Neuere Veröffentlichungen,
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1aß im Verlauf des ganzen Tages die Durchsichtig-
keit der Luft am 29. bedeutend geringer war als
am 4, {s, d, Tab) ,
Nach den absoluten Maxima der Strahlung
können wir Baur annähernd über die Strahlungs-
rerhältnisse einiger zufälliger Tage am Anfang
ler am Ende des Monais urteilen (wenn nur
dieser Monat nicht mit dem Extrem der Strahlung
Hır das Jahr zusammenfällt)l, Monate mit eine
Ausnahme bildender Durehsichtigkeit der Luft
werden ein unbedeutendes absolutes Maximum der
Strahlung haben, weil die Wolken die Sonne gerade
ij den Tagen und Stunden verdecken, wenn die
Sonnenhöhe am größten ist,
Wenn wir bei Beschreibung der meteorologischen
Verhältnisse irgendeines Monats uns nur auf die
Angabe von Extremwerten der meteorologischen
Elemente beschränken wollen, wäre e3 besser, nicht
die absoluten Extreme für den Monat anzugeben,
sondern jene Werte des meteorologischen Elementes,
welche am meisten von der Norm des entsprechenden
Tages abweichen, Diese Größen wird der Verf,
positive und negative maximale Anomalie nenben,
Über die maximalen Anomalien kann man
such in dem Fall urteilen, wenn die vieljährigen
Durchschnittswerte uns unbekannt und nur eine
Reihe Beobachtungen gegeben sind, Verf. führt
dies an der graphischen Darstellung aus.
Hedwig Stoltenberege.
anderes Gesicht bekommen und auch die wirt-
schaftliche Entwickhing einen kräftigen Auf-
schwung genömmen hat, B. Schulz.
Wissenschaitliche Ergebnisse der Deutschen Grön-
land-Expedition Alfred Wegener 1929 und 1930
bis 1931. Herausgegeben im Auftrage der Not-
zemeinschaft der Deutschen Wissenschaft von
Kurt Wegener. Band IV: Meteorologie,
2, Halbband: Die Ergebnisse von Rupert
Holzapfel, Walter Kopp und Kurt
Wegener, mit Ergänzungen zu dem Beob-
uehtungsmaterijal von Eismitte von Johannes
Georgi und glaziologischen Beiträgen von
Hugo Täls und Ernst Sorge, 350 8. m,
332 Abb, und Tabellen, Verlag von F. A, Brock-
haus, Leipzig 1939,
Anläßlich der ausführlichen Besprechung des
\. Halbbandes (Ann, Hydr. 1936, &, 121 bis 125}
xurde eingehend auf die ungewöhnlichen
Schwierigkeiten hingewiesen, die sich dieser
Grönland-Expedition entgegengestellt haben, und
ebenso wurde der Erfindergeist und das technische
Können der ein zelnen Stationsbesatzungen eingehend
zewürdigt, denen es allen Widerwärtigkeiten
zum Trotz dennoch gelungen war, ein Beob-
achtungsmaterial zu sammeln, wie es nur wenige
Expeditionen vordem heimgebracht haben,
Der jetzt vorliegende 2. Halbbaud bringt noch
zahlreiche Beobachtungsergebnisse für Eismitte,
zusammengestellt von Kurt Wegener, und zwar
die Bahnen der Pilotballone, die mittleren
und höchsten Windgeschwindigkeiten, das
Anwachsen der Schneedecke, die Zahl der
DEP STA mit Reifbildung und
Schnee, die Niederschlags- und Verdunstungs-
lang, die Monatemittel der relativen Feuch-
ügkeit in bezug auf Wasser und Eis, Tayges-
und Monatsmättel von Luftdruck und Hütten-
Femperatur sowie mehrere Tabellen über die
Temperaturen der bodennahen Tatftschicht
and die Mittel der Stundenwerte von Lufl-
Zruck und Temperatur,
Der kälteste Monat war der Februar 1931
mit —47.9%°, womit aber das durchschnittliche
Januar-Mittel von Werchojansk, das —50,1°
veträgt, nicht erreicht wurde, Der kälteste Tag
war der 26. Februar mit einem Mittel von — 02,0%,
and es ist sehr bemerkenswert, daß dieses Tempe-
‘aturminimumim Zentrum eines mächtigen
KXaltlufthochs eintrat, dessen Kern nach dem
Secwartenbericht am 26, unmittelbar bei Eismitte
zelegen haben. muß und das am 24, in Jakobshavn
ınd Upernivik an der Westküste und am 27. in
Kismitte den höchsten Barometerstand sämt-
.‚icher Wintermonate Dezember bis Februar
zebracht hat,
Wie eng im übrigen die Beziehung zwischen
dem Isobarenverlauf — soweit aus der Boden-
yetterkarte ersichtlich — und den Temperatur-
rerhältnissen ist, dafür sind die folgenden Tage
än Musterbeispiel, die nach diesem Temperatur-
ninimum einen neuntägigen Temperatur-
anstieg um 45° auf ein Tagesmittel von — 17,7?
am 6, März bescheren, Nach der in Abb. 23 ab-
zedruckten Wetterkarte gelangte an diesem Tage
Luft aus dem Bereiche der Biskaya mit Orkan-
artiger Südostströmung über Island nach Grönland,
wobei aber auf Eismitte die Windrichtung ebenso
5stlich bis nordöstlich blieb wie an jenen Taxen,
an denen die Luft aus dem Polargebiet stammte,
wofür in Abb. 22 als Beispiel der 16. Januar an-
zeführt ist.
Friedrich Mager. Die Landschaftsentwicklung
Aer Kurischen Nehrung, Gräfe und Unzer Ver-
lag, Königsberg (Pr.)., 2408, Mit vier Karten-
beilagen sowie sechs Karten und Abbildungen
im Text, Preis geb, S RM,
Der Verfasser Bat in einer Untersuchung der
Veränderungen des Küstenverlaufes der Insel Sylt
bereits überzeugend nachgewiesen, daß eine kritische
Benutzung des vorhandenen historischen Quellen-
materials wertvolle Hilfe leisten kann bei der Lösung
uaucher morphologischen Fragen und bei der Unter-
suchung der Veränderung und Entwicklung der
Landschaft (vgl. ds. Zeitschr, 1928, ». 108f,), Die
gleiche historisch-geographische Arheit-methode hat
der Verfasser angewandt bei der Behandlung der
Landschaftsentwieklung der Kurischen Nehrung.
Die Darstellung beruht außer auf der kritischen
Benutzung gedruckter Quellen auf dem unge-
Arnckten Aktenmaterial der Staatsarchive Berlin,
Königsberg und anderer Ntellen, und € ist dem
Verfasser gelungen, ein weit vollständigeres und
zuverlässigeres Bild der Entwicklung der Nehrung
and der auf ihr befindlichen Siedlungen zu g&-
winnen als wir vorher besaßen. Von besonderem
Interesse ist die Feststellung, daß das Verschwinden
des Waldes und die Entwicklung der Wanderdünen
keine durch die Natur bedingte allmählich sich
entwickelte Naturerscheinung darstellt, sondern
ganz im wesentlichen durch unvernünftige mensch-
liche Bewirtschaftung des Waldes, durch Raubbau,
verursacht ist, Mindestens von der jüngeren Stein-
zeit an bis in die Ordenszeit hinein, also 3*/, Jahr-
tausende hindurch, hat der Wald ununterbrochen
von Cranz bis zum Nordende der Nehrung be-
standen, der Rückgang und die Auflösung des
Waldes hat sich dann schnell innerhalb der fol-
genden vier bis fünf Jahrhunderte vollzogen. Das
Schicksal der Nehrungsdörfer wird unter Anfüh-
rung der historischen Quellen im einzelnen nach-
gewiesen, Erst das staatliche Eingreifen seit Be-
vinn des 19. Jahrhunderts hat die ohende völlige
Versandung verhindert und bewirkt, daß die land-
schaftliche Entwicklung der Nehrung ein zanz