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Full text: 67, 1939

Kleinere Mitteilungen, 
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Ferner brauchen die von einem farbentüchtigen und farbengeübten Auge 
konsequent durchgeführten Schätzungen der Farbe des atlantischen Wassers 
nicht ohne vergleichende Bedeutung zu sein, Zwar mehr nach der physiologisch- 
optischen und geographischen Seite hin als nach der physikalischen, 
Die Veröffentlichung der Ergebnisse soll in den Ann, d. Hydr. in der 
Weise erfolgen, daß drei größere Aufsätze je die Sonnenstrahlung, die Himmels- 
helligkeit und Himmelsfarbe, und die Sicht auf See behandeln. Die Resultate 
mehr gelegentlichen Charakters kommen in die „Klieineren Mitteilungen“ der. 
selben Zeitschrift, 
5. Es mögen hier einige kritische Erwägungen angeschlossen werden, 
die bei der Betrachtung des KReiseweges und bei der Durchsicht der Beob- 
achtungen als Ganzes sich aufdrängen. Zunächst die Route der Fahrt, Sie war 
tür eine ozeanische Forschungsfahrt nicht ozeanisch genug, ÖOzeanisch war nur 
die Strecke zwischen den Kapverden und Fernando Noronha, Vorher und nachher 
lieb der Kurs zu dicht an den kontinentalen Rändern, zwar nicht in Sicht des 
Landes, aber doch zu nahe insbesondere bei der brasilianischen Küste, als daß 
man die gewonnenen Ergebnisse ohne Vorbehalt für den freien Ozean bean- 
spruchen könnte, 
Die Instrumente müssen dem Bordgebrauch mehr adaptiert werden. Es ist 
sin Freihandaktinometer (Thermosäule) herzustellen, das im selben Gesichtsfeld 
das Leitbild der Sonne und die Ablesung der Strahlungsintensität vereinigt. Eine 
anologe Forderung gilt für Himmelshelligkeit und Himmelsfarbe; da mögen die 
deobachtungstechnischen Umstände ein wenig komplizierter liegen, Indes beide 
Apparaturen bieten der Feinmechanik nicht die geringste Schwierigkeit; die 
Aufgabe wird durch den Auftrag gelöst. 
Schließlich der Hinweis, daß am Sichtmesser ein Fernrohr schwer vermißt 
wurde, Die Landobjekte hätten sich viel weiter verfolgen lassen, wäre ein Fern- 
rohr mit variabler Vergrößerung vorhanden gewesen; weit eindringlicher ließen 
sich dann die Vergleichungen mit den Sichttheorien aufstellen und ihre Un, 
stimmigkeiten zeigen. Deren Gründe — cura posterior. Über die relative An- 
ordnung von Fernrohr und Trübungskeil besteht kein Zweifel. — Einen wert- 
vollen Beitrag zum Sichtproblem von einer andern Seite her würde zweifellos 
die Beobachtung der „Tragweite“ selbstleuchtender Lichtquellen bedeuten, wie 
man sie in den Leuchttürmen ständig vor Augen hat, Und ebenso zweifellos 
würde man da mit Gewinn an Erkenntnis den Trübungskeil durch einen klaren 
photometrischen Keil zu ersetzen versuchen. Vgl. dazu eine Bemerkung in Anp, 
a. Hyadr., 66, 1938 Juli, 8359, 
Bei der raschen Veränderlichkeit des Schiffsortes in Breite und Länge ist 
die Berechnung der Zenitdistanz der Sonne (auf 0.1° oder 1°), deren man für 
die meisten Aufgaben aus der meteorologischen Optik bedarf, eine langwierige 
und langweilige Angelegenheit, Man möchte wünschen, daß die FGH-Tafeln für 
die ZD, wie sie im „Seewart“, 7, 1938, S, 171, beschrieben werden, schon existierten, 
Denn sie sind bequem und halten, ähnlich den Perrinschen ABC-Tafeln für das 
Azimut, gerade die beschränkte Genauigkeit inne, die man geophysikalisch (und 
aeronautisch) braucht. 
Die auf der Reise benutzten Instrumente sind z, T. Eigentum des Verf, z.T. 
Eigentum der im vorigen Jahr aufgelassenen Universitätssternwarte Kiel, für die 
der Verf. sie anschaffte und in deren Werkstatt er die einfachen Konstruktionen 
ausführte; „Konstruktion“ klingt schon zu koch. Das Aspirations-Psychrometer 
gehörte der Seewarte, 
Aufs Ganze gesehen liefert die Forschungsfahrt an Bord der „Buenos Aires“ 
1938 einen Meridianquerschnitt durch die atmosphärische Optik des Atlantischen 
Ozeans im Sommer der nördlichen Hemisphäre, Nicht unnütz anzumerken, daß 
das Wetter die ganze Reise und alle Beobachtungen auf dem Meere und auf dem 
Paranä im Landesinnern unvergleichlich — im bürgerlichen Schönwettersinne 
verstanden — begünstigte.
	        
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