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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1938,
So gering die Temperaturunterschiede hier im allgemeinen das Jahr über
sind, 80 ist doch der Wärmeanstieg im Verlauf der Trockenzeit unverkennbar.
Die vorstehende Tabelle zeigt den Gang der Temperatur und Luftfeuchte während
der drei Monate der diesjährigen Trockenzeit,
Die Monate Januar bis Mai schließen in Belebu die wärmste Zeit des
Jahres ein; sie bilden mit Dezember die Trockenzeit und die Übergangszeit zur
Or mn + ra m „1 Regenzeit. Nur in diesen Mo-
Tanuar * Kehruar * Mörr Ani Mil naten sind während der letzten
"a sechs Jahre Temperaturen von
35 | 2: 30° und darüber gemessen
1936 | 25 worden.
1937 Die nebenstehende Tabelle
Leo ' al enthält die mittleren Tempe-
ba— kn mn A” raturwerte dieser Monate seit
1934 und daneben die Anzahl der Tage jeden Monates, an denen Temperaturen
ron 30° und darüber registriert worden sind,
Das absolute Maximum der Temperatur betrug 31.7°. Es wurde am
11. Februar 1936 gemessen,
Belebu, 4. März 1939.
B. Hoffmann,
3. Gezeitentafeln für das Jahr 1940, herausgegeben vom Marineobser-
vatorium, Wilhelmshaven, sind soeben in zwei Bänden:
Band I: Europäische Gewässer. Preis broschiert RM 4.—,
Band II: Außereuropäische Gewässer, x » 5—,
erschienen und von der Verlagsbuchhandlung E, S, Mittler & Sohn, Berlin SW 68,
Kochstr, 68—71, sowie von den Vertriebsstellen der Deutschen Admiralitätskarten
und nautischen Bücher zu beziehen. Annalen-Schriftwaltung,
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Defant, A. und Helland-Hansen, Bj.: Bericht dänischer und englischer Schiffe zwischen den
über die ozeanographischen Untersuchungen im britischen Inseln und Grönland zur Verfügung,
zentralen und östlichen Teil des Nordatlantischen In der Hauptabhandlung berichten die Ver-
Ozeans im Frühsommer 1938 (Internationale Golf- jasser (A, Defant and Bj. Helland-Hansen)
stromexpedition). Mit 4 Anlagen: 1. B. Schrö« über die gemeinsamen Beobachtungen des „Armauer
der, U. Roll und G. Seifert: Bericht über die Hansen“ und des „Altair“, Obwohl von der für
neteorölogischen Arbeiten während der Inter. strommessungen in Aussicht genommenen Zeit
aationalen Golfstrom-Untersuchung 1938 auf dem wegen stürmischen Wetters nur ein Teil ausgenutzt
Dampfer „Altair“, — 2, A, Defant: Die Altair- werden konnte, wurde doch ein „bisher unerreichtes
Kuppe. — 3. G. Wüst: Das submarine Relief Material“ von Strommessungen bis zu 800 m Tiefe
bei den Azoren, — 4. H. Cloos: Zur Tektonik vei 90 Stunden Dauer gesammelt. Das beigegebene
der Azoren. (Abh. der Preuß, Akademie der ıusführliche Verzeichnis führt außerdem 2854 Serien
Wissenschaften. 1939, Phys,-math, Klasse, Nr. 5, der Temperatur und des Salzgehalts seitens der
54 S., 26 Abb. u. 1 Karte.) deiden Schiffe auf.
Die Internationale Assoziation für physikalische Als vorläufiges Ergebnis tritt besonders die
Dzeanographie wählte bei der Edinburger Zusammen- ußerordentliche Verschiedenheit der ozennogra-
kunft 1936 ein Komitee, das ein Programm für die >hischen Verhältnisse in dem untersuchten Gebiete
Untersuchung des Golfetroms aufstellen sollte, und a2ervor, die zum Teil durch einen Einbruch kalten
Helland-Hansen faßte als Vorsitzender des Wassers aus NNO verursacht wurde, Trotzdem
Komitees zunächst eine Voruntersuchung der zeit- waren atıch die Mittelwerte der Temperatur, wenn
lichen und örtlichen Schwankungen im Gebiet «uch veränderlich, merklich größer als bei den
nordwestlich der Azoren ins Auge. Diese wurde Beobachtungen des „Armauer Hansen“ im ‚Jahre
im Sommer 1938 in gemeinschaftlicher Arbeit nor- 1914, Der empensteom betrug an der Ankerstelle
wegischer und deutscher Stellen ausgeführt von ıur wenige cm/sec, während ein Reststrom von
dem norwegischen Forschungsschiffe „Armauer iurchschnittlich 18 cm/sec (bis in 500 m Tiefe) nach
Hansen“ und dem deutschen „Altair“, das die Westen setzte, ein Anzeichen dafür, daß man sich
Kriegsmarine zur Verfügung stellte, während die ereits im Gebiete des Gegenstroms am Rande des
Deutsche Forschungsgemeinschaft es mit Instru- /Molfstroms befand,
menten ausstatiete, An der Zusammenarbeit be- Anlage 1: Die meteorologisehen Arbeiten galten
teiligte sich auch das weiter westlich befindliche nicht nur der Wetterberatung in Zusammenarbeit
französische Forschungsschiff „Carimar6*, und end- mit der „Carimar6“, sondern waren auch dem
lich stehen gleichzeitige Beobachtungen isländischer, Gradienten der Temperatur, der Feuchte und des