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Full text: 67, 1939

DB) 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1039. 
Korallenküsten sind im allgemeinen durch große Steilheit ausgezeichnet, In 
Östindien betragen die Neigungen an den unterseeischen Abfällen mehr als 40° 
bis 200 m Tiefe (Abb. 3). Dagegen erreichen die Böschungen an den marinen 
Vulkanen Ostindiens im allgemeinen nicht mehr als 30° bis 200 m Tiefe, An 
Hand der Böschungsbestimmungen zieht Kuenen Schlüsse über die Entstehung 
der Korallenriffe im Sinne der Davisschen Theorie, also durch Korallenwachstum 
auf eustatisch absinkendem Meeresboden in präüglazialer Zeit, Der diluvialen 
Absenkung des Meeresspiegels, die Umbgrove und Daly auf 90 bis 100 m er- 
rechnet haben, legt er für die Entstehung der Korallenbauten kein großes Ge- 
wicht bei, sondern spricht ihr nur nivellierende Wirkung durch die verstärkte 
Abrasion und Erosion zu, 
Die ersten ozeanographischen Ergebnisse vom Wasserinhalt der ost- 
indischen Formen betreffen die Ausbreitung des Tiefenwassers und die Fest- 
jegung der Satteltiefen in den Verbindungsstraßen zwischen den einzelnen Becken 
durch P, M, van Riel”), Sie sind neben der Veröffentlichung im „Snellius“. 
Werk mehrfach 
in Zeitschriften 
behandelt wor- 
den [u a, 1%), %1) 
bis 2%)], so daß 
wir uns auf eine 
kurze Zusam- 
menfassung be- 
schränken kön- 
nen, Van Riel 
geht von der 
Bestimmung der 
Satteltiefen aus, indem er sich der von G, Wüst*!) im Atlantischen Ozean erfolg- 
reich angewendeten Methode bedient, nämlich daß die potentielle Temperatur 
am Boden eines Beckens gleich ist der potentiellen Temperatur des Nachbar- 
beckens im Niveau der Satteltiefe, wenn man von Vermischung und der Wirkung 
der Erdwärme absieht. Mit der Festlegung der entscheidenden Duürchlässe ist 
zugleich die Herkunft des Tiefenwassers bestimmt, die in der beigegebenen Karte 
durch die Pfeile angedeutet wird (s. Abb. 4 S. 481). Van Riel betont mit Recht, 
daß solche Pfeile nicht als Stromlinien anzusehen sind, sondern nur auf die Aus- 
breitungsrichtung hinweisen sollen. 
Zusammenfassend ist damit gezeigt, daß das Tiefenwasser des Australasia- 
tischen Mittelmeeres beherrscht wird durch pazifischen Zustrom. Auf vier Wegen 
erfolgt diese pazifische Erneuerung: 
I, Aus dem Südchinesischen Meere in das Sulu-Becken über eine Satteltiefe 
von nur 400 m, die flachste Satteltiefe im ganzen Gebiet, Darum zeigt das 
Sulu-Becken unter allen ostindischen Becken auch die höchsten Tiefentempe- 
raturen von tfp=9.3%°. 2, Aus dem Philippinen-Becken im Ostpazifischen Ozean 
über den Sangihe-Graben und durch die Kawiostraße in das Celebes-Becken. 
8. Aus dem pazifischen Philippinen-Becken als weiträumigste Ausbreitung über 
die Becken der Molukken-See durch das nördliche und südliche Banda-Becken, 
von dorf einerseits in die Becken nördlich der Kleinen Sunda-Inseln und anderer- 
seits über die Weber-Tiefe bis in das Sawu-Becken, 4. Aus dem Philippinen-Becken 
als die räumlich am stärksten begrenzte Ausbreitung Östlich der Insel Halmahera 
im das Halmahera-Beoken, Der Beeinflussung des Indischen Ozeans unterliegt 
nur der Timor-Graben und das Ara-Becken, Die Abgrenzung des pazifischen 
und indischen Einflußgebietes im ostindischen Tiefenwasser von GO. Schott2®) 
2) P. M, van Riel, Ozeanographische Forschungen in Niederländisch-Ostindien, Zeitschr. Ges. 
i, Erdkunde Berlin 1932, S, 208, — 29 G. Dietrich, Die Tiefenkarte der Östindischen Gewässer, 
Naturwissenschaften 24, 93; 1936, — ®, P. M, van Riel, The influence of the bottom configuration 
an the proporties of the sea water in the abyssal layers, Comp. Rend. Conegr. Int, de Geogr, Amster- 
dam 1938, To. II, S. 18, Leiden 1938, — 2%) G, Wüst, Das Bodenwasser und die Gliederung der 
Atlantischen Tiefsee, Wiss, Erg, d. Deutsch, Atl. Exp. Bd. VI, 1. Teil. Berlin 1933, — %) G. Schott, 
Die niederländische Tiefsee-Expedition auf der „Sibogya“. Ann. Hydr. 32, 97: 1904,
	        
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