Leistner, W.: Ergebnisse einjähriger Kernbeobachtungen in Wyk/Föhr, 495
Feuchtigkeit annehmen läßt, Die entsprechende Kurvendarstellung für Landwind
zeigt eine Zunahme der Kernzahlen von 45 bis 65% und darüber hinaus eine
Abnahme bis 95%.
Die Seewindkurve für den 17b-Termin enthält die Zunahme der Kernzahlen
viel weniger ausgeprägt. Die Kurve für Landwind zu diesem Termin ist in ihrem
Verlauf der gleichen Kurve vom 11h.Termin sehr ähnlich,
Die Gegenüberstellung der Wechselbeziehung von Anzahlder Kondensationskerne
und relativen Feuchtigkeit für See- und Landwind zeigt auch hier die Unterschiede
im inneren Aufbau zwischen dem maritimen und dem kontinentalen Kern-Aerosol,
Da der Verlauf der Kurvendarstellungen für Seewind der Abb, 6 und 7 keine
eindeutigen Merkmale zeigt, wurden die Beobachtungen des 11b-Termins in der
A
"80
5
570
a
sol
&
360
em}
1 A
IT
Kernzahlen
+
Cm
2000
Tem
IE
3
& 90
Sn
©
A
a nl la
1000 2000 3000
Kemzahlern / ccm
1000
Abb, 6. Abb. 7.
Relative Feuchtigkeit und mittlere Kernzahlen Relative Feuchtigkeit und mittlere Kern-
nach 11b-Beobachtungen, zahlen nach 17b- Beobachtungen.
gleichen Weise, aber noch nach drei verschiedenen Windstärkestufen, bearbeitet.
Die Kurven der Abb, 8 zeigen, daß sich keine besseren Zusammenhänge ergeben.
Infolge der Aufteilung des Materials kann den
einzelnen Punkten auch kein so großes Gewicht
beigelegt werden, wie bei den anderen Kurven,
Yon den Beziehungen des Kondensations-
kerngehaltes zu den meteorologischen Ele-
menten ist nun noch diejenige zu der Sicht
von Interesse.
Die Verschiedenartigkeit des maritimen
and kontinentalen Kern-Aerosols wird wieder
durch den unterschiedlichen Verlauf der
Kurvendarstellungen bei See- und Landwind
beleuchtet. Bei Seewind zeigen die Kurven der
Abb. 9 und 10 eine fast lineare Abnahme der
Kernzahlen mit besserwerdender Sicht, Eine . U .
Abnahme der Kernzahlen mit höheren Sicht- Se Sa PS und mitte
m x x in = 8 -Beobachtungen für
zahlen bei Landwind ist nur für die Sicht- bestimmte Windstärkestulen.
stufen von 6 bis 8 festzustellen, Bei der #1—83 Bf, 04-5 BL. + 68—7 Bf.
Sichtstufe 9 nehmen die Kernzahlen wieder zu,
Die Zunahme der Kernzahlen von Sicht 8 auf Sicht 9 verwundert etwas, sie
kann aber vielleicht durch besondere Erscheinungen erklärt werden. Eine Öört-
liche Wetterregel sagt, daß bei auffallender Fernsicht ein Wetterumschlag zu
erwarten ist. Wenn wir nun die häufigen höchsten Sichtstufen bei Seewind be-
trachten, so fragt man sich, ob die Wetterregel hierauf zutrifft, doch dieses kann
erfahrungsgemäß nicht bestätigt werden, Für Sicht 9 sind bei Seewind die
weiteren Bedingungen westliche oder nordwestliche Winde und geringe relative
Feuchtigkeiten. Diese meteorologischen Faktoren deuten aber keineswegs auf
eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Wetterumschlag hin,