accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

510 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1939, 
Außer dem Jahresgang ist ein weiterer Gegenstand statistischer Untersuchungen 
die säkulare Variation der mittleren Wasserstandshöhen der Ostsee, Um die 
hier berechneten Verhältnisse mit den anderen deutschen Ostseeergebnissen zu 
vergleichen, wurde der neuesten Abhandlung über „langjährige Wasserstands- 
beobachtungen an der Ostsee“ von Hahn und KRietschel (se) das Material ent- 
nommen, das den Verhältnissen in „Marienleuchte‘“ gegenübergestellt wird. In 
Tab. 2 werden die Anderungen zwischen den drei Zwölfjahresmitteln 1902/13 
gegen 1914/25 und 1914/25 gegen 1926/37 (bzw. 1935) angegeben. In der Tatsache, 
daß das Wasser ansteigt, stimmen alle Beobachtungen überein, Von 1902/13 
bis 1926/37 (bzw, 19385) ergibt sich der Größe nach geordnet ein Anstieg von: 
Travemünde ,.. 3.8em | Swinemünde . . . 2.7 cm | Marienleuchte , . 1.6 em 
Schleimünde ,.. 3.3 „ | Stolpmünde ‚..2,7 DBarhöft ...... 1.2 
Warnemünde, , . 2,9 „ ! Pillau.......25, |Kolberg......04 „. 
Die Vermutung von Hahn und Rietschel, in der Zunahme der Wasser- 
stände käme eine Zunahme der Wassermasse, hervorgerufen durch erhöhte 
atmosphärische Zirkulation, zum 
Ausdruck (8. 11}, ist kaum halt- 
bar, vielmehr muß aus der Ge- 
samtheit aller geophysikalischer 
Beobachtungen im Ostseeraum 
eine Landsenkung der deutschen 
Ostseeküste angenommen wer- 
den. Von den Pegelbeobach- 
lungen aus gesehen sprechen 
Jdafür auch die eben angeführten 
iokalen Unterschiede: so ist die 
Meeresoberfläche z, B, in Schlei- 
münde um 3.3 cm angestiegen, 
in Marienleuchte dagegen nur 
a e um 1.6 cm, Die Reahität örtlicher 
© S 5 Differenzen ist durch dänische 
Abb. g 7 7 Beobachtungen erhärtet GO) 5 
ünfj itte] des Wasserstandes aus den Monaten Juli m EDSen zeigt Tab. 
kust und September in Marienleuchte und Hole ” (siehe S. 509} einen sehr unter- 
schiedlichen Anstieg der Meeres- 
oberfläche zwischen den einzelnen Zwölfjahresmitteln. In „Marienleuchte“ fand 
der Anstieg vor allem zwischen 1914/25 und 1926/37 statt, er ist um 8 mm 
Tabelle 2. Mittlere monatliche Wasserstände größer als der der vorangegangenen 
aDEelle Hier FA as En 
Lim „Marlenleuchte“ in Zentimeter, _ Nie anderen Slofonen in den 
1902/13 1914726 "1026/37 1 jüngsten 12 Jahren teils einen stär- 
— keren Anstieg, teils sogar wieder 
— 92 einen Abstieg der Meeresoberfläche 
— 85 an. Doch soll diesen Feinheiten 
= Wo nicht mehr entnommen werden, als 
_ı6-  billigerweise verlangt werden kann: 
— 6. auch in der zeitlichen Verteilung 
— des Anstiegs tritt ein regionaler 
Unterschied auf, Es soll nämlich 
mit Nachdruck darauf hingewiesen 
werden, daß „Marienleuchte“ seiner 
freien Lage wegen allein für die 
„Meeresoberfläche“ maßgebend ist; 
alle anderen Stationen liegen im 
Hafenbezirk oder in Flußmündungsgebieten, so daß zwölfjährige Mittel noch 
nicht den ungestörten Stand der Ostseewasserhöhe ausreichend darstellen. 
Zum Thema „säkulare Variation“ bemerken Hahn und Rietschel weiterhin 
(6,5. u) daß der Anstieg vor allem in den Sommermonaten Juli bis September
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.