156 Annalen der Hydrographie und Maritumen Meteorologie, September 1939,
des Golfstroms und seiner Ausläufer im Nordatlantischen Ozean in letzter Zeit
wesentlich ausgeprägter gewesen und gegenüber früher verstärkt worden sind.
Das hatte zur Folge, daß auch der im Westen Islands entlangsetzende Irminger-
strom stärker ausgebildet wurde und somit im Süden und vor allem im Westen
Islands die Wintertemperaturen des Oberflächen wassers bedeutend heraufgesetzt
hat. Die gleichzeitige Erhöhung der Sommertemperaturen des nördlichen und
östlichen isländischen Küstenwassers im Verlaufe von zehn Jahren ist wohl einzig
und allein auf die maßgebliche Einwirkung des im Norden seit langem stark
erwärmten ostgrönländischen und ostisländischen Polarstroms zurückzuführen,
Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß auch das nördliche isländische Küsten-
wasser vor allem in den letzten Jahren wesentlich unter der Fernwirkung des
stark ausgeprägten Irmingerstroms gestanden hat,
Schrifttum.
|. E. Goedecke: Die Temperatur- und Salzgehaltsanomalien des Oberflächenwassers der Deutschen
Bucht auf Grund der deutschen Feuerschiffsbeobachtungen 1923—1936, Ber, d. Dt, Wiss, Komm.
j. Meeresf. N, F. Bd. IX, Heft 2, S. 254, Stutigart 1988,
2, H. Thomsen: Variatione of the surface temperaiure at Selvopsbanki, Iceland, during ihe years
1895—1936, Rapp. et Proc, Verb. des B£unions, Vol, CV, 3emo Partie-Appendices (1936—1937),
8, 51, Kopenbagen 1987, .
3. BR. Scherhag: Die Erwärmung des Polargebietes, Annalen d. Hydr. usw., 67. Jhrg., Heft II,
8. 57, Berlin 1939,
4. ER. Scherhag: Die Milderung unseres Klimas in den letzten Jahrzehnten, Die Umschau, 43. Jhrg.,
Heft 11, £ 243, Frankfurt a, M. 1939.
5. RK. Scherhag: Die gegenwärtige Milderung der Winter und ihre Ursachen, Annalen. d. Hrdr.
usw., 67, Shre., Heft VI, &. 292, Berlin 1939,
6. H. Thomsen: Hydrography of Icelandie Waters. The Zoology of Iceland, Vol. 1, Part 4, Kopen-
hagen and Reykjavik 19938.
7. Marineleitung: Handbuch für Island, die Faröer und Jan Mayen, 4, Aufl, IT. Allgemeines,
& 79, Die Wassertemperaturen an der Oberfläche, Berlin 1934,
Die transversale Merkatorkarte und ihr Gebrauch in der astronomischen
und Funknavigation.
Von Prof. W. Immer, Berlin,
(Hierzu Tafeln 45 bis 47 mit Abbildungen 2, 4 und 5}
Während im allgemeinen die Abbildungen der Erde aus leicht einzusehenden
Gründen äquatorständig sind, d. b. den Äquator als Grund- und Hauptlinie ab-
bilden, ist schon häufig der Gedanke ausgesprochen worden,
diese Abbildungsarten um 90° zu drehen und einen Meridian
als Grundlinie zu wählen. Solche Karten sind schon von
Fave und Rollet de 1’Isle (Annales hydrographiques 1892
3, 159) und von A, Vital (Mitteilungen aus dem Gebiete des
Seewesens 1900 S. 272) besprochen worden. Maurer nennt
sie in Ann. d, Hydr. 1905 S, 361 Plattkartendiagramme (Über
Auflösung von Poldreiecksaufgaben durch Diagramme, die
auf Zenitalkartenprojektionen beruhen, 8. 355), In neuerer
Zeit griff diesen Gedanken L, Becker (Monthly Notices of
the R. Astr. Soz, Dez. 1930 S, 226, Ann. d. Hydr. 1930 S, 401) auf.
In dieser Karte ist allgemein ein Meridian, andererseits
auch das sphärisehe Lot irgendeines Kugelpunktes auf diesen
Meridian streckentreu abgebildet, und sie gleicht damit, nur
um 90° verdreht, der aus der Geschichte der Nautik be-
kannten Plattkarte, Die Abbildung eines Punktes mit der
Breite g und dem Längenunterschied 4 gegenüber dem ge-
wählten Meridian ist dann in den rechtwinkligen Koordi-
naten x, y (Abb. 1) sin X = Cosgrsin A } . SU
tang y= tangesecÄfß 7 5 N
Der wesentliche Vorteil dieser Projektion liegt in ihrer
inneren Verschiebbarkeit längs des gewählten Meridians,
Denn wie sich das Bild der Merkatorkarte nicht ändert, wenn man einen Punkt
in der Richtung parallel zum Äquator verschiebt, so muß das Projektionsbild in
zz?“