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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Kleinere Mitteilungen, 
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Einzelheiten — prognostisch zu erfassen. Das entscheidende Moment, daß nämlich 
die vorrückende AL aljmählich auf subtropische Luft auftrifft, was sicherlich zu 
ainer Intensitätssteigerung dieser Front führen muß, wird dann rechtzeitig erkannt 
werden. Schon am 19. August morgens (Abb. 1) zeichnet sich dann diese Mög- 
lichkeit der Weiterentwicklung klar ab: Einerseits die gegen das Festland vor- 
rückende AL, andererseits der beginnende TL-Strom aus dem westlichen Mittel- 
meer nach Frankreich herein, auf der Westseite des von dem atlantischen Hoch 
josgelösten Südosteuropahochs, Und zu diesem Zeitpunkt wurde der Grund- 
zedanke dieser Arbeit auch bereits gefaßt und nicht erst nach Eintritt der 
Schlechtwetterlage, R. Heischmann, Wetterdienst Nürnberg. 
2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr, 123: Chile, — Aus der 
Sammlung des überseeischen. meteorologischen. Dienstes der Deutschen Seewarte. — 
Wiiterungsverlauf in der winterlichen Regenzeit auf der Insel 
Calbuco)!). Beobachtungstage: 19. und 24. Juli sowie 9. August 1937, 
19. Juli, Die vorhergegangenen Tage brachten reichlich Regen, Am Vortage 
fielen 12.4 mm. Im Morgengrauen des Beobachtungstages regnet es. Gegen 7%b 
setzt stärkerer Wind ein. 8b; Es regnet kräftig, der Wind weht mit Stärke 6 
aus NNE. Die Bucht ist in heftiger Bewegung. Der schmale Meeresarm zwischen 
Calbuco und Isla Poluqui ist mit Schaumkronen übersät, Kaum über 300 m liegen- 
der Nbst bedeckt den ganzen Himmel. Die Sicht ist schlecht, Von Poluqui, kaum 
3 km entfernt, sind nur die Vorsprünge zu beiden Seiten der Fjordeingänge grau 
in grau erkennbar, — 9h; Der Wind läßt etwas nach (NNE 4), auch die Regen- 
fälle werden etwas schwächer. — 11»: Der Wind hat nach N gedreht (N 4). Der 
Regenfall wird von häufigeren Pausen unterbrochen. Die Bedeckung hat sich zu 
Steu aufgelockert und ist auf 9 gesunken, Die Wolken ziehen im W-Winde. Für 
kurze Augenblicke dringen Sonnenstrahlen hindurch, Über die Inseln im S spannt 
sich ein Regenbogen, Die Sicht hat sich mit dem Nachlassen des Regens sehr 
gebessert, Isla Poluqui ist jetzt vollständig sichtbar, und auch im S sind einzelne 
Inseln zu erkennen. — 11%»; Nach ganz kurzer Windstille setzt plötzlich ein 
heftiger böiger SW mit mindestens Stärke 5 ein. Gelegentlich scheint die Sonne. 
Die Regenfälle haben aufgehört. — 13%”h:; Der Wind dreht auf WSW 4, Die Sicht 
bessert sich weiter, Die Inseln im S sind jetzt völlig klar, außerdem tauchen die 
nächsten Berge der Hochkordillere über Poluqui im E auf. Die Bewölkung be- 
trägt noch 9, ist aber in Auflockerung begriffen, Im E und S lagern noch schwere 
Steu, im N und W dagegen treiben große helle Cu. Die Wolken am hohen Himmel 
bewegen sich jetzt im S-Winde, — 17b: Die Bedeckung ist auf 5 zurückgegangen, 
[m N liegen große helle Ca, am hohen Himmel Ci und Cist. Die Kordillere .ist 
von schweren St und Steu verdeckt. Auch die vorübergehend aufgetauchten 
Vorberge sind wieder verschwunden, Bei Sonnenuntergang, gegen 18h, beträgt 
die Bedeckung noch 4. — 19b; Der hobe Himmel bezieht sich mit einer dünnen 
Ast-Decke, In der Nacht setzen wieder Regenfälle ein. Am nächsten Morgen 
werden 11 mm Niederschlag gemessen, 
24, Juli. Der vorangegangene Tag war bei S- bis W- Winden heiter. Es folgte 
eine Strahlungsnacht. Heute morgen um 7*%b regnet es. Der mäßig starke Regen 
hält etwa eine Viertelstunde an und bringt insgesamt nicht ganz 0,1 mm Nieder- 
schlag, Die Lufttemperatur beträgt um diese Zeit 6°. — 8b: Die Steu- und 
St-Decke, die mehr als , des Himmels überspannt, zeigt im NE das gewohnte 
„Sonnensufgangslioch“, Weniger als ein Drittel der Kordillerenkette ist sichtbar. — 
Um 8%hb setzt N-Wind Stärke 1 ein. Vor der Kordillerenküste lagert in etwa 300 
bis 500 m Höhe, wie gewöhnlich in dieser Jahreszeit, eine Steu-Bank („Poluqui- 
Bank“), die vom Vulkan Calbuco bis zur Insel Queno zu reichen scheint. Der 
{Iimmel ist mit dünnem durchscheinenden St bespannt. Während die Bewölkung 
im S und SE gleichförmiger erscheint, hat sie im NE ausgesprochen streifigen 
Charakter, — Um 9% herrscht bei allmählich fortschreitender Sichtverschlechte- 
14 Wegen der Lage der Insel Calbuco und ihrer allgemein-klimatischen Verhältnisse siehe den 
Aufsatz des Verfassers „Uber das Klima im Küstengebiet von Südchlile“* in diesem Heft, &. 30.
	        
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