Neuere Veröffentlichungen,
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für die Nord- und Südküste 8 Sm 7 Tag (maximal
14 Sm/Tag), für die West- und Ostküste noch
größere angegeben, Die Richtung und Geschwin-
digkeit des Küstenstromes werden aber in weit-
yehendem Maße durch starke Veränderungen in
den isländischen Windverhältnissen einerseits und
die Vorherrzschaft der hier besonders kräftig aus-
gebildeten Gezeitenströäme andererseits beeinflußt,
Im dritten Abschnitt werden in kurzen Zügen
die isländischen Gezeitenverhältnisse beleuchtet,
Die auf die Südküste Islands treffende atlantische
Gezeitenwelle breitet sich auch antizyklonal mit
einer mittleren Geschwindigkeit von &0 ®m/Std
am Island aus, wobei ihre Geschwindigkeit im
Osten abnimmt, Der Tidenhub ist im ZW Islands
am größten (bei Springtide in Reykjavik 4.5 m),
an der Ost- und Nordküste am kleinsten (1,5 m).
Der Ebdbstrom bewegt sich in entgezenyesetzter
Richtung des um Island ausgebildeten Reststromes,
Die Maximalgeschwindigkeit des Gezeitenstromes
in den Fjorden und an der Küste kann zur Spring-
zeit 5 bis 7 Knoten, im Offenen Wasser bis zu
3 Knoten betragen. Au Hand eines Beispiels
‘Fig, 31 werden die Gezeitenstromverbältnisse in
Faxafloi (Bucht vor Reykjavik} in 25 m Tiefe im
einzelnen dargelegt.
Jm vierten Abschnitt werden Mönastskarten
der Oberflächenwassertemperatur (nach Ryder) für
Februar, Mai, August und November eingehend
miteinander verglichen (Fig. 4 bis 7). Große Tem-
peraturschwankungen treten im Südosten von Island
auf, Innerhalb weniger Meilen schon sind scharf
gezeichnete Temperaturgrenzen zwischen dem
warmen atlantischen und dem kalten arktischen
Wasserkörper zu beobachten. Bemerkenswert ist,
laß der Temperaturunterschied zwischen dem
Norden und Süden im Winter (55°C) größer ist
als im Sommer (3.5°C). In Fig, 8 ist der Jahres-
zang der Oberflächenwassertemperatur des islän-
dischen Küstenwassers dargestellt, Die Jahre
Amplitude beträgt für die Süd- und Ostküste 5° ©,
für die West- und Nordküste 7°C, Die Minimal-
ljemperaturen werden im Süden im Februar, im
Westen und Norden im März und im Osten im
März/April erreicht, die maximalen dagegen im
August, Die Verschiebung der Eintrittszeiten der
Minimaltemperaturen von Südwest über Nord nach
Ost unterstreicht besonders den starken Einfluß
des Ostgrönland- und Ostislandstromes auf das
‘sländische Küstenwasser im Frühjahr. Im Sommer
herrschen im Norden, sogar höhere Temperaturen
als im Osten vor, Die extremsten Verhältnisse
zwischen Winter- und Sommerzustand werden
natürlich in Küstennähe und in den Fijorden be-
obachtet, Zum Schluß dieses Abschnittes werden
in der Tab, ] mittlere Monatstemperaturen des
Oberflächenwassers ausgewählter Küstenstationen
veröffentlicht,
Nur sehr kurz werden im fünften Abschnitt
Jie Salzgehaltsverhältnisse des Oberflächen wassers
behandelt, Fig. 9 gibt die mittlere Salzgehalts-
vertellung und die Lage der Eisgrenzen im April
und August im Norden wieder, Die Grenze des
35% atlantischeu Wassers yegen das Küsten-
Fasser im Süden fällt ungefähr mit der Laye der
200 m-Tiefenlinie zusammen. Durch den Einfluß
der Kisschmelze auf das nördliche Küsten wasser
werden hier große Salzgehaltsschwankungen her-
vorgerufen (zwischen 31.5 und 34.9 % 9).
Im sechsten Abschnitt werden die hydro-
graphischen Verbältnisse der Tiefe auseinander-
veseizt, An Hand des senkrecht zur ostislänclischen
Küste gelegenen 200 Meilen lang betragenen
Langanes-Schmnittes werden die verschiedenen über-
Anander lagernden Wasserkörper eingehend be-
schrieben (Fıg, 10) Unterhalb von 400 bis 600 m
yefindet sich das mit negativen Temperaturen und
Salzgehalten zwischen 34.90/.94%/u, ausgezeichnete
ırktische Boclenwasser, Es ist das nördlich und
jordöstlich von Jan Mayen im Winter in die Tiefe
zesunkene Oberflächenwasser, Hierüber lagert
weiter östlich. das atlantische Wasser des nordöst-
ich setzenden Golfstromzweiges mit hohen Tem-
peraturen und Balzgehalten, Die Deckschicht
Yimmt das mit Salzgehalten von 34.7 bis 34.9 4
yusgezeichnete arktische Wasser ein. Dieses
schließt am Kontinentalabfall in ungefähr 200 bis
300 m "Tiefe das kältere (unter 0°C) Wasser des
ach Süden setzenden Östislandstromes ein. Die
Wassermassen südlich und wesilich von I-Jand
änd als Mischung von zwei Wasserkörpern aufzu-
'assen, dem nordatlantischen Bodenwasser und dem
aordatlantischen Winteroberflächenwasser, Diese
xiederum werden von einer nur 50 bis 100 m
licken Deckschicht, deren Temperaturen jahres-
zeitlich bedingt sind, überlagert. Das atlantische
Bodenwasser mit rund 2.5°C und 34,9%%4 bildet
sich im Winter an der Öberfläche südöstlich von
Srönland, jenes sinkt ab und erfüllt das nord-
ıtlantische Becken unterhalb 3000 m. In der
Fig. 11 zeigt der Vertikalaufbau des Wassers süd-
Kch, nördlich und östlich von Island bis 1500 m
Tiefe weniger große Salzgehalts-, als rielmehr be-
;rächtliche Temperaturunterschiede.
Der bis heute wichtigste Abschnitt dieses
Werkes ist der siebente, welcher zum erstenmal
lie hydrographischen Verhältnisse des Küsten-
wassers innerhalb des isländischen Schelfgebietes
zusammenfassend behandelt, Wie zu erwarten,
werden hier zeitlich und örtlich große Temperatur-
and Salzgehaltsschwankungen in horizöntaler und
‚ertikaler Richtung beobachtet, In der Nähe von
7lußmündungen kann der Salzgehalt des Ober-
‘Jächenwassers bis anf 30%. sinken, Aber schon
anterhalb von 50m stellt man Werte zwischen 34
and 35% fest, Im einzelnen wird besonders die
Jydrographie der Faxe-Bucht (Faxafidi) auf Grund
ler Beobachtungen von zwei festen Punkten süd-
westlich von Akranes und nördlich von Skagl ge-
schildert. Die Salzgehaltsschwankungen der Ober-
‘liche bewegen sich hier zwischen 1.4 und 1.8 0
am Boden (50 m) zwischen 0,6 und 0,7% 44 (Tab. 2}.
Neu und sehr wertvoll sind die in Tab, 3 uud 4
riedergegebenen hydrographischen Daten für die
ahreszeitlichen Verhältnisse an diesen Beobach-
ungspunkten. Bedeutende thermohaline Schich-
Ang wird von Mai bis September beobachtet. In
len übrigen Monaten überwiegt die haline Schich-
ung und nur eine geridge Zunahme der Tem-
eratur mit der Tiefe (Fig. 12 bis 15) ist vor-
1anden, Von besonderer Bedeutung sind die in
len letzten „Jahren (seit 1934) von den dänischen
Fischereischutzbooten auf vier Vertikalschnitten
juer zur Küste Islands au-geführten bydrographi-
schen Beobachtungsserien geworden: querab Vestra-
horn (Fig, 16), Selvogsbanki (Fig. 17) Kögur
‘Fig. 18) und Langanes (Fig. 20). Vorläufi
werden nur die Ergebnisse aus Sommer- und
Wintermonaten miteinander verglichen, Im Sommer
zerzacht stabile Lagerung der einzelnen Wasser-
zörper vor. Das Küstenwasser dehnt sich zu dieser
Jahreszeit weit seewärtea aus und verursacht eine
usgeprägte haline Schichtung, Labile Lagerung
der Wasserkörper überwiegt im Winter. Das