160 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1939,
35.3° N und es wird a -} ı == 305° — 18° = 287°, für Nauen auf 834,8° N, mit
a + = 46° 4 28° = 74°, Die Zeichnung in der Karte ergibt dann den wahren
Schiffsort zu p = 35.0° N und A =29.1° W. Die Lösung der Aufgabe auf diese
Art ist übrigens nichts anderes als eine graphische Durchführung der Methode
von 8. v. Kobbe, Ann. d. Hydr. 1925 8. 187 (siehe auch Immler, A. d. Archiv
d. D, Seew, Bd, 45 Heft 2, 1928, Breitenmethode),
Über den an den Großkreis anzubringenden Winkel w läßt sich übrigens
noch sagen, daß er aus der Karte direkt gewonnen werden kann. Man verfolgt
den Breitenparallel des auf den Mittelmeridian erhaltenen Leitpunktes bis zum
Meridian des Senders und liest den Winkel ab, um den der dortige Meridian in
eine Parallele zum Mittelmeridian gedreht werden muß. Die Richtung der
Drehung ist übrigens gleichsinnig mit dem Drehsinn, in dem der Winkel an die
Großkreispeilung anzubringen ist. Da nun der innere Kranz der Peilrose in 5°
Abstand fast ebene Verhältnisse widerspiegelt, so ist die Zeichnung dem Azimut-
gleiche denkbar einfach. Nachdem die Rose in die richtige Lage gebracht ist,
zählt man auf den inneren Rosenkranz in 5° Abstand den Winkel ı@ vom Peil-
strahl weiter und verbindet mit dem Lineal den Kranzpunkt mit dem Mittel-
punkt der Rose, Man kann direkt auf der Karte arbeiten, wenn man die Peil-
rose bis zu diesem Kranze ausschneidet, Die praktische Niederlegung der
Azimutgleiche erledigt sich also durch Einschieben der ausgerichteten Rose
(so daß der Peilstrahl durch den Sender geht), durch ein Weiterzählen um den
Winkel ı und durch das Ziehen eines geraden Striches,
Schon v, Kobbe hat es empfunden, daß die Aufsuchung der Breite eines
Leitpunktes bei kleinem Azimut erschwert wird. Seine Längenmethode kann
aber auch graphisch in der transversalen Merkatorkarte wiederholt werden.
Man legt dann die Peilrose ausgerichtet so an, daß ihr Mittelpunkt auf dem
Mittelmeridian mit der gewählten Breite zusammenfällt, Darauf verfolgt man
den durch die Beobachtung vorgeschriebenen Peilstrahl bis zur Breite des
Senders und erhält somit den Längenunterschied zwischen Sender und Mittel-
meridian aus der Karte. Da somit die angenommene Länge des Hilfsmeridians
bekannt ist, kann sein Längenunterschied gegen den zweiten Sender angegeben
und die weitere Zeichnung nach der Breitenmethode durchgeführt werden,
Der Vorteil der Benutzung der transversalen Merkatorkarte liegt darin, daß
die Methode in allen Breiten zu gebrauchen ist, während auf höheren und
höchsten Breiten das Weirsche Diagramm versagt. Die Unendlichkeitspunkte
der transversalen Merkatorkarte liegen dagegen in dem Punkte, der 90° von
der angenommenen Länge des Mittelmeridians auf dem Äquator liegt, an dem
das Azimut gleich dem Breitenkomplement des Senders ist. Hier versagt aber
die Methode der Funkpeilung überhaupt (vgl. Immler, Zeitschr. £. Hochfr. techn.
Bd. 26, 1925 5, 73).
Der weitere Vorteil der Karte liegt darin, daß der Empfängerort immer in
größte Nähe des Mittelmeridians verlegt wird, wo die Karte die größte Strecken-
treue aufweist. Das Einlegen der Azimutgleichen geht also ohne jegliche merk-
liche Streckenverzerrung vor sich, Ein Nachteil der Methode liegt darin, daß
bei größerer Ortsveränderung des Empfängers in ost-westlicher Richtung die
Sender den veränderten Längenunterschieden entsprechend in der Karte nach.
gerückt werden müssen, damit die Zeichnung des Beobachtungsortes in der Nähe
des Mittelmeridians bleibt. Dem steht aber wieder der Vorteil gegenüber, daß
die Methode universal ist und sowohl bei kleinen wie mittleren und größten
Jangstrahligen Entfernungen ohne Unterschied angewendet werden kann,
Aus der Karte ist ohne weiteres der Übergang der Näherungsmethoden
abzulesen, Bei Annäherung an den Mittelpunkt der Peilrose werden die Peil-
strahlen immer mehr geradlinig, Bei einer Entfernung von 10° = 600 sm= 1111 km
vom Mittelpunkt ist der Richtungsunterschied zwischen Peilstrahl und gerader
Linie im Maximum bei 45° nur 8.9, kann also vernachlässigt werden. Man
kann also bei Entfernungen bis zu rd. 1000 km auf die Benutzung der trans-
parenten Peilrose verzichten und in der Karte mit einem gewöhnlichen Kurs-
dreieck bei der Auffindung des Leitpunktes arbeiten, Der dabei gemachte Fehler