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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1939,
Zur Untersuchung des Grades der thermischen
Geichartigkeit einer horizontalen Luftschicht auf
gleichartiger und ebener Fläche, welche das flache,
mit niedriger Grasdecke bedeckte Ufer des Don
bildet, wurden 3 Stative mit Aßmannschen Pay-
;hrometern 20 m von einander entfernt aufgestellt,
Die Behälter für die Thermometer befanden sich
1/4, m hoch über der Erde, Es wurden mit Hilfe
von Signalen im Laufe von 1 oder 1'/, Stunden
alle 5 Minuten gleichzeitige Ablesungen vor-
zenommen und «diese Beobachtungen dreimal am
Tage ausgeführt: morgens, mittags und abends,
Als Beobachtungstage wurden sonnige, heiße Tage
mit gut ausgebildeter Bewölktheit mit Haufen-
wolken, d. bh. mit möglichst starken aufsteigenden
Strömen und Wirdeliätigkeit bei herannabendem
Gewitter genommen,
Das Material dieser Beobachtungen wurde be-
arbeitet, so daß man erhalten könnte: 1. die Unter-
schiede zwischen den Duckschnittstemperaturen der
3 Punkte; 2. die durchschnittliche Größe der Ver-
zchiedenheit, die zwischen diesen Punkten beobachtet
wurde, und 3, die maximale Verschiedenheit der
Temperaturen, die bei deo einzelnen Bestimmungen
zwischen zwei Punkten möglich ist, Tab. 1 zeigt
lie erhaltenen Werte, die ans 72 Beobachtungs-
fällen an jedem Punkt hergeleitet sind, Die durchs
schnittlichen Temperaturunterschiede zwischen den
Punkten waren gleich 0,2°, wobei eine gewisse
Tendenz zu ihrer Perzrößerung während der Tages-
sinnden bemerkbar ist (0,6° bis 0,89).
Zur Kontrolle dieser Resultate sind in Tab. 2
Angaben angeführt, welche auf dem Wege der
Bearbeitung von 243 Beobachtungspaaren einer
folgenden Serie auf Punkten, die 20 m voneinander
entfernt sind, erhalten wurden, Die Temperaturen
Helen an beiden Punkten zusammen, die größten
Unterschiede der einzelnen Ahblesungen blieben in
denselben Grenzen 0.6° bis 0.8°, Folglich kana
mas diese Größen für den wahren extremen Größen
sehr nahestehend ansehen. Die Untersuchung der
Verschiedenheit der Ablesungen an jedem Punkt
nach fünfminutigem Zeitraum zeigt, daß diese
Veränderungen im allgemeinen an allen Ponkten
mehr oder weniger gleichartig vor sich gehen,
wobei die durchschnittliche Verschiedepbheit zweier
Ablesungen, die 5 Minuten Abstand haben,
morgens 0,29, mittags 0.3° und abends 0,2° beträgt.
Die größten vorkommenden Temperatursprünge
während 5 Minuten machten 1.0° bis 1.1% aus,
Eine Vergröberuug der Einteilung der Skala
auf 1° wäre besonders ungüsstig bei mikroklima-
tischen Arbeiten, bei denen es nötig ist, Unter-
schiede auch von weniger als 1° festzustellen;
auß-rdem wäre sie ungünstig bei Temperatur-
bestimmungen nahe bei 0°, wodrei oder vier Zehntel
über oder unter Null die Frühfröste bestimmen und
das Gefrieren des Wassers bedingen; endlich würde
sie zu großen Fehlern verleiten bei der Bestimmung
der relativen Feuchtigkeit, besonders in Monaten
mit kleinen negativen Temperaturen und bei großer
Lufttrocekenheit. Bei negativen Temperaturen bis
5° verändert 1° in den Ablesungen der Tempe-
raturen die relative Feuchtigkeit um mehr als 15%,
Man muß Apparate von solcher Empfindlichkeit
anwenden, welche wenigstens keine Temperaturen
gibt, die sich von der wahren durchschnittlichen
für, einen gegebenen kleinen Zeitraum um mehr
als die durehschnittliche Abweichung unterscheiden,
die durch das Thermometer ohne Beharrungsver-
mögen bestimmt worden ist,
Hedwig Stoltenberg,
Ch. P. Pogaosjan, Die Inversion der Zusammen-
pressung in den Verhältnissen des Nordwestens
von USSR, „Meteorologia ı Hydrologia.“ Moskau
1936. Nr. 10. 8, 41 bis 51; mit 9 Tab, und
8 graph, Darst, (Russisch.}
inversionen der Senkung oder der Zusammen-
DE bilden sich als Ergebnis der Senkung der
ft in Gebieten hohen Druckes, daher werden sie
wech antizyklonale genannt. Sie werden durch
Sprünge der Temperatur und der Feuchtigkeit
;harakterisiert, Es wurden im ganzen 140 Fälle
‚on Inversion bei verschiedenen synoptischen
Situationen mit einer Gesamtzahl von 180 Auf-
stiegen untersucht.
Tab X zeigt die Verteilung der Senkungs-
inversionen nach Monaten,
Tab, 2 die Höhe der Mitte der Inversionsschicht,
Tab, 3 die vertikale Mächtigkeit der Schicht,
Tab, 4 den Temperatursprung der Inversions-
schicht,
Tab. 5 den Sprung der potenzialen Temperatur
az der Inversionsschicht,
Tab. 6 die Abnahme der relativen Feuchtigkeit
7om der unteren bis zur oberen Grenze der Inversion,
Tab 7 die Verschiexlenheit der spezifischen
Feuchtigkeit zwischen der unteren und der oberen
Grenze der Inversion,
Tab. S die Windrichtung in der Inversions-
schicht bei der Erdoberfläche,
Tab, 9 die Verteilung der Inversionen im
darischen Feld,
Es folgen einige Beispiele, die durch graphische
Darstellungen erläutert werden. |
Als Ergebois der Untersuchung kommt man
zw folgenden vorläufigen Resultaten:
1. Die Senkungsinversionen bilden sich in der
Regel in Antizyklonen während ihrer Verstärkung,
7orzugsweise in der westlichen Hälfte in den
varmen ausdauernden Luftmassen.
2, Als Kennzeichen der Unterscheidung der
Senkungsinversionen von der frontalen Aufgleit-
läche erscheint der Temperatursprung Bach der
Seita des Wachsens, und der Sprung der Feuchtig-
zeit nach der Seite der Abnahme von der unteren
8 zur oberen Grenze der Inversion; bei den Auf-
zleitfronten wächst, wie bekannt, die Feuchtigkeit
nit der Höhe. Die Senkungsinversionen lassen
ich Ohne vollwertige synoplische Analyse schwer
vom den frontalen Abgleitflächen unterscheiden,
3, Die Senkungsinversionen werden durch VYor-
zäünge bedingt, die im Winterhalbjahr vorherrschen,
aber können auch in den Sommermonaten entstehen,
4, Die meisten unmittelbaren Senkungsinver-
äonen (die kombinierten ausgenommen) kommen
ın der Schicht von 600 bis 1000 m über dem Meeres-
;piegel vor mit einer vertikalen Mächtigkeit von
wa 200 m.
5. Die vorherrschende Richtung der Luft-
strömungen in der Inversionssehicht ist südlich
and westlich, die Windgeschwindigkeit über der
oberen Girenze der Inversion größer als unter der
ıinteren.
6, Bei starken Inversionen bildet sich unter
der unteren Grenze des Sprunges in niedrigen
Niveaus eine ausdauernde Wolkeuschicht vom
Iyp StCu und St, Nicht relten fallen Nieder-
sehläge, aber unbedeutende, bisweilen werden Nebel
beobachtet,
7, Die Senkungsinversionen verbreiten sich
über große Flächen, daher kann man annehmen,
daß die oben angeführten Ergebnisse für den ganzen
Nordwesten von USSR gelten.