Kleinere Mitteilungen,
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der Fall ist. Daher mag von einer Anführung dieser Messungen abgesehen
werden, zumal auch eine grundlegende Änderung‘ der Ergebnisse in keiner
Weise eintritt.
Die Gesamtzahl der hier mitgeteilten Beobachtungen ist nur gering, weil
lediglich die zuverlässigsten Beobachtungen verarbeitet wurden, die bei kleinen
Bewölkungsgraden gemacht sind.
Vergleicht man hier die Häufigkeit der geraden Skalenzahlen mit der der
ungeraden (also interpolierte Werte!), so erkennt man, daß beide in gleicher
Anzahl vorhanden sind. Von einem Überwiegen der ungeraden Ziffern, wie es
von einigen Beobachtern, z.B. H. Lettau (2) und G. Schindler (s) festgestellt
worden ist, kann bei dem hier vorliegenden Material unmöglich gesprochen werden.
Ob diese vom Verfasser gefundenen Ergebnisse bezüglich der gleichen Häufig-
keit beider Zifferngruppen auf der strengen Auswahl und vor allen Dingen auf
der großen Vorsicht bei den Messungen selbst beruht, mag zunächst dahingestellt
bleiben, jedenfalls darf man andere Gründe, wie verschiedene Beschaffenheit der
Skala oder verschiedene Auffassungsgabe der Beobachter, nicht ohne weiteres
von der Hand weisen, Es muß aber dazu noch erwähnt werden, daß auch bei
Benutzung aller einigermaßen brauchbaren Beobachtungen das Ergebnis das
gleiche zu bleiben scheint, ja sogar offenbar eher zu einem Überwiegen der
geraden Zahlen neigt. In diesem Zusammenhang sei auch an die Beobachtungen
von H. Grimm und F. W, Müller in Tabarz (4) erinnert, die auch nicht auf eine
größere Häufigkeit der ungeraden Blaugrade hinzielen.
Zur Untersuchung des Materials auf einen eventuellen Tagesgang der Himmels-
bläue hin wurden 15 vollständige Tagesreihen herausgezogen, wo zu jeder vollen
Stunde wahrer Ortszeit eine Messung vorlag. Das Mittel über alle diese Tages-
reihen ist in der Tab. 2 zusammengefaßt,
wobei stets zwei Stellen hinter dem Punkt
angegeben sind, um die geringen bestehen-
den Unterschiede klarer und stärker in
Erscheinung treten zu lassen.
Die Reihen wurden erhalten im Juli und November 1937 und im Februar, März
und Juni 1938, Die Mittagswerte liegen hiernach offenbar etwas tiefer als die
des Vor- bzw. Nachmittages mit einem Minimum um 12b, Eigenartig ist aber der
recht hohe 13h.-Wert. Natürlich ist dieser Gang, sofern man ihn als reell ansehen
kann, bei weitem nicht so deutlich wie der von H. Landsberg und Jobbins
erhaltene (s) (se), der aber mit einem von den Verfassern konstruierten Blau-
Glaskeil-Instrument gefunden worden ist. Man kann aber wohl annehmen, daß
trotz vieler Unstimmigkeiten und Schwierigkeiten auch mit der einfachen Linke-
schen Skala hier etwas zu machen ist, wenn nur genügend viele Tagesreihen
(und solche dürfen hier nur verwandt werden!) vorliegen, Es muß aber streng
darauf geachtet werden, daß Tabelle 3. Extreme Tagesgänge der Himmelsbläue.
nur der Punkt maximaler — — , & TTS Ta TTS Tal
Bläue geschätzt wird, und Zeit »'ıı lag | a3! 4115 1360 WOZ.
nicht etwa ein Fixpunkt, wie 5, VIL 1937 ws 7
z. B. der Zenit. Man wird 28. Ar Moe 10 —
sich ferner auch am besten 15 E18 1
auf einheitliche Meßzeiten be- +7" V' 19 5: &,
schränken (etwa 9 bis 15h wahrer Zeit!), um auch zu allen Jahreszeiten schätzen
zu können. In der Tab. 3 werden weiter einige Beispiele für besonders große
Tagesgänge mitgeteilt, die aber in dieser Schärfe nicht allzu häufig gefunden
werden können. Zugrunde liegen nur sichere Beobachtungen.
Es kommen aber auch gelegentlich Fälle vor, die einen Tagesgang aufweisen,
der dem der in Zusammenstellung 3 gezeigten Daten gerade entgegengerichtet
ist, also größte Bläue um Mittag herum, worauf aber nicht weiter eingegangen
werden soll,
Da die Stadt Schwerin nur ungefähr 30 km vom Meere (Ostsee) entfernt ist,
darf man erwarten, daß der Einfluß der Windrichtung auf die Luftreinheit hier
besonders deutlich zu finden ist, In der Tab. 4 (siehe S, 438) befinden sich die