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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Model, Fr.: Über d. Gebundenheit von Hoch- u, Niedrigwasser uew. 511 
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statthaben soll. Vergleichsweise wird in Abb, 3 (s. S. 510) 
der Sommeranstieg von „Marienleuchte“ und „Kolberg“ 
zezeigt, und zwar in Fünfjahresmittel wie bei (s, Avb. s). 
Ein Anstieg läßt sich nicht bestreiten, doch hat diese Er- 
scheinung nur relativen Wert, solange nicht die Verhält- 
nisse in den anderen Monaten gegenübergestellt werden. 
In Tab. 3 (s. S. 510) sind die mittleren monatlichen Wasser- 
stände für „Marienleuchte“ angegeben, und zwar für die 
schon mehrfach verwendeten Zwölfjahresmittel, In den 
Zwischenspalten wird die Ände- Tabelle 4. Zunahme der Wasser- 
ung des Wasserstandes an- stände in „Marienleuchte“ nach 
yegeben, die besagt, daß nur Quartalen geordnet, 
in. August ein stetiger Anstieg 
vorhanden ist, Dagegen ver- 
zeichnet der November den 
stärksten Anstieg mit 11 cm. 
[m März wiederum fand eine 
stetige Abnahme des Wasser- 
standes statt. Von 1902/13 bis 1926/37 nimmt die Wasser- 
höhe zwar im Juli und August zu, nicht aber im Sep- 
tember, außerdem aber noch im Januar, April, Mai, Juni, 
Oktober und November, Einen besseren Einblick in die 
jahreszeitliche Verteilung des Anstiegs der Meeresoberfläche 
gewinnt man durch quartalmäßige Zusammenfassung: der 
Hauptanteil der Wassererhöhung fällt dann auf die Über- 
gangsjahreszeiten (Tab, 4). 
Rückblickend auf die gegebenen Zahlen gewinnt 
man lediglich eine Summierung unanschaulicher Einzel- 
angaben. Dies gilt besonders für den Vergleich der Monats- 
mittel und der Mittel eines oder mehrerer Jahre, so daß 
der Eindruck von geordneten, gesetzmäßigen Verhältnissen 
schwindet, Die beschreibende Klimatologie der Geographen, 
die in der Beherrschung einer gleichgearteten Statistik 
beruhte, wurde in der Meteorologie durch Entwicklung 
einer „dynamischen Klimatologie“ überwunden. In den 
Untersuchungen über die „KEisheiligen“, die „Schafskälte“, 
den „Altweibersommer“ und die „Weihnachtszyklone“ 
kommt die dabei angewendete Methodik deutlich zum Aus- 
druck, Es schien deshalb der Versuch lohnend, die gleiche 
Arbeitsweise auf ozeanograpbisches Gebiet zu übertragen. 
Die hier vorliegenden Berechnungen wurden deshalb 
von vornherein auf die Frage abgestimmt, ob es be- 
stimmte Kalendertage gibt, zu denen sich in jedem 
Jahre hoher oder niedriger Wasserstand einstellt. 
Deshalb wurden die Wasserstände des 1. Januar, 2. Januar 
usw. über die Jahre 1902 bis 1937 zusammengefaßt. Die 
zo gewonnenen täglichen Mittelwerte von 36 Jahren wurden 
nach der Formel 
bat 7 Th4ı {t == Kalendertag) 
geglättet, Das Ergebnis zeigt Abb. 4. In dem dort dar- 
gestellten Jahresgang überrascht — vgl, mit Abb. 2 — die 
ausgeprägte Jahresperiode. Vom 18. März bis zum 26, August 
erfolgt der Anstieg des Wassers, dem sich sofort der Fall 
anschließt. Weder der höchste noch der niedrigste Wasser- 
stand hält sich über den Zeitraum einiger Tage, wohl 
aber zeigt der Verlauf öfter Stellen konstanten Wasser- 
standes, so Mitte April und Anfang Juni. Der über 5 Monate 
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