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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1939,
seine statische Gleichgewichtshöhe hinausgewachsen war und dabei die gefundene
Abkühlung gegenüber seiner Umgebung erfahren hatte, Auf dieses Hinauswachsen
infolge der noch vorhandenen kineti-
schen Energie des Wolkenvertikal-
stromes deutet auch die Ausbreitungs-
tendenz der Schauerwolke bei etwa
4200 m hin, Die Temperaturen des
Wolkenfreien Außenraums, wie sie der
(8%. Tomp zeigt, haben außerdem durch
Absinkbewegung in diesen hohen
Schichten noch eine weitere Erhöhung
als nur die infolge der allgemeinen
Erwärmung nach dem Maximum des
Kaltlufteinbruchs erfahren. Zu diesem
Schluß berechtigen erstens die nied«-
eigen relativen Feuchtigkeiten von
10% gegenüber von Werten von 70%
bis 80% der zeitlich benachbarten
Frühaufstiege vom 4. und 5, April
und zweitens die Knicke im ent-
sprechenden Temperaturverlauf, die
meistens ein Anzeichen von vorhan-
dener Absinkbewegung sind. Die Ab-
sinkerwärmung überlagerte sich über
die genannte gleichmäßige Tempe-
raturzunahme, für weiche der fast
geradlinige Isoplethenanstieg unter-
halb von 4000 m charakteristisch ist
and bedingte so das starke Ausbiegen
der Isoplethen nach oben in Schichten
oberhalb von 4000 m.
Zusammenfassend kann also auf
Grund der beiden Aufstiege festge-
stellt werden, daß im inneren Kern-
gebiet des in kräftiger Entwicklung
befindlichen Cumulonimbus höhere
Temperaturen herrschen als in der
wolkenfreien Umgebung abseits vom
Rande der Wolke. Im oberen Teil
der Schauerwolke sind die Tempe-
raturen niedriger als in der Um-
gebung, da dort bereits ein Hinaus-
wachsen der Wolke über ihre Gleich-
gewichtslage stattgefunden hat und weiter eine zusätzliche Erwärmung infolge
Absinkens im Außenraum eingetreten ist.
3. Diskussion früherer Temperaturmessungen.
Über die Temperaturverhältnisse in Quellwolken liegt eine Reihe von früheren
Arbeiten vor, und zwar von Kopp!)*), Lange?) und Wenzel‘). Kopp und
Lange kommen auf Grund der Registrierungen ihrer Wolkenflüge zu dem von
ans abweichenden Ergebnis, daß in den Quellwolken allgemein tiefere Tempe-
raturen herrschen müßten als im Außenraum., Damit wäre die Theorie des
Cumulus. die auf der Feuchtlabilität beruht. hinfällig. Daher baut Kopp eine
* W. Kopp, Studien über den Einfluß von Dunst und Wolkenschichten auf die thermische
Struktur der. Atmosphäre, Beitr, Phys, fr. Atm. 192%, Hergesell-Festband, 8. 264. — % W, Kopp,
Über die Möglichkeit, mit den gewöhnlichen aerologischen Hilfsmitteln die Übersättigung der Wolken-
haft zu bestimmen, Beitr. Phys, fr. Atm, 1930, S, 173, — %) K, O, Lange, Die serologischen Ver-
hältnisse in Cumulus- und Cumulonimbuswolken. Beitr. Phys. fr, At, 1930, 8. 131. — 4) W. Wenzel,
Zur Frage der Temperatur in Camuluswolken. Met. Zschr. 1033. S_ 65.