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Full text: 67, 1939

522 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1939, 
Was war aus den beiden Tiefdrucksystemen geworden, die doch keineswegs aus- 
sahen, als wollten sie sich an Ort und Stelle auffüllen ? 
Keines von beiden folgt mehr seiner ursprünglichen Bewegungstendenz, 
Vielmehr führen sie nun eine, wenn auch nur schwache Bewegung um den ge- 
meinsamen Schwerpunkt aus, den sie im Gegenuhrzeigersinne umkreisen, Die 
Fronten bleiben dabei nahezu unverändert liegen. Der Schwerpunkt liegt etwa 
in der Nähe von Leipzig. Hier mitten zwischen den beiden Zykloönen kann sich 
daher eine Art Zwischenhochsituation ausbilden und erhalten. Wie bereits er- 
wähnt, dauert dieser Zustand auch den 16, V. (Abb. 7) über an. Das eine Tief 
liegt mit einem Kern 
von 1000 mbar über 
der unteren Weich- 
sel, das andere mit 
ebenfalls 1000 mbar 
über Nordfrankreich, 
Die 1005 mbar -Iso- 
bare umschließt bei- 
de Kerne, so daß es 
aussieht, als läge ein 
einziges großes Tief- 
druckgebiet über 
Mitteleuropa. Erst 
die Festlegung der 
Fronten, die noch 
immer sehr kräftige 
Niederschlagsgebiete 
aufweisen, läßt den 
wahren Sachverhalt 
erkennen, Der Warm- 
sektor des östlichen 
Tiefs ist inzwischen 
noch weiter herum- 
gewirbelt worden 
und öffnet sich jetzt 
aach Norden, Hier 
Äinden sich kräftige 
Winde; ebenso läß: 
sich ein ausgepräg- 
tes Fallgebiet er- 
kennen, obwohl der luftmassenmäßige Gegensatz fast gänzlich erloschen ist, So 
kommt es am Okklusionspunkt dieser Störung, der etwa an der Odermündung 
anzunehmen ist, am 16, V, morgens zu einer Neubildung von 1000 mbar im 
Zentrum (Abb, 7), Diese zieht in nordwestlicher Richtung davon und füllt sich 
alsbald auf, Auf der Morgenkarte des 17. V. ist sie über dem Kattegat noch 
schwach in der Zirkulation und an einem ausgeprägten Nebelfelde zu erkennen, 
Nach Ablösung der Neubildung ist schlagartig das Umeinanderkreisen unserer 
beiden Zyklonen zu Ende, Irgendwie ist jetzt das energetische Gleichgewicht des 
Systems gestört worden. 
Während die westliche Zyklone noch am 17, V, stationär verhbarrt, ohne sich 
wesentlich aufzufüllen, setzt sich die Östliche in nordöstlicher Richtung in Be- 
wegung, Am 17. V. morgens 8h hat sie bereits Estland erreicht. Am folgenden 
Tage liegt sie früh über dem Finnischen Meerbusen, Rasch fällt sie der Auflösung 
anheim, Ihre Okklusion ist noch schwach zu erkennen, Im Verlaufe des Tages 
verschmilzt sie mit noch zwei weiteren Kernen zu einem umfänglichen, sich bis 
zum Weißen Meere erstreckenden Tiefdrucksystem, Die westliche Zyklone ist ein 
klein wenig zählebiger, Am 18, V. morgens findet sie sich über der Biskaya, wo 
sie sich auf 1000 mbar vertieft hat. Von hier zieht sie am folgenden Tage nach 
Mittelfrankreich hinein und füllt sich hier etwa am Nordabfall des Zentralplateaus
	        
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