Kleinere Mitteilungen,
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2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 137: Fernando Po. —
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologtschen Dienstes der Deutschen
Seewarte. — Witterungsverlauf während der Trockenzeit (Dezember
bis Februar) in Belebu’. Beobachtungstag: 18. Februar 1939.
Seit Mitte November 1938 hat der Witterungsverlauf den Charakter der
Trockenzeit angenommen, Nachlassen der Regenfälle und Gewitter, Anstieg der
Tagestemperaturen und größere Lufttrockenheit sind die hauptsächlichsten Merk-
male dieser Jahreszeit.
Der Harmattan ist in dieser Trockenzeit nur schwach aufgetreten, nachdem
er sich Anfang Dezember zuerst bemerkbar gemacht hat. Nur an wenigen Tagen,
vom 13, bis 17, Januar und vom 12, bis 14. Februar 19839, wurde die Sichtweite
durch den Dunst in stärkerem Maße beeinträchtigt.
Auch die diesjährige Trockenperiode wurde wie alle Jahre wiederholt durch
Regenfälle unterbrochen. Im Dezember fielen 52.7 mm, im Januar 8,8 mm und
im Februar 76.6 mm Regen, Meistens kam der Regen in Begleitung von schnell
vorübergehenden Gewittern ohne stärkere Luftbewegung. Der 21. Februar brachte
den ersten Tornado des Jahres aus südöstlicher Richtung mit Böenstärke 9 und
25 mm Regenmenge; eine zweite Gewitterbö von geringerer Stärke trat am
27. Februar auf mit annähernd gleicher Regenmenge. Die Gesamtmenge der
Niederschläge in den drei Monaten, 137.6 mm, liegt etwas über dem Mittel
(128.9 mm) einer Beobachtungsreihe von 15 Jahren, deren Maximum 215.5 mm
und deren Minimum 52,5 mm beträgt.
Mit den Regenfällen im letzten Drittel des Februar scheint die Trockenzeit
ihrem Ende entgegenzugehen; auch durch die Zunahme von Wetterleuchten und
fernem Donner kündigt sich dies an. Die dem 20, Februar vorangegangenen Tage
hatten noch ganz den Witterungsverlauf, wie er während der Trockenperiode
vorgeherrscht hat. Die Witterungsschilderung des 18, Februar möge daher als
Beispiel für den Wetterablauf eines Tages der Trockenzeit dienen,
Der 18, Februar zeigt um 6% eine leichte, fast den ganzen Himmel bedeckende
Bewölkung. Fast ist es windstill, und nur ein Windhauch macht sich, von der
südlich gelegenen Bergkette kommend, bemerkbar, Um 7% hat sich die Wolkendecke
verzogen, geblieben ist nur eine geringe Randbewölkung von Haufenwolken über
dem Meer im W und NW, die ihre weißen Ränder über den Horizont hinausschieben.
Hoch im Himmelsblau segeln vereinzelt Federwölkehen von E nach W. Der Har-
mattandunst ist sehr schwach, Die Temperatur beträgt um 7h 22,7°%°. Um 8% frischt
der Wind auf und dreht über W nach NW; seine Stärke wechselt zwischen 2 und 4.
Leichte Haufenwolken lösen sich vom Gebirge und bedecken allmählich 2 des
Himmels in lockerem Gefüge, Nach 15h geht diese Bewölkung wieder zurück,
and bis zum Abend bleibt nur die Randbewölkung übrig. Die Temperatur ist
von 8% an schnell angestiegen und hat nach 14h mit 29,8° ihren Höhepunkt erreicht,
Zwischen 10% vormittags und bis Sonnenuntergang bleibt die Temperatur über 27°,
Während der heißesten Stunden des Tages beträgt die relative Luftfeuchte etwa
60%. Diese verhältnismäßig trockene Luft läßt in Verbindung mit der fast den
ganzen Tag über wehenden frischen Brise die Temperatur im Schatten sehr er-
träglich erscheinen, Bei der Abendbeobachtung um 21h zeigt das Thermometer
23.7°, und die Temperatur geht im Laufe der Nacht noch um zwei weitere (Grade
zurück, Gegen Mitternacht wird schwaches Wetterleuchten im NE beobachtet.
Mittelwerte der Temperatur und der Relativen Luftfeuchte in Belebit
von Dezember 1938 bis Februar 1939,
Tamperatur (°C:
Mittel | Max. | Min, | „Tages,
Dezember „......... | 22,3| 262 | 21.9! 23.1 27.2! 20.8| f.4 89 80 | 92 I 87
Januab......0...0.. 21,9 26,8 222| 233 | 276/210 66 58 76 | 89 | 84
Febrünf............ 22,3 | 27.1 27] 23.7 580 214 66 88 71 88) &2
Mittel der drei Monate ' 22,2| 26.7| 22.3) 934 | 27.4 97.1) 65 9a | sm 170 an
„ Wegen der Lage der Pflanzung Belebu und weiterer Klimatogr. Wittrgsschldrg. des Ver-
fassers 8, Ann. d. Hydr. usw. 1933, 8. 339; 1934, S. 38 und 82; 1938, S 503.