Leistner, W.: Ergebnisse einjähriger Kernbeobachtungen in Wyk/Föhr. 499
der Beziehung der Kernzahlen zur Sicht, wo die Kurven vollständig gleichsinnig
verliefen. Durch die gute Übereinstimmung der zeitlich verschiedenen Kurven-
darstellungen wurden die gefundenen Beziehungen des Kerngehaltes zu den
meteorologischen Faktoren ganz wesentlich erhärtet,
Der tägliche Gang ergab in drei verschiedenen Monaten kein einheitliches
Bild, Nach den Beobachtungen des Juni 1938 steigt die Kurve des täglichen
Ganges von 8 bis 11% zu einem Maximum an, fällt danach etwas ab, um gegen
17h ein zweites gleich hohes Maximum zu erreichen und um 20% auf den tiefsten
Tageswert zu sinken, Im Oktober und November liegen die höchsten Tageswerte
früh 7h, fallen bis in die späten Nachmittagstunden steil ab, um zum Abend
wieder etwas anzusteigen, Da in den Seewindperioden der Monate Oktober und
November kein ähnlicher Gang zum Monat Juni festgestellt werden konnte, der
fast nur Seewind hatte, kann gesagt werden, daß nicht nur das Witterungs-
geschehen, sondern auch die Jahreszeit von wesentlicher Bedeutung für den Ver-
lauf des täglichen Ganges ist.
Durch die Beziehungen der Kernzahlen zu den meteorologischen Faktoren
wurde dargetan, daß es sich bei Seewind um Elemente des Meeres handelt, die
zur Bildung des Kondensationskernes im Kernzähler Anlaß geben. Dieser Tat-
sache kann eine große bioklimatische Bedeutung beigemessen werden, da Cauer
darauf hingewiesen hat, daß diese Kerne, wenn sie ein der Lungenoberfläche
entgegengesetztes elektrisches Vorzeichen besitzen, an dieser niedergeschlagen
werden und zu einer Erhöhung des örtlichen Stoffwechsels beitragen. Auf diese
Weise treten die Kerne des maritimen Aerosols in enge Wechselwirkung zu be-
bestimmten physiologischen Reaktionen des menschlichen Organismus. Die bei
Seewind festgestellten Kerne stellen somit einen wirklich spezifischen Klimafaktor
dar, der nur im Nordseeklima in dieser Stärke und Auswirkung vorhanden ist
und für die Klimaforschung und Kiimaheilkunde von großer Wichtigkeit ist.
Literaturverzeichnis,
(Die im Text angegebenen Zahlen beziehen sich auf die folgenden Veröffentlichungen.)
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a0, € ii.
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Kleinere Mitteilungen.
1. IX. Bericht der SS.-Tibetexpedition E. Schäfer. Wie aus dem ersten
Bericht!) zu ersehen ist, arbeiten die 5 Teilnehmer der deutschen SS.-Tibetexpe-
dition auf den Gebieten der Ornithologie, Anthropologie, Entomologie, Geophysik
usw, Außerdem wird auch ein Film gedreht. Dieser Bericht berücksichtigt ins-
besondere die erdmagnetischen und meteorologischen Ergebnisse.
Am 11.1.1939 verließ die Expedition Gyantse in Richtung Lhasa. Dabei
wurde das südliche Hochplateau mit dem abflußlosen Yamdrok Tso passiert. Am
19, I.’ wurde Lhasa, die heiligste Stadt des Lamaismus, erreicht, Der anfänglich
i) Ann. d. Hydr. 1939 IL, S. 156.