Schmidt, Gerh.: Zyklonen auf ungewöhnlichen Zugbahnen,
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eine Reihe verschiedenartiger Konstellationen zusammen. Diese verleihen der
wandernden Störung dann jeweils Impulse, sobald sie in ihren Einflußbereich
gelangt. Auf diese Weise bekommen diese scheinbar anomalen Bewegungen eine
sinnvolle Deutung. Es sollen bei
den hier ausgewählten Beispielen
keineswegs weltweite Zyklonen-
wanderungen betrachtet werden,
Solche sind gelegentlich sowohl
vom eurasiatischen wie auch
vom amerikanischen Kontinent
beschrieben worden. Banerji
und Bauer führen Depressions-
bahnen von Island bis nach Indien
an, und J. Bjerknes konnte auf
Grund des „Maud“-Materials Zy-
klonen mehrfach um den Pol
herum verfolgen. In unseren
beiden Fällen spielt sich das
Wettergeschehen ausnahmslos
über Europa ab und ist daher
gut an Hand der täglichen Karten
verfolgbar. Das eine Mal um-
kreist ein Tiefdruckgebiet Mittel:
guropa (Abb. 1) und gelangt fast
zu seinem Ausgangspunkt zu.
rück, wobei es der Reihe nach
den verschiedensten Einflüssen
unterliegt und so dauernd neue
Bewegungsimpulse zugeführt be-
kommt. Der zweite Fall ist ebenfalls sehr aufschlußreich. Hierbei handelt es
sich um zwei Zyklonen, die zeitweise umeinander kreisen (Abb, 5). Jedoch ziehen
sie sich nicht an und verschmelzen miteinander, wie man aus theoretischen Er-
wägungen heraus annehmen sollte, sondern sie entfernen sich schließlich wieder
voneinander,
I. Ein Tiefdruckgebiet umkreist Europa.
(Wetterlage vom 16, III bis zum 26. III 1939) (vgl. Abb. 1 bis 4).
Die Großwetterlage war Mitte März von einer auf dem Atlantik gelegenen
stationären Antizyklone beherrscht, die nach und nach steuernde Wirkung erlangt
hatte. Dies war auch in der geschlossenen Höhenströmung gut ausgeprägt. Die
vom Atlantik her ostwärts ziehenden Störungen wurden meist weit nach Norden
abgedrängt und nahmen zwischen Island und Grönland ihren Weg. Ihre Fronten
jedoch reichten weit südwärts und wurden vielfach vor der norwegischen Küste
stationär. Hier wie auch im Bereiche der Nordsee entstanden zahlreiche Neu-
bildungen. Wenn auch die Hauptstörungen zu weit abseits lagen, um von der
antizyklonalen Steuerung erfaßt zu werden, so wurden diese neuentstandenen
Teiltiefs in der Regel davon beeinflußt.
Das hier zu betrachtende Tiefdruckgebiet (vgl. Abb. 1) ist eine derartige
Neubildung, die vor der südnorwegischen Küste am Ökklusionspunkt einer
nördlich von Island dabinziehenden Störung entstanden war. Am 16. I1L. auf
der Mittagskarte ist sie erstmalig mit einem Kern von 1010 mbar zu erkennen.
Sie wird von der antizyklonalen Steuerung erfaßt und südwärts geführt. Auf
der 19b.Karte dieses Tages liegt sie über der Nordsee, und bereits um
8b morgens des folgenden Tages befindet sie sich mit 1006 mbar im Zentrum
über Nordostfrankreich und Belgien, Trotz dieser schwachen Vertiefung ist kein
eigentlicher Sektor ausgeprägt, da die Störung an der ursprünglichen Warm-
front der Mutterzyklone entlangdriftete, Die Front zeigt daher mehr Okklusions-
charakter (vgl. Abb. 2, S. 518), Auf beiden Seiten derselben treten verbreitet
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