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Full text: 67, 1939

Kägi, E.: Einfluß d. Luftdruckes u, d, Windes auf d. Wasserstand an d, estländischen Küste. 541 
von den Monatsmitteln sind nach folgender Formel *) berechnet worden: 
” 
Ahe= + | /:i +Eit-.- ER , 
n + (n—1) 
wo E,, Ex Es... En die Abweichungen der einzelnen Beobachtungen von dem 
arithmetischen Mittel und n die Anzahl der Beobachtungen darstellt, 
Bei Tab. 5 und Fig, 2 fällt auf, daß alle Stationen das Maximum des Wasser- 
standes im Oktober und das Minimum im Mai haben. Man könnte diese Extreme 
als das Hauptmaximum bzw. -minimum bezeichnen, Neben diesen Extremen 
tritt bei den meisten Stationen noch ein sekundäres Maximum im August und 
ein sekundäres Minimum im März auf, die als Nebenmaximum bzw. -minimum 
bezeichnet seien. Im allgemeinen kann man sagen, daß alle Stationen einen 
ähnlichen jährlichen Gang des mittleren Wasserstandes haben, Die kleinen 
Unterschiede sind zum Teil durch die Lage der Stationen bedingt (Fig, 1): Fil- 
sand und Tahkona an der offenen Ostsee. Worms ist westwärts zum Teil durch 
die Insel Dagö [Hiiumaa] geschützt, Reval liegt schon am Finnischen Meer- 
busen und ist westwärts durch eine Halbinsel und nach NW teilweise durch die 
Insel Nargö [Naissaar] geschützt. Loxa liegt im Innern einer schmalen Bucht, 
and hat nur nach Norden freie Verbindung mit dem Finnischen Meerbusen. 
Stenskär endlich liegt in der Mitte des Finnischen Meerbusens und schon weit 
von der Ostsee entfernt; die Station hat aber nach allen Seiten offenes Wasser 
und infolgedessen ist ihre Wasserstandskurve ganz ähnlich jener in Filsand, 
Dasselbe sehen wir auch aus den mittleren Abweichungen: alle Stationen haben 
den kleinsten Wert der mittleren Abweichung im August, und den größten im 
Februar, nur bei Loxa tritt der Minimalwert etwas früher auf. Auch hier kann 
inan bemerken, daß die Stationen, die ähnliche lokale Verhältnisse haben, auch 
denselben Gang der mittleren Abweichung zeigen. 
Tab. 6 beweist, daß Filsand, Tahkona und Stenskär als offengelegene Sta- 
tionen kleinere Schwankungen des Mittelwassers aufweisen, während Worms, Reval 
and Loxa infolge ihrer mehr geschützten Lage größere Schwankungen zeigen. 
Vergleichen wir nunmehr die jährlichen Schwankungen des Mittelwassers 
unserer Stationen mit denen von Orten der deutschen Ostseeküste**) (Tab, 7), 
30 bemerken wir, daß die Amplituden in der Ostsee nach Osten und Norden 
zunehmen; hierauf haben schon Kühnen***) und B. Schulz in ihren Arbeiten 
aufmerksam gemacht; die Werte der Tab. 6 bestätigen die Regel. 
3. Die ganz- und halbjährige Periode im Wasserstande. 
Von den periodischen Schwankungen des Wasserstandes interessiert uns in 
erster Linie eine ganz- und eine halbjährige Periode. Zur Berechnung der 
Perioden des Mittelwasserstandes dient die folgende Formel+t): 
h = ag + a, sin(A, + 6) + a, 8in (Ay 2a) + azsin (Ay 3a) ..., 
WO 8, 8; 8g . . + die Amplituden und A,, Az, As... die Anfangsphasen sind ++). 
‚ Kohlrausch, Friedrich. Lehrbuch der Praktischen Physik. Berlin 1927, Seite 2. 
**) B. Schulz, Ann, d., Hydı. 1917. 8.252. 
***) Kühnen, Das Mittelwasser der Ostsee usw, Veröffentl, des Kgl. Preußischen Geoadät. Institut. 
Neue Folge, Nr. 70. Berlin 1916. 
7?) Hann-Süring: Lehrbuch der Meteorologie, 1937, Seite 83, 
tt) sin (A + «) = asin A cos «-}acos A +sin«; bezeichnen wir a-sin A mit p und a-cos A 
mit q, dann tgA=p:q und a==p:sinA==q:cos A, Die Sinusreihe erhält demnach die Form: 
h = a, ++ P, COS @ +4- q, sin « -+- p, cos 2 a -}-q, sin 2 a ++ ... 
Bessel hat für die Berechnung p und q aus äquidistanten Beobachtungen folgende 
Formel abgeleitet: . 
Da = A u, + u, + 0.0 + Up.) N, der arithm, Mittelwert, 
PD == [0 + u, cos & -Eu, cos2a4+4+ ... + u, 1, cOs(n—1)«]:tn, 
9, = [v, sina-+ u sin2a-4 ,,. +0... Sin(n— 1) a]: An, 
Py 3= [u + U, cos 2 a4 +1, cos 4 & + ... Up A—1)2«]: 40, 
1, = [u sin Z2«-+u sin4a- ,.. + 0, _, sin (n—1)2e): tn,
	        
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