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Full text: 67, 1939

Neuere Veröffentlichungen, 
5383 
für die Nord- und Südküste 8 Sm 7 Tag (maximal 
14 Sm/Tag), für die West- und Ostküste noch 
größere angegeben, Die Richtung und Geschwin- 
digkeit des Küstenstromes werden aber in weit- 
yehendem Maße durch starke Veränderungen in 
den isländischen Windverhältnissen einerseits und 
die Vorherrzschaft der hier besonders kräftig aus- 
gebildeten Gezeitenströäme andererseits beeinflußt, 
Im dritten Abschnitt werden in kurzen Zügen 
die isländischen Gezeitenverhältnisse beleuchtet, 
Die auf die Südküste Islands treffende atlantische 
Gezeitenwelle breitet sich auch antizyklonal mit 
einer mittleren Geschwindigkeit von &0 ®m/Std 
am Island aus, wobei ihre Geschwindigkeit im 
Osten abnimmt, Der Tidenhub ist im ZW Islands 
am größten (bei Springtide in Reykjavik 4.5 m), 
an der Ost- und Nordküste am kleinsten (1,5 m). 
Der Ebdbstrom bewegt sich in entgezenyesetzter 
Richtung des um Island ausgebildeten Reststromes, 
Die Maximalgeschwindigkeit des Gezeitenstromes 
in den Fjorden und an der Küste kann zur Spring- 
zeit 5 bis 7 Knoten, im Offenen Wasser bis zu 
3 Knoten betragen. Au Hand eines Beispiels 
‘Fig, 31 werden die Gezeitenstromverbältnisse in 
Faxafloi (Bucht vor Reykjavik} in 25 m Tiefe im 
einzelnen dargelegt. 
Jm vierten Abschnitt werden Mönastskarten 
der Oberflächenwassertemperatur (nach Ryder) für 
Februar, Mai, August und November eingehend 
miteinander verglichen (Fig. 4 bis 7). Große Tem- 
peraturschwankungen treten im Südosten von Island 
auf, Innerhalb weniger Meilen schon sind scharf 
gezeichnete Temperaturgrenzen zwischen dem 
warmen atlantischen und dem kalten arktischen 
Wasserkörper zu beobachten. Bemerkenswert ist, 
laß der Temperaturunterschied zwischen dem 
Norden und Süden im Winter (55°C) größer ist 
als im Sommer (3.5°C). In Fig, 8 ist der Jahres- 
zang der Oberflächenwassertemperatur des islän- 
dischen Küstenwassers dargestellt, Die Jahre 
Amplitude beträgt für die Süd- und Ostküste 5° ©, 
für die West- und Nordküste 7°C, Die Minimal- 
ljemperaturen werden im Süden im Februar, im 
Westen und Norden im März und im Osten im 
März/April erreicht, die maximalen dagegen im 
August, Die Verschiebung der Eintrittszeiten der 
Minimaltemperaturen von Südwest über Nord nach 
Ost unterstreicht besonders den starken Einfluß 
des Ostgrönland- und Ostislandstromes auf das 
‘sländische Küstenwasser im Frühjahr. Im Sommer 
herrschen im Norden, sogar höhere Temperaturen 
als im Osten vor, Die extremsten Verhältnisse 
zwischen Winter- und Sommerzustand werden 
natürlich in Küstennähe und in den Fijorden be- 
obachtet, Zum Schluß dieses Abschnittes werden 
in der Tab, ] mittlere Monatstemperaturen des 
Oberflächenwassers ausgewählter Küstenstationen 
veröffentlicht, 
Nur sehr kurz werden im fünften Abschnitt 
Jie Salzgehaltsverhältnisse des Oberflächen wassers 
behandelt, Fig. 9 gibt die mittlere Salzgehalts- 
vertellung und die Lage der Eisgrenzen im April 
und August im Norden wieder, Die Grenze des 
35% atlantischeu Wassers yegen das Küsten- 
Fasser im Süden fällt ungefähr mit der Laye der 
200 m-Tiefenlinie zusammen. Durch den Einfluß 
der Kisschmelze auf das nördliche Küsten wasser 
werden hier große Salzgehaltsschwankungen her- 
vorgerufen (zwischen 31.5 und 34.9 % 9). 
Im sechsten Abschnitt werden die hydro- 
graphischen Verbältnisse der Tiefe auseinander- 
veseizt, An Hand des senkrecht zur ostislänclischen 
Küste gelegenen 200 Meilen lang betragenen 
Langanes-Schmnittes werden die verschiedenen über- 
Anander lagernden Wasserkörper eingehend be- 
schrieben (Fıg, 10) Unterhalb von 400 bis 600 m 
yefindet sich das mit negativen Temperaturen und 
Salzgehalten zwischen 34.90/.94%/u, ausgezeichnete 
ırktische Boclenwasser, Es ist das nördlich und 
jordöstlich von Jan Mayen im Winter in die Tiefe 
zesunkene Oberflächenwasser, Hierüber lagert 
weiter östlich. das atlantische Wasser des nordöst- 
ich setzenden Golfstromzweiges mit hohen Tem- 
peraturen und Balzgehalten, Die Deckschicht 
Yimmt das mit Salzgehalten von 34.7 bis 34.9 4 
yusgezeichnete arktische Wasser ein. Dieses 
schließt am Kontinentalabfall in ungefähr 200 bis 
300 m "Tiefe das kältere (unter 0°C) Wasser des 
ach Süden setzenden Östislandstromes ein. Die 
Wassermassen südlich und wesilich von I-Jand 
änd als Mischung von zwei Wasserkörpern aufzu- 
'assen, dem nordatlantischen Bodenwasser und dem 
aordatlantischen Winteroberflächenwasser, Diese 
xiederum werden von einer nur 50 bis 100 m 
licken Deckschicht, deren Temperaturen jahres- 
zeitlich bedingt sind, überlagert. Das atlantische 
Bodenwasser mit rund 2.5°C und 34,9%%4 bildet 
sich im Winter an der Öberfläche südöstlich von 
Srönland, jenes sinkt ab und erfüllt das nord- 
ıtlantische Becken unterhalb 3000 m. In der 
Fig. 11 zeigt der Vertikalaufbau des Wassers süd- 
Kch, nördlich und östlich von Island bis 1500 m 
Tiefe weniger große Salzgehalts-, als rielmehr be- 
;rächtliche Temperaturunterschiede. 
Der bis heute wichtigste Abschnitt dieses 
Werkes ist der siebente, welcher zum erstenmal 
lie hydrographischen Verhältnisse des Küsten- 
wassers innerhalb des isländischen Schelfgebietes 
zusammenfassend behandelt, Wie zu erwarten, 
werden hier zeitlich und örtlich große Temperatur- 
and Salzgehaltsschwankungen in horizöntaler und 
‚ertikaler Richtung beobachtet, In der Nähe von 
7lußmündungen kann der Salzgehalt des Ober- 
‘Jächenwassers bis anf 30%. sinken, Aber schon 
anterhalb von 50m stellt man Werte zwischen 34 
and 35% fest, Im einzelnen wird besonders die 
Jydrographie der Faxe-Bucht (Faxafidi) auf Grund 
ler Beobachtungen von zwei festen Punkten süd- 
westlich von Akranes und nördlich von Skagl ge- 
schildert. Die Salzgehaltsschwankungen der Ober- 
‘liche bewegen sich hier zwischen 1.4 und 1.8 0 
am Boden (50 m) zwischen 0,6 und 0,7% 44 (Tab. 2}. 
Neu und sehr wertvoll sind die in Tab, 3 uud 4 
riedergegebenen hydrographischen Daten für die 
ahreszeitlichen Verhältnisse an diesen Beobach- 
ungspunkten. Bedeutende thermohaline Schich- 
Ang wird von Mai bis September beobachtet. In 
len übrigen Monaten überwiegt die haline Schich- 
ung und nur eine geridge Zunahme der Tem- 
eratur mit der Tiefe (Fig. 12 bis 15) ist vor- 
1anden, Von besonderer Bedeutung sind die in 
len letzten „Jahren (seit 1934) von den dänischen 
Fischereischutzbooten auf vier Vertikalschnitten 
juer zur Küste Islands au-geführten bydrographi- 
schen Beobachtungsserien geworden: querab Vestra- 
horn (Fig, 16), Selvogsbanki (Fig. 17) Kögur 
‘Fig. 18) und Langanes (Fig. 20). Vorläufi 
werden nur die Ergebnisse aus Sommer- und 
Wintermonaten miteinander verglichen, Im Sommer 
zerzacht stabile Lagerung der einzelnen Wasser- 
zörper vor. Das Küstenwasser dehnt sich zu dieser 
Jahreszeit weit seewärtea aus und verursacht eine 
usgeprägte haline Schichtung, Labile Lagerung 
der Wasserkörper überwiegt im Winter. Das
	        
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