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Full text: 67, 1939

Neuere Veröffentlichungen, 
439 
1aß im Verlauf des ganzen Tages die Durchsichtig- 
keit der Luft am 29. bedeutend geringer war als 
am 4, {s, d, Tab) , 
Nach den absoluten Maxima der Strahlung 
können wir Baur annähernd über die Strahlungs- 
rerhältnisse einiger zufälliger Tage am Anfang 
ler am Ende des Monais urteilen (wenn nur 
dieser Monat nicht mit dem Extrem der Strahlung 
Hır das Jahr zusammenfällt)l, Monate mit eine 
Ausnahme bildender Durehsichtigkeit der Luft 
werden ein unbedeutendes absolutes Maximum der 
Strahlung haben, weil die Wolken die Sonne gerade 
ij den Tagen und Stunden verdecken, wenn die 
Sonnenhöhe am größten ist, 
Wenn wir bei Beschreibung der meteorologischen 
Verhältnisse irgendeines Monats uns nur auf die 
Angabe von Extremwerten der meteorologischen 
Elemente beschränken wollen, wäre e3 besser, nicht 
die absoluten Extreme für den Monat anzugeben, 
sondern jene Werte des meteorologischen Elementes, 
welche am meisten von der Norm des entsprechenden 
Tages abweichen, Diese Größen wird der Verf, 
positive und negative maximale Anomalie nenben, 
Über die maximalen Anomalien kann man 
such in dem Fall urteilen, wenn die vieljährigen 
Durchschnittswerte uns unbekannt und nur eine 
Reihe Beobachtungen gegeben sind, Verf. führt 
dies an der graphischen Darstellung aus. 
Hedwig Stoltenberege. 
anderes Gesicht bekommen und auch die wirt- 
schaftliche Entwickhing einen kräftigen Auf- 
schwung genömmen hat, B. Schulz. 
Wissenschaitliche Ergebnisse der Deutschen Grön- 
land-Expedition Alfred Wegener 1929 und 1930 
bis 1931. Herausgegeben im Auftrage der Not- 
zemeinschaft der Deutschen Wissenschaft von 
Kurt Wegener. Band IV: Meteorologie, 
2, Halbband: Die Ergebnisse von Rupert 
Holzapfel, Walter Kopp und Kurt 
Wegener, mit Ergänzungen zu dem Beob- 
uehtungsmaterijal von Eismitte von Johannes 
Georgi und glaziologischen Beiträgen von 
Hugo Täls und Ernst Sorge, 350 8. m, 
332 Abb, und Tabellen, Verlag von F. A, Brock- 
haus, Leipzig 1939, 
Anläßlich der ausführlichen Besprechung des 
\. Halbbandes (Ann, Hydr. 1936, &, 121 bis 125} 
xurde eingehend auf die ungewöhnlichen 
Schwierigkeiten hingewiesen, die sich dieser 
Grönland-Expedition entgegengestellt haben, und 
ebenso wurde der Erfindergeist und das technische 
Können der ein zelnen Stationsbesatzungen eingehend 
zewürdigt, denen es allen Widerwärtigkeiten 
zum Trotz dennoch gelungen war, ein Beob- 
achtungsmaterial zu sammeln, wie es nur wenige 
Expeditionen vordem heimgebracht haben, 
Der jetzt vorliegende 2. Halbbaud bringt noch 
zahlreiche Beobachtungsergebnisse für Eismitte, 
zusammengestellt von Kurt Wegener, und zwar 
die Bahnen der Pilotballone, die mittleren 
und höchsten Windgeschwindigkeiten, das 
Anwachsen der Schneedecke, die Zahl der 
DEP STA mit Reifbildung und 
Schnee, die Niederschlags- und Verdunstungs- 
lang, die Monatemittel der relativen Feuch- 
ügkeit in bezug auf Wasser und Eis, Tayges- 
und Monatsmättel von Luftdruck und Hütten- 
Femperatur sowie mehrere Tabellen über die 
Temperaturen der bodennahen Tatftschicht 
and die Mittel der Stundenwerte von Lufl- 
Zruck und Temperatur, 
Der kälteste Monat war der Februar 1931 
mit —47.9%°, womit aber das durchschnittliche 
Januar-Mittel von Werchojansk, das —50,1° 
veträgt, nicht erreicht wurde, Der kälteste Tag 
war der 26. Februar mit einem Mittel von — 02,0%, 
and es ist sehr bemerkenswert, daß dieses Tempe- 
‘aturminimumim Zentrum eines mächtigen 
KXaltlufthochs eintrat, dessen Kern nach dem 
Secwartenbericht am 26, unmittelbar bei Eismitte 
zelegen haben. muß und das am 24, in Jakobshavn 
ınd Upernivik an der Westküste und am 27. in 
Kismitte den höchsten Barometerstand sämt- 
.‚icher Wintermonate Dezember bis Februar 
zebracht hat, 
Wie eng im übrigen die Beziehung zwischen 
dem Isobarenverlauf — soweit aus der Boden- 
yetterkarte ersichtlich — und den Temperatur- 
rerhältnissen ist, dafür sind die folgenden Tage 
än Musterbeispiel, die nach diesem Temperatur- 
ninimum einen neuntägigen Temperatur- 
anstieg um 45° auf ein Tagesmittel von — 17,7? 
am 6, März bescheren, Nach der in Abb. 23 ab- 
zedruckten Wetterkarte gelangte an diesem Tage 
Luft aus dem Bereiche der Biskaya mit Orkan- 
artiger Südostströmung über Island nach Grönland, 
wobei aber auf Eismitte die Windrichtung ebenso 
5stlich bis nordöstlich blieb wie an jenen Taxen, 
an denen die Luft aus dem Polargebiet stammte, 
wofür in Abb. 22 als Beispiel der 16. Januar an- 
zeführt ist. 
Friedrich Mager. Die Landschaftsentwicklung 
Aer Kurischen Nehrung, Gräfe und Unzer Ver- 
lag, Königsberg (Pr.)., 2408, Mit vier Karten- 
beilagen sowie sechs Karten und Abbildungen 
im Text, Preis geb, S RM, 
Der Verfasser Bat in einer Untersuchung der 
Veränderungen des Küstenverlaufes der Insel Sylt 
bereits überzeugend nachgewiesen, daß eine kritische 
Benutzung des vorhandenen historischen Quellen- 
materials wertvolle Hilfe leisten kann bei der Lösung 
uaucher morphologischen Fragen und bei der Unter- 
suchung der Veränderung und Entwicklung der 
Landschaft (vgl. ds. Zeitschr, 1928, ». 108f,), Die 
gleiche historisch-geographische Arheit-methode hat 
der Verfasser angewandt bei der Behandlung der 
Landschaftsentwieklung der Kurischen Nehrung. 
Die Darstellung beruht außer auf der kritischen 
Benutzung gedruckter Quellen auf dem unge- 
Arnckten Aktenmaterial der Staatsarchive Berlin, 
Königsberg und anderer Ntellen, und € ist dem 
Verfasser gelungen, ein weit vollständigeres und 
zuverlässigeres Bild der Entwicklung der Nehrung 
and der auf ihr befindlichen Siedlungen zu g&- 
winnen als wir vorher besaßen. Von besonderem 
Interesse ist die Feststellung, daß das Verschwinden 
des Waldes und die Entwicklung der Wanderdünen 
keine durch die Natur bedingte allmählich sich 
entwickelte Naturerscheinung darstellt, sondern 
ganz im wesentlichen durch unvernünftige mensch- 
liche Bewirtschaftung des Waldes, durch Raubbau, 
verursacht ist, Mindestens von der jüngeren Stein- 
zeit an bis in die Ordenszeit hinein, also 3*/, Jahr- 
tausende hindurch, hat der Wald ununterbrochen 
von Cranz bis zum Nordende der Nehrung be- 
standen, der Rückgang und die Auflösung des 
Waldes hat sich dann schnell innerhalb der fol- 
genden vier bis fünf Jahrhunderte vollzogen. Das 
Schicksal der Nehrungsdörfer wird unter Anfüh- 
rung der historischen Quellen im einzelnen nach- 
gewiesen, Erst das staatliche Eingreifen seit Be- 
vinn des 19. Jahrhunderts hat die  ohende völlige 
Versandung verhindert und bewirkt, daß die land- 
schaftliche Entwicklung der Nehrung ein zanz
	        
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