Schmidt, Gerh,: Zyklonen auf ungewöhnlichen Zugbahnen,
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ganz allmählich auf, Noch etwa zwei Tage lang ist sie in der Zirkulation zu
erkennen.
Auch hier haben wir ein bemerkenswertes Beispiel für die Kompliziertheit
der atmosphärischen Verknüpfungen vor uns, die es dem Meteorologen vielfach
unmöglich machen, die Erscheinungen theoretisch exakt und praktisch recht.
zeitig zu erfassen, wie es im einzelnen Falle wünschenswert wäre.
Die potentiellen Aquivalenttemperaturen Islands und Mittelrußlands
nach Aufstiegen aus Reykjavik und Moskau.
Von R. Penndorf, Leipzig.
(Hierzu Tafel 51 mit Abbildung 2.)
Zusammenfassung, Das Thetagramm enthält die Typhomologen frisch einbrechender Lultmassen,
zültig für Mi Aus dem Material des Polarjabres werden für Island die Typhomölogen
berechnet, soweit es das Material erlaubt, die Grenzen werden besprochen, Im allgemeinen liegen die
«harakteristischen Werte bei der nächstkühleren mitieleuropäischen Homologen des gleichen Monats,
in den Monaten April bis Juli ist der Unterschied geringer. Die Werte für Moskau werden aus
ner Arbeit von Poliakora übernommen,
1. Einleitung.
Nachdem im Jahre 1939 deutsche Radiosonden in Island gestartet und über
das Wetternetz verbreitet werden und weil diese Aufstiege für den praktischen
Wetterdienst Mitteleuropas eine große Bedeutung besitzen, erscheint es nützlich,
auch für dieses Gebiet Typhomologe für charakteristische Luftmassen festzulegen;
Die vorliegende Untersuchung war sehon vor langer Zeit als erste Studie einer
größeren Serie abgeschlossen, die derzeitigen Aufstiege rechtfertigen jedoch eine
Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt, bevor das andere Material bearbeitet ist.
Die Luftmasseneinteilung ist für Deutschland geregelt (1), und als erster
Anhalt für die Wetterkartenanalyse hat Schinze die monatlichen Typhomologen
für die charakteristischen Luftmassen Mitteleuropas berechnet (ı, 2); in der Tat
erleichtert das Thetagrammpapier die großzügige wie auch die Feinanalyse
außerordentlich, Natürlicherweise darf das nicht zu einer sklavischen
Benutzung der charakteristischen &’-Werte führen, denn sonst ergeben
sich z.B. am Monatsanfang plötzliche Verschiebungen in der geographischen
Lage der Luftmassen, die selbstverständlich nicht reell sind. Stets ist auf den
genauen Weg und den damit verbundenen Artwandel der Lufimassen zu achten
und daran zu denken, daß im Thetagramm die Typhomologe nur Monatsmittel-
werte darstellen, in Einzelfällen kann eine Luftmasse auf ihrem langen Weg
einen Artwandel erfahren haben, dem die Typhomologen nicht gerecht werden,
Für die Festlezung der Fronten dienen vornehmlich die Hydrometeore, Wolken,
Drucktendenz, Windsprünge u.ä. Erscheinungen,
Die von Schinze veröffentlichten Homologen gelten nur für Mitteleuropa
und als Faustregel hat er angegeben, daß man für die Breiten über 60° jeweils
diejenigen #’'-Werte des nächstkälteren Monats verwenden soll, Für die Analyse
genügt das aber häufig nicht, denn es ist sehr nützlich, wenn wir die Luftmasse
nach einem Aufstieg schon weit von Mitteleuropa entfernt klassifizieren können,
was auf Grund der Bodenweiterkarte nicht immer möglich ist. Es erscheint
daher notwendig, auch aus Gebieten außerhalb des mitteleuropäischen Raumes
Homologe nach der Methode von Schinze und Moese zu berechnen,
Es werden hier zunächst die charakteristischen Werte für zwei Gebiete,
nämlich Island und Mittelrußland, angegeben. Für Mittelrußland liegt schon
eine Bearbeitung des Moskauer Aufstiegsmaterials vor (s), doch dürfte diese
Arbeit kaum bekannt geworden sein. Die Werte für Moskau sind aus dieser
Arbeit, die ganz auf der Schinzeschen Arbeitsmethode fußt, übernommen.
2. Wert des Theiagramms.
In neuerer Zeit ist von mehreren Seiten (7, s, 2) auf die Berechnungsgrund-
lage der äquivalentpotentiellen Temperatur hingewiesen und dabei betont worden,