Model, Fr.: Über d. Gebundenheit von Hoch- u, Niedrigwasser uew. 511
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statthaben soll. Vergleichsweise wird in Abb, 3 (s. S. 510)
der Sommeranstieg von „Marienleuchte“ und „Kolberg“
zezeigt, und zwar in Fünfjahresmittel wie bei (s, Avb. s).
Ein Anstieg läßt sich nicht bestreiten, doch hat diese Er-
scheinung nur relativen Wert, solange nicht die Verhält-
nisse in den anderen Monaten gegenübergestellt werden.
In Tab. 3 (s. S. 510) sind die mittleren monatlichen Wasser-
stände für „Marienleuchte“ angegeben, und zwar für die
schon mehrfach verwendeten Zwölfjahresmittel, In den
Zwischenspalten wird die Ände- Tabelle 4. Zunahme der Wasser-
ung des Wasserstandes an- stände in „Marienleuchte“ nach
yegeben, die besagt, daß nur Quartalen geordnet,
in. August ein stetiger Anstieg
vorhanden ist, Dagegen ver-
zeichnet der November den
stärksten Anstieg mit 11 cm.
[m März wiederum fand eine
stetige Abnahme des Wasser-
standes statt. Von 1902/13 bis 1926/37 nimmt die Wasser-
höhe zwar im Juli und August zu, nicht aber im Sep-
tember, außerdem aber noch im Januar, April, Mai, Juni,
Oktober und November, Einen besseren Einblick in die
jahreszeitliche Verteilung des Anstiegs der Meeresoberfläche
gewinnt man durch quartalmäßige Zusammenfassung: der
Hauptanteil der Wassererhöhung fällt dann auf die Über-
gangsjahreszeiten (Tab, 4).
Rückblickend auf die gegebenen Zahlen gewinnt
man lediglich eine Summierung unanschaulicher Einzel-
angaben. Dies gilt besonders für den Vergleich der Monats-
mittel und der Mittel eines oder mehrerer Jahre, so daß
der Eindruck von geordneten, gesetzmäßigen Verhältnissen
schwindet, Die beschreibende Klimatologie der Geographen,
die in der Beherrschung einer gleichgearteten Statistik
beruhte, wurde in der Meteorologie durch Entwicklung
einer „dynamischen Klimatologie“ überwunden. In den
Untersuchungen über die „KEisheiligen“, die „Schafskälte“,
den „Altweibersommer“ und die „Weihnachtszyklone“
kommt die dabei angewendete Methodik deutlich zum Aus-
druck, Es schien deshalb der Versuch lohnend, die gleiche
Arbeitsweise auf ozeanograpbisches Gebiet zu übertragen.
Die hier vorliegenden Berechnungen wurden deshalb
von vornherein auf die Frage abgestimmt, ob es be-
stimmte Kalendertage gibt, zu denen sich in jedem
Jahre hoher oder niedriger Wasserstand einstellt.
Deshalb wurden die Wasserstände des 1. Januar, 2. Januar
usw. über die Jahre 1902 bis 1937 zusammengefaßt. Die
zo gewonnenen täglichen Mittelwerte von 36 Jahren wurden
nach der Formel
bat 7 Th4ı {t == Kalendertag)
geglättet, Das Ergebnis zeigt Abb. 4. In dem dort dar-
gestellten Jahresgang überrascht — vgl, mit Abb. 2 — die
ausgeprägte Jahresperiode. Vom 18. März bis zum 26, August
erfolgt der Anstieg des Wassers, dem sich sofort der Fall
anschließt. Weder der höchste noch der niedrigste Wasser-
stand hält sich über den Zeitraum einiger Tage, wohl
aber zeigt der Verlauf öfter Stellen konstanten Wasser-
standes, so Mitte April und Anfang Juni. Der über 5 Monate
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