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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Schmidt, Gerh.: Zyklonen auf ungewöhnlichen Zugbahnen, 
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eine Reihe verschiedenartiger Konstellationen zusammen. Diese verleihen der 
wandernden Störung dann jeweils Impulse, sobald sie in ihren Einflußbereich 
gelangt. Auf diese Weise bekommen diese scheinbar anomalen Bewegungen eine 
sinnvolle Deutung. Es sollen bei 
den hier ausgewählten Beispielen 
keineswegs weltweite Zyklonen- 
wanderungen betrachtet werden, 
Solche sind gelegentlich sowohl 
vom eurasiatischen wie auch 
vom amerikanischen Kontinent 
beschrieben worden. Banerji 
und Bauer führen Depressions- 
bahnen von Island bis nach Indien 
an, und J. Bjerknes konnte auf 
Grund des „Maud“-Materials Zy- 
klonen mehrfach um den Pol 
herum verfolgen. In unseren 
beiden Fällen spielt sich das 
Wettergeschehen ausnahmslos 
über Europa ab und ist daher 
gut an Hand der täglichen Karten 
verfolgbar. Das eine Mal um- 
kreist ein Tiefdruckgebiet Mittel: 
guropa (Abb. 1) und gelangt fast 
zu seinem Ausgangspunkt zu. 
rück, wobei es der Reihe nach 
den verschiedensten Einflüssen 
unterliegt und so dauernd neue 
Bewegungsimpulse zugeführt be- 
kommt. Der zweite Fall ist ebenfalls sehr aufschlußreich. Hierbei handelt es 
sich um zwei Zyklonen, die zeitweise umeinander kreisen (Abb, 5). Jedoch ziehen 
sie sich nicht an und verschmelzen miteinander, wie man aus theoretischen Er- 
wägungen heraus annehmen sollte, sondern sie entfernen sich schließlich wieder 
voneinander, 
I. Ein Tiefdruckgebiet umkreist Europa. 
(Wetterlage vom 16, III bis zum 26. III 1939) (vgl. Abb. 1 bis 4). 
Die Großwetterlage war Mitte März von einer auf dem Atlantik gelegenen 
stationären Antizyklone beherrscht, die nach und nach steuernde Wirkung erlangt 
hatte. Dies war auch in der geschlossenen Höhenströmung gut ausgeprägt. Die 
vom Atlantik her ostwärts ziehenden Störungen wurden meist weit nach Norden 
abgedrängt und nahmen zwischen Island und Grönland ihren Weg. Ihre Fronten 
jedoch reichten weit südwärts und wurden vielfach vor der norwegischen Küste 
stationär. Hier wie auch im Bereiche der Nordsee entstanden zahlreiche Neu- 
bildungen. Wenn auch die Hauptstörungen zu weit abseits lagen, um von der 
antizyklonalen Steuerung erfaßt zu werden, so wurden diese neuentstandenen 
Teiltiefs in der Regel davon beeinflußt. 
Das hier zu betrachtende Tiefdruckgebiet (vgl. Abb. 1) ist eine derartige 
Neubildung, die vor der südnorwegischen Küste am Ökklusionspunkt einer 
nördlich von Island dabinziehenden Störung entstanden war. Am 16. I1L. auf 
der Mittagskarte ist sie erstmalig mit einem Kern von 1010 mbar zu erkennen. 
Sie wird von der antizyklonalen Steuerung erfaßt und südwärts geführt. Auf 
der 19b.Karte dieses Tages liegt sie über der Nordsee, und bereits um 
8b morgens des folgenden Tages befindet sie sich mit 1006 mbar im Zentrum 
über Nordostfrankreich und Belgien, Trotz dieser schwachen Vertiefung ist kein 
eigentlicher Sektor ausgeprägt, da die Störung an der ursprünglichen Warm- 
front der Mutterzyklone entlangdriftete, Die Front zeigt daher mehr Okklusions- 
charakter (vgl. Abb. 2, S. 518), Auf beiden Seiten derselben treten verbreitet 
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