Kägi, E.: Einfluß d. Luftdruckes u, d, Windes auf d. Wasserstand an d, estländischen Küste. 541
von den Monatsmitteln sind nach folgender Formel *) berechnet worden:
”
Ahe= + | /:i +Eit-.- ER ,
n + (n—1)
wo E,, Ex Es... En die Abweichungen der einzelnen Beobachtungen von dem
arithmetischen Mittel und n die Anzahl der Beobachtungen darstellt,
Bei Tab. 5 und Fig, 2 fällt auf, daß alle Stationen das Maximum des Wasser-
standes im Oktober und das Minimum im Mai haben. Man könnte diese Extreme
als das Hauptmaximum bzw. -minimum bezeichnen, Neben diesen Extremen
tritt bei den meisten Stationen noch ein sekundäres Maximum im August und
ein sekundäres Minimum im März auf, die als Nebenmaximum bzw. -minimum
bezeichnet seien. Im allgemeinen kann man sagen, daß alle Stationen einen
ähnlichen jährlichen Gang des mittleren Wasserstandes haben, Die kleinen
Unterschiede sind zum Teil durch die Lage der Stationen bedingt (Fig, 1): Fil-
sand und Tahkona an der offenen Ostsee. Worms ist westwärts zum Teil durch
die Insel Dagö [Hiiumaa] geschützt, Reval liegt schon am Finnischen Meer-
busen und ist westwärts durch eine Halbinsel und nach NW teilweise durch die
Insel Nargö [Naissaar] geschützt. Loxa liegt im Innern einer schmalen Bucht,
and hat nur nach Norden freie Verbindung mit dem Finnischen Meerbusen.
Stenskär endlich liegt in der Mitte des Finnischen Meerbusens und schon weit
von der Ostsee entfernt; die Station hat aber nach allen Seiten offenes Wasser
und infolgedessen ist ihre Wasserstandskurve ganz ähnlich jener in Filsand,
Dasselbe sehen wir auch aus den mittleren Abweichungen: alle Stationen haben
den kleinsten Wert der mittleren Abweichung im August, und den größten im
Februar, nur bei Loxa tritt der Minimalwert etwas früher auf. Auch hier kann
inan bemerken, daß die Stationen, die ähnliche lokale Verhältnisse haben, auch
denselben Gang der mittleren Abweichung zeigen.
Tab. 6 beweist, daß Filsand, Tahkona und Stenskär als offengelegene Sta-
tionen kleinere Schwankungen des Mittelwassers aufweisen, während Worms, Reval
and Loxa infolge ihrer mehr geschützten Lage größere Schwankungen zeigen.
Vergleichen wir nunmehr die jährlichen Schwankungen des Mittelwassers
unserer Stationen mit denen von Orten der deutschen Ostseeküste**) (Tab, 7),
30 bemerken wir, daß die Amplituden in der Ostsee nach Osten und Norden
zunehmen; hierauf haben schon Kühnen***) und B. Schulz in ihren Arbeiten
aufmerksam gemacht; die Werte der Tab. 6 bestätigen die Regel.
3. Die ganz- und halbjährige Periode im Wasserstande.
Von den periodischen Schwankungen des Wasserstandes interessiert uns in
erster Linie eine ganz- und eine halbjährige Periode. Zur Berechnung der
Perioden des Mittelwasserstandes dient die folgende Formel+t):
h = ag + a, sin(A, + 6) + a, 8in (Ay 2a) + azsin (Ay 3a) ...,
WO 8, 8; 8g . . + die Amplituden und A,, Az, As... die Anfangsphasen sind ++).
‚ Kohlrausch, Friedrich. Lehrbuch der Praktischen Physik. Berlin 1927, Seite 2.
**) B. Schulz, Ann, d., Hydı. 1917. 8.252.
***) Kühnen, Das Mittelwasser der Ostsee usw, Veröffentl, des Kgl. Preußischen Geoadät. Institut.
Neue Folge, Nr. 70. Berlin 1916.
7?) Hann-Süring: Lehrbuch der Meteorologie, 1937, Seite 83,
tt) sin (A + «) = asin A cos «-}acos A +sin«; bezeichnen wir a-sin A mit p und a-cos A
mit q, dann tgA=p:q und a==p:sinA==q:cos A, Die Sinusreihe erhält demnach die Form:
h = a, ++ P, COS @ +4- q, sin « -+- p, cos 2 a -}-q, sin 2 a ++ ...
Bessel hat für die Berechnung p und q aus äquidistanten Beobachtungen folgende
Formel abgeleitet: .
Da = A u, + u, + 0.0 + Up.) N, der arithm, Mittelwert,
PD == [0 + u, cos & -Eu, cos2a4+4+ ... + u, 1, cOs(n—1)«]:tn,
9, = [v, sina-+ u sin2a-4 ,,. +0... Sin(n— 1) a]: An,
Py 3= [u + U, cos 2 a4 +1, cos 4 & + ... Up A—1)2«]: 40,
1, = [u sin Z2«-+u sin4a- ,.. + 0, _, sin (n—1)2e): tn,