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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 19390 
etwas wechselndem kleinem sphärischem Durchmesser), aber gerade dort liegen 
die theoretischen Verhältnisse am übersichtlichsten, Ganz abgesehen davon, daß 
ebenda auch meteorologisch im Durchschnitt die günstigsten Bedingungen herrschen, 
Die überaus einfache Methode ist vom Verf, in zwei kleinen Aufsätzen (Ann. d, 
Hydr. 64, 1936 Jan., 33; 65, 1937 März, 130; dazu Vorbemerkung ebenda 68, 1935 
Apr, 173} angegeben worden, ein Verfahren, das seitdem von anderer Seite mit 
schönem Erfolg ebenfalls Anwendung fand’), An Bord wurden zwei Apparate 
vom selben Prinzip benutzt, beide gleich trivial zusammengebaut, beide nur 
unterschieden durch ihre Empfindlichkeit. Den Bordverhältnissen paßte sich die 
kleinere Apparatur mit der geringeren Genauigkeit am besten an, und sie wurde 
vornehmlich benutzt, So kommt es, daß die Helligkeits- und Farbenbestimmungen 
des Zenithimmels nicht so tief in die Dämmerung vorstoßen, wie es von ent- 
scheidenden Versuchen über die optische Charakteristik der höchsten Schichten 
der irdischen Atmosphäre verlangt wird. Sicher kann dieser Mangel durch eine 
Verbesserung des Instrumentariums bekämpft werden, Und nicht minder kann 
man eine Montierung aufbauen — sie ist es schon — die jeden Punkt der Sphäre 
einzustellen erlaubt. Die äußeren Raumverhältnisse an Bord des schönen, großen 
and gepflegten Schiffes hätten das durchaus zugelassen, 
Es gelangen. 372 vollständige Beobachtungssätze für Himmelshelligkeit und 
Himmelsfarbe, je mit drei Farbfiltern, so daß die Farbe schärfer definiert wird 
als durch den bloßen linearen Farbenindex der beiden Originalarbeiten l1.c. Wenn 
daneben 320 subjektive Einweisungen der Himmelsbläue in die Ostwald-Linke- 
Skala einhergehen, so mag das als Beitrag zur physiologischen Optik zu werten 
sein. Für die meteorologische Optik bleibt e& von sekundärer Bedeutung. 
4, Die dritte — und letzte — größere Arbeit der Reise war den Sicht- 
verhältnissen auf See gewidmet, Trotzdem gerade hier sehr viele kritische 
Erfahrungen instrumenteller und physikalischer Art gesammelt werden konnten, 
nein, mußten, soll das wenigste darüber gesagt sein, Denn erst die endgültige 
Reduktion läßt bindende Schlüsse zu, Die Messungen erfolgten mit dem Wigand- 
schen Sichtmesser, sowohl auf die Kimm als auch auf Landmarken im Vorbei- 
fahren. Der hierbei überaus stark wechselnde Abstand der Objekte bedingt eine 
gute empirische Bestimmung aller Sichtkonstanten und eine weitreichende — vor- 
Aussichtlich negatire — Diskussion unserer Sichttheorien, Als Landmarken dienten 
Madeira, die Kanaren, die Kapverden, Fernando Noronha, Lobosinsel, ferne Galerie- 
wälder im inneren Argentinien und Urugusy. Gesamtzahl 483 Sichtmessungen 
mit je zehn einzelnen Einstellungen. Es könnten also eingehende Prüfungen der 
inneren Genauigkeit nach verschiedenen Argumenten vorgenommen werden, Was 
übrigens keinen bemerkenswerten Gewinn an Erkenntnis nach sich zieht, jedoch 
zur gang und gäben bürokratischen Vollständigkeit einer Bearbeitung gehört, 
Ein freundlicher Zufall bewirkte es, daß das Schiff bei den Kapverden durch 
mehrere Tage in hohen feinen gleichförmigen Passatstaub aus der Sahara geriet. 
Das natürliche Experiment bot die Gelegenheit, messend die Auswirkung der 
Staubtrübung auf alle Elemente zu verfolgen, die der Untersuchung während 
der Fahrt unterlagen, i. e, Sonnenstrahlung, Sicht, Himmelshelligkeit und 
Himmelsfarbe, 
5. Daneben liefen kleinere Beobachtungsreihen und Wahrnehmungen, 
So Untergangsbeobaschtungen heller Gestirne zur Bestimmung der atmosphärischen 
Absorption in den tiefsten Schichten beim Horizont; Notizen über grünen Strahl 
and Zodiakallicht, Und, natürlich, alle meteorologischen Beobachtungen — nicht 
als Selbstzweck —, die für die strenge Reduktion der Messungen unentbehrlich 
sind, insbesondere die Feuchtigkeit am Assmannschen Aspirations-Psychrometer 
(420 Werte), Zugleich ergibt sich damit eine Untersuchung der Verteilung der 
Lufttemperatur um das fahrende Schiff, Die Lufttemperatur auf See bleibt ja 
stets leisem Zweifel unterworfen?®?), 
HL. W. Pollak, W, Palme, Objektive meteorolog. Farbmessungen mit Photoelementen, Gerlands 
Beitr, z. Geoph. 51, 56; 1937. — 2 Vgl, W. Glaho, Fehlmessungen der Lufttemperaturen auf Schiffen, 
„Seewart“, 2, 250; 1933,
	        
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