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Full text: 67, 1939

466 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1939, 
wurde für jeden Tag der Unterschied zwischen dem arithmetischen Mittel der 
vorhergesagten und eingetretenen Druckänderung berechnet und dieser Betrag 
hier als „primäre Druckänderung“ bezeichnet (5, Spalte der Tabelle 1). Bringt 
man diese Korrektur an die Einzelwerte der vorhergesagten Druckänderung an, 
So verringert sich die Abweichung weiter, in der letzten Vertikalreihe ist diese 
— wieder auf 1 mb Druckänderung bezogen — ebenfalls zusammengestellt. Das 
Gesamtmittel für alle 23 Tage liegt jetzt nur wenig über der Hälfte der tat- 
sgächlichen Druckänderung und überschreitet diese nur an einem Tage. 
Die Genauigkeit der Druckvorhersage ist natürlich über den einzelnen Ge- 
bieten Zentraleuropas nicht überall gleichgroß. Man kann erwarten, daß wegen 
der genaueren Zeichnung der Druck- 
verteilung über dem Kontinent und 
vor allem auch wegen der exakteren 
Konstruktion der Höhenwetterkarten 
über dem mitteleuropäischen Raum 
hier die vorausberechnete Wetter- 
karte zuverlässiger ist als am west- 
lichen Rande des Kontinents, Das ist 
tatsächlich der Fall. 
Zur Klärung dieses Sachverhalts 
wurde die mittlere Abweichung für 
mehrere Orte Zentraleuropas während 
der untersuchten 23 Tage berechnet, 
Das Ergebnis ist in Fig. 7 — wieder 
bezogen auf 1 mb Druckänderung — 
zur Darstellung gebracht, woraus eine 
Abnahme des Fehlers von Nordwest 
nach Südost unverkennbar ist, wenn auch die Einzelwerte bei der bisher zur 
Verfügung stehenden kurzen Periode noch stärker streuen, Am genauesten 
stimmte die Druckvorhersage für Budapest, Königsberg und Warschau, also gerade 
jene Orte, die „in Lee“ des dichten aerologischen Netzes Mitteleuropas liegen. 
Natürlich gilt es jetzt, erst einmal eingehende Erfahrungen mit den Vorher- 
sagekarten zu sammeln und gerade jene Fälle näher zu untersuchen, in denen 
die eingetretene Druckänderung erheblich von der Vorhersage abweicht. Auch 
kann das Verfahren durch schrittweise Berechnung für einzelne Zwischentermine 
und die Zeichnung vorhergesagter Höhenwetterkarten noch weiter verfeinert 
werden, worüber hier jetzt aber nicht berichtet werden soll. Es ist nur zu 
wünschen, das die aerologischen Aufstiege vom Ausland früher gefunkt werden 
als bisher, so daß die Vorhersagekarte bis etwa 11 Uhr vorm. fertiggestellt und 
damit schon zur Verbesserung der Vormittagsvorhersage verwendet werden kann. 
R. Scherhag, Reichsamt für Wetterdienst, Berlin, den 24. Juli 1939. 
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2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 136: Finnland, — Aus 
der Sammlung des überseeischen meteorologischen Diensteg der Deutschen See- 
warte. — Witterungsverlauf an Sommertagen während einer Reise 
durch Finnland. Beobachtungszeit: 12. bis 25. Juli 1938 (Hierzu Tafel 48}. 
Am 12, Juli 1938 trafen wir in Helsinki ein, In den Tagen der Seereise 
vom. 9, bis 11, Juli Jag ein Tiefdruckgebiet mit geringem Druckgefälle über der 
Ostsee. Von einem sich darauf ausbreitenden russischen Hoch wurde die Wetter- 
lage in den folgenden Tagen beherrscht. Der Wind wehte überwiegend aus 
Osten, Die Temperaturen lagen im Durchschnitt bei 25° (15. Juli 9h: 25°; 12h; 
28°; 195; 24° — 16. Juli 10%; 251°; 12h: 271°; 19k; 22°). Schon in den Morgen- 
stunden war es5 recht warm, so daß man eher den Eindruck hatte, in südlichen 
Ländern zu sein, nicht aber in nördlichen. 
Der Himmel war vormittags meist wolkenlos. Um Mittag bildeten sich 
hohe Cumuluswolken, aus denen sich am frühen oder späten Nachmittag kleine 
Wärmegewitter mit starken Regenfällen entwickelten, die sich aber bald wieder 
auflösten. So war die gesamte Wetterlage bis zum 18. Juli ziemlich einheitlich
	        
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