Leistner, W,:; Ergebnisse einjähriger Kernbeobachtungen in Wyk/Föhr. 491
Die Pentadenmittelwerte geben uns die Möglichkeit, den jährlichen Verlauf
der genannten drei Elemente durch eine große Anzahl von Kurvenpunkten fest
zulegen, So daß die charakteristischen Merkmale bestimmter Witterungsepochen
gut zu erkennen sind, Die Monatsmittel stellen demgegenüber einen zu großen
Zeitraum dar, in dem klimatisch und bioklimatisch wichtige Witterungszeiträume
nicht zur Geltung kommen,
Die Ermittlung der Seewindhäufigkeit erfolgt aus den Windrichtungen von
SSW bis NW und den 3 Terminbeobachtungen, Wenn innerhalb einer Pentade
zu den 3 Terminbeobachtungen nur
Winde aus den Richtungen von SSW
bis NW beobachtet wurden, ergab sich
gine Seewindhäufigkeit von 100%. Die
Winde aus den Richtungen NNW, N
and NNE werden nur bei diesem Ver-
Jahren mit zu den Landwinden ge-
rechnet, Herrschten während einer
Pentade nur Landwinde, so ergaben
sich 0% Seewinde,
Die Kurvendarstellung der Pen-
tadenmittel der Kernzahlen zeigt, daß
die höchsten 5-tägigen Mittelwerte und
die größten Schwankungen derselben
in den Monaten Mai bis September
auftreten,
Im großen betrachtet zeigen die
Kurven der Seewindhäufigkeit und
der Kernzahlen einen ähnlichen Ver-
jauf, Die drei höchsten Kernwerte, 13,5
(Pentade vom 11, bis 15. V.) 1. VIHL.
und 25, IX, fallen mit Ausnahme des
ersten Wertes mit Seewindhäufigkeiten
von 7 und 0% zusammen. Sehr g6e-
ringe Kernwerte treten bei hohen See-
windhäufigkeiten und hohe Kernwerte
bei niedrigen Seewindhäufigkeiten auf,
Verfolgt man aber den Verlauf der
beiden Kurven in ihren Einzelheiten,
so sieht man, daß auch der Verlauf der Windstärke von Bedeutung ist, Man
Äindet, daß bei gleichbleibender oder sogar steigender Seewindhäufigkeit die
Kernzahlen zunehmen, wenn die Windstärke ansteigt, Die Stellen der Kurven,
an denen dieses klar hervortritt, sind mit den Zahlen 1, 2, 3; 4, 5, 6; 7, 8, 9
und 10 beschrieben, In den 5-tägigen Mittelwerten der Kernzahlen spiegelt sich
also nicht nur die Seewindhäufigkeit wieder, sondern es ist auch ein Einfluß
der Windstärke festzustellen,
Einige Einzelmessungen, die im Juni 1938 durchgeführt wurden, mögen
dieses noch besser vor Augen führen.
IR, V
9, VW
x
21.%
20 V1.
1%
4na.KHE
ARENA ARUKSER
1nEEEFEKUHEEN
Ran
1a‘
Tabelle 2. Rel
: ; elatire
Wind Sicht Feuchte
1880 W444 9 71
3890 SSW 5 7 5%
M10 WSW 6 8 36
1320 SW 4 8 58
3770 WSW 3 7 76
Kerne
Man sieht, daß Windstärke und Kernzahl gleichsinnigen Verlauf zeigen.
Nachdem die kleine Tabelle schon einen Einblick in die Beziehungen des
Kerngehaltes zur Windstärke möglich machte, sollen im folgenden Kapitel die
Zusammenhänge auch mit der relativen Feuchtigkeit und der Sicht bei See-
und Landwind eingehender untersucht werden,