstab an ©” einen tangierenden Kreis mit einem Radius,
welcher einer Flugzeit für die volle Kurve von 3% == 180% entspricht. Dieser Kreis
wird mit einem Maßstab der Flugzeiten T,, bei C’ beginnend, unterteilt. Da der
Windweg für die Zeit T, aus der Windgeschwindigkeit bekannt ist, kann man
nun um Z einen Kreis beschreiben, dessen Radius gleich dem Windweg für 7m
ist, und hat damit von jedem Punkte W dieses Kreises aus nach Z den Windweg
in den letzten 7" des Fluges. In Abb. 4 ist dieser Kreis für die Windgeschwindig-
keit = 0,2. Eigengeschwindigkeit eingezeichnet. Nun stellt man sich im Maßstab
der Zeichnung zwei Skalen her, die eine für die Eigengeschwindigkeit, auf der
die abgeflogenen Zeiten T, aufgetragen sind. Über dem Nullpunkt wird in einer
Entfernung gleich dem Kreisradius des Kurvenfluges ein Punkt M angemerkt
und die Skala durch diesen Punkt M auf dem Kreismittelpunkt des Zeichenbogens
mit einer Nadel eingesetzt, so daß sie um diesen Punkt leicht drehbar ist. In
gleicher Weise stellt man sich einen Windgeschwindigkeitsmaßstab (in Abb. 4 für
W = 02) her, der von dem Nullpunkt der Skala an nach rechts und links auf-
getragen wird,
Nachdem auf diese Weise geschwindigkeitstreue Zeitmaßstäbe vorhanden sind,
kann die Berechnung der aufiretenden Werte graphisch erfolgen. Für eine vor-
gegebene Windrichtung mit dem Windwinkel w gegen die Schneisenrichtung be-
rechnet man sich den Luvwinkell für den Anflugskurs. Der Winkel w—l1 ist
dann der Windeinfallswinkel. Er wird in die Zeichnung bei Z au die Auflug-
windkurslinie angetragen. Auf diesen Windstrahl legt man die Windgeschwindig-
keitsskala auf, während man gleichzeitig die Eigengeschwindigkeitsskala um den
Drehpunkt M in Bewegung setzt. Durch Verschiebung der Windskala längs des
Windstrahles wird man eine Stelle erreichen können, daß auf ihm dieselbe Zeit-
zahl T, auf seinem linken Teil über W erscheint, wie an der Nullstelle der
Eigengeschwindigkeitsskala auf dem Kreis, und gleichzeitig auf der rechten Seite
der Windskala dieselbe Zahl T,, wie darunter auf dem Eigengeschwindig keits-
maßstab. Dieser Punkt wird auf dem Zeichenblock angemerkt und ist der Punkt A,
von dem die Zeiten aus rechnen, Da der drehbare Maßstab seine Drehung nur
in geringem Maße verändert, so kommt es fast nur auf ein Einpassen des Wind-
maßstabes von W aus an, Auf den Maßstäben läßt sich nunmehr ablesen: 1. die
Abflugzeit T, (in Abb. 4 327%==5m 27°); 2. die Kurvenflugzeit T, (hier == 838
== Jm 235), 3. Aus der Jetzteren ist aber auch der Abflugwindkurs zu entnehmen,
Zunächst ist der Winkel, welcher zu dem Anflugwindkurs zu addieren ist (s. 0.)
180° + & = 2T,. Die Orientierung des Anflugwindkurses zur Schneisenrichtung x
ist jedoch noch um den dazugehörigen Luywinkel | zu verändern, so daß als
Abflugwindkurs die Zahl x -/- 2 T, +1 herauskommt. 4, Der Anflugwindkurs ist
damit aber auch einfach x +1. Dies sind die vier Elemente, welche den Blind-
landevorgang vollständig bestimmen, Sie sind in der beifolgenden Tabelle für
alle Windrichtungen von 0° bis 180° gegen die Schneisenrichtung und alle Wind-
geschwindigkeiten von W==0 bis W=0,5 angegeben, und gelten demnach für
eine Linksblindflugkurve, Für Winde von Backbord (für den Anflug), also für
die Rechtsblindflugkurve, gelten entgegengesetzte Vorzeichen. In der ersten Spalte
jeder Säule steht die Zahl 2 T, +1, welche zur Schneisenrichtung x zu addieren
ist, um den Abflugswindkurs zu ergeben. Ist die Schneisenrichtung x mißweisend
angegeben, 80 ist also auch der Abflugswindkurs mißweisend, muß also gegebenen-
falls nur noch mit der Ablenkung versehen werden, um den Kompaßkurs zu
ergeben; die zweite Spalte enthält die Abflugzeit T,, die dritte Spalte die Kurven-
ugzeit T, in sec, die letzte Spalte den Luvwinkel beim Anflug, so daß der
Anflugswindkurs x +1 ist.
Abb. 5 enthält abschließend eine Zeichnung, in welcher die für die Luft
konstruierten Verhältnisse unter Zufügung der aufkommenden Windversetzungen