Kleinere Mitteilungen,
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und durchweg recht schön, Am 18. Juli erreichten wir Koli und verließen
damit das südöstliche Finnland,
Bei Rovaniemi überschreiten wir am 21, Juli den nördlichen Polarkreis.
Am Morgen ist in Oulu das Wetter bei wolkenlosem Himmel schön (8b finn,
Zeit: 22°. Über Mittag bildet sich Quellbewölkung, die mit zunehmender Ein-
strahlung stärker wird (14h: 27%, Gegen 14h beobachten wir ein Wärmegewitter
(Bild 1 auf Tafel 48) im NW, das mit ziemlich starkem Niederschlag verbunden
ist, Am Nachmittag erreichen wir Rovaniemi, wo ebenfalls hohe Temperaturen
herrschen. Um 20h können wir noch 25° ablesen. Der Himmel ist wolkenlos,
and es weht eine leichte Brise aus Süd.
Am 22. Juli zeigt das Thermometer um 10h schon 26°. Der Wind weht mit
ainer Stärke von etwa 2 m/sec aus Ost. Im NW zeigt sich eine leichte Cirren-
Bewölkung, Bis 13h steigt die Temperatur auf 29°, Es ist drückend heiß und
schwül. Von Zeit zu Zeit wehen heftige Böen in den Straßen, die auf stärkere
Vertikalböigkeit schließen lassen, Der Himmel ist etwa !/, mit gut ausgeprägten
Cu-Wolken bedeckt, Im NW haben sich starke Haufenwolken gebildet, die
eine beträchtliche Höhe besitzen. Als wir von einem erhöhten Punkt einen
weiteren Ausblick haben, sehen wir im NW ein ausgedehntes Gewitter, das sich
nicht zu bewegen scheint. Mit dem Auto fahren wir nach Mittag auf das Gewitter
zu und beobachten starken Platzregen, Nach kurzer Fahrt ist das Gewitter
arreicht, und wir fahren in die Regenzone des Gewitters hinein. Heftige Regen-
züsse fallen mit kurzen Unterbrechungen, Mit unserem Wagen, der 45 km/h
{ährt, bleiben wir ungefähr 1!/, Stunde in dem starken Regen, der zeitweise sich
zu gewaltigen. Güssen verstärkt, Die Temperatur ist stark gesunken. Leider
konnten wir vom Wagen aus während der Fahrt keine annähernd brauchbare
Temperaturmessung vornehmen, Auf einer kurzen Fahrtpause in Kittilä können
wir den Wagen verlassen und beobachten, daß sich die Bewölkung in östlicher
Richtung mit etwa 8 bis 10 m/sec fortbewegt, Im NE lag der Rand des Ge-
witters, angedeutet durch den scharf begrenzten Rand der dunklen Wolken gegen
einen Streifen hellen Himmels,
Auf der Weiterfahrt kommen wir nochmals in Schauerzonen hinein. Den
Ort Monio (nordwestlich von Kittilä) hatte das Gewitter nicht erreicht. Das
Gewitter mag sich in folgender Weise entwickelt haben: Zunächst entstand ein
Wärmegewitter, Dieses brachte in seinen Hauptniederschlagsgebieten mit dem
heftigen Regen eine starke Abkühlung am Boden. Diese kalte Luft zwang in
ihrer großen Ausdehnung die noch am Rande liegende wärmere Luft zum Auf-
steigen und entwickelte eine bogenförmige Front, die sich ostwärts in einer
Längenausdehnung von etwa 50 bis 80 km bewegte und so einen Kaltfrontcharakter
irug. Gegen 22h war der Himmel noch %, bedeckt, Die Sonne kam teilweise
durch. t15°% Die Wolkenuntergrenze lag schätzungsweise auf 800 bis 1000 m
über NN.
Am Morgen des 23, Juli lasen wir in Pallas-Tunturi um 8b 19° ab, bei
leichter Bewölkung. Vormittags quillt die Bewölkung immer stärker auf, bis sie
gegen Mittag große Cu-Türme zeigt. Kurz vor Mittag herrscht am Boden
eine Böilgkeit, die durch thermische Konvektionsströme hervorgerufen wird.
10h; 21°; 12: 247/,°, Der Wind ist am Boden gleich Null, in der Höhe ist aber
sine leichte Luftbewegung zu beobachten... Von Süden. ziehen um Mittag hohe
Cirren herauf, Der Wind weht am Boden über Mittag aus Süd, läßt nachmittags
nach, um abends wieder aufzufrischen. Die Quellbewölkung (Bild 2} dehnt sich
stellenweise aus und bildet kleine Gewitterböen mit geringen Entladungen, die
gegen 18h Niederschläge in Schauern bringen. t 18b: 23% 20h: 22° Die Be
wölkung hat sich überall aufgelöst,
Beim Aufstieg auf den höchsten Gipfel in Pallas-Tunturi, Taivaskero, um den
Sonnenuntergang zu beobachten, der um etwa 23.40% erfolgte, fiel im NW über
dem Ounas-Gebirge eine ziemlich ausgedehnte Cu-Bank auf, aus der einige
Türme hervorquollen. Aus der Wolkendecke fiel unter den Türmen heftiger Regen,
Diese Erscheinung, die man bei uns oft zur Zeit der stärksten Einstrahlung
beobachten kann, sah man hier zur Zeit der geringsten Einstrahlung, Die stärker