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Full text: 67, 1939

168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1939. 
abgekühlte Luft von den Gipfeln war ins Tal abgesunken und hatte die dort 
liegende warme Luft zum Aufsteigen gezwungen und so diese Haufenwolken gebildet. 
Am 24. Juli beträgt um 10% die Temperatur bereits 21°, Es ist heiß und 
schwül. Am Himmel stehen hohe Cu-Türme, die gegen Mittag im Süden von 
Pallas-Tunturi ein Wärmegewitter bilden, das sich stark nach Norden ausbreitet. 
Das Gewitter bringt eine Abkühlung von 2°. Nach dem Gewitter weht der Wind 
aus WNW, 
Aus gleicher Richtung kommt am Nachmittag ein Frontgewitter, eine dunkle 
Wolkenwand, die eine scharfe Abgrenzung aufweist (Bild 3), Die Temperatur 
sinkt im Verlauf der heftigen Niederschläge um 5°. Die Böen erreichen 10 m/sec, 
Nach dem Durchgang dreht der Wind auf SW, Die Temperaturen bleiben von 
der Zeit nach dem Gewitier bis nachts 2h auf 16% Die Bewölkung löst sich am 
späten Nachmittage auf, 
Am 25, Juli fahren wir nach Süden zurück über Muonio, Kauliranta nach 
Oulu, Um 7b findet die Abfahrt bei Nebel statt, Wind: leiser Zug aus SW, 
t 18°, Im Laufe von 2 Stunden löst sich der Nebel auf, Bis 11h bleibt der Himmel 
wolkenlos. Dann kommen plötzlich Cu-Wolken auf, die sich in der Nähe von 
Pojala zu einem Wärmegewitter zusammenballen. Auf dem Polarkreis ist der 
Himmel wieder frei. Der Wind hat auf SE 1 bis 2 gedreht, Am Nachmittag 
erreicht das Thermometer im Zugabteil 36°! ! In Oulu fahren wir um 22h in 
ein ausgedehntes Gewitter, das bis zum nächsten Morgen anhält. Mächtige Schauer 
mit starkem Hagelschlag und heftigen Entladungen gehen mehrfach nieder. 
Während der ganzen Reise hatten wir sehr gutes Wetter, Die Temperaturen 
lagen im Durchschnitt recht hoch (über 20°, Der Himmel war häufig wolkenfrei, 
Schönwettercumuli waren viel zu beobachten. 
Charakteristisch für die Zeit unseres Aufenthaltes waren die Wärmegewitter, 
die meist am Nachmittag auftraten, Oft dehnten sie sich vom späten Nachmittag 
bis zum Abend aus. Sie brachten in kurzer Zeit heftige Niederschläge, 
Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, daß während dieser Zeit zwei Hoch. 
druckgebiete, das Azorenhoch und ein russisches Hoch an einigen Tagen durch 
einen Hochdruckrücken miteinander verbunden waren, Wir hatten Gelegenheit, 
die Auswirkung des russischen Hochs in Finnland mit seiner Wettergestaltung 
kennenzulernen. Th. Braun. 
Wetterlage: Die Bodenwetterkarte vom 10, Juli 1938, 811} (Abb. 1), läßt deutlich den ursprüng- 
lichen Aufbau des hohen Druckes über OstÄinnland und dem Weißen Meer als Kaltlufthoch erkennen, 
Zu Beginn der obigen Witterungsschilderung ist das Hochdruckgebiet 
m großen und ganzen gesehen aber bereits in seinem vertikalen Aufbau 
stabil geschichtet, da bei südöstlicher Luftzufuhr Warmluft aus dem 
inneren Rußland herangeschafft ist {selbst in 5000 m Höhe herrscht 
über Helsinki am 12, Juli 1938, Sh, Südostwind mit einer Geschwin- 
digkeit von 75 km/h), Allerdings EEE CE entsprechend der Jahres- 
zeit sehr kräftige Einstrahlung in den nz Anlaß zu 
Ainzelnen Wärmegewittern zur geben; gegen Abend ist die Bewölkung 
aber wei'gehend wieder aufgelöst. 
Die Wetterkarte vom 12, Juli 1938, 8h (Abb, 2), gibt gleichzeitig 
schon Hinweise, von welchen Seiten ein Angriff auf das russische 
Hochdruckgebiet zu erwarten ist, Über dem Nordatlantischen Ozean 
and über Westeuropa erkennen wir etwa in der Höhe des 55, Nord- 
zreitengrades mehrfach kleinere Wellenstörungen an eiuer lang- 
yestreckten Frortalzone, welche subtropische Luftmassen von denen 
3olarer Herkunft trennt. Diese von Westen heranziehenden kleinen 
Tiefdruckgebiete treffen nun gerade in der Gegend von Finnland auf 
Jas tıopospbärisch warme?) also widerstandsfähige nordosteuropäische 
Hoch, zo daß die Westwinddrift hier ihr Ende erreicht. Die Druck- 
Abb. 2, wellen werden hier nach Norden abgelenkt und verlieren dabei er- 
Wetterlage am 10. Juli 1938, 8‘ MEZ. heblich an Energie. Über dem Baltikum und Finnland befindet sich 
Auitadruck im Mesresspiegel in mb. „14 gleichsam die Brandungsstelle der atlantischen Druckwellen und 
damit auch ein Frontenauflösungsgebiet, Ua infolge der Jahreszeit die Temperaturgegensätze der heran- 
geführten Luftmassen nicht sehr groß sind, haben auch die Druckwellen nur eine geripge Intensität, und 
a 2» Div Wetterkarten sind dem „Täglichen Wetterbericht des Deutschen Reichswetterdienstes“, 
herausgegeben von der Deutschen Seewarte, Hamburg, entnommen. — *) Murmansk in Nordwest. 
rußland ıet z. BB, am 13, Juli 1938, 8 Uhr, durebschnitilich um S° wärmer in der unteren Atmo- 
sphäre als Hamburg,
	        
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