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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1939,
IV. Kinige Registrierungen,
Die Registrierung (Abb. 7), die vom 8, III. 1939, 1840b, bis 9. III. 1939, 1000%,
dauerte, zeigte schon zu Anfang der Messung eine Temperaturdifferenz von 5° C;
bis 2200% sank die effektive Strahlungstemperatur, um bald nachher, wahrscheinlich
durch den Einfluß der vorüberziehenden Wolken, zu steigen. Nachdem die
Wolken abgezogen waren, sank die effektive Strahlungstemperatur wieder und
blieb bis auf kleine Schwankungen konstant, bis auch die Lufttemperatur auf
diesen Wert gesunken war, und stieg dann gegen 0800% früh durch die Ein-
strahlung der Sonne,
Bei der Registrierung vom 20. III 1939, 1700%, bis 21. III, 1000 (Abb. 8), sehen
wir, daß die effektive Strahlungstemperatur bis gegen 0600h früh infolge Zufuhr
maritimer Kaltluft (siehe Wetterkarte vom 21. III. 1939)!) dauernd gesunken ist.
Die Temperaturdifferenz betrug nur wenige Grade, da durch die Zufuhr maritimer
Kaltluft (Angabe der Wetterkarte) der Boden mehr ausstrahlen konnte. Hierbei
kühlte sich gleichzeitig die Luft etwas ab, so daß beide Temperaturen sanken,
Bei der Messung vom 21, III 1939 (Abb, 9), die von 1635 bis 1230 des
22. IX. 1939 dauerte, zeigte sich, daß ebenfalls wie bei der Messung vom 20. 1II.,
nur nicht in diesem starken Ausmaß, maritime Kaltluft zugeführt wurde; wie es
auch die Wetterkarte vom 22, III. bestätigte, In diesen beiden Fällen hätte man
für die Frostprognose einen Fehlschluß gemacht durch Nichtberücksichtigung
der Herkunft der Luftmassen,
Auch bei der Messung vom 28. III. 1939 (Abb. 10), die von 20380hb bis 1600h
am 29. IIL 1939 dauerte, wurde kalte Meeresluft zugeführt (siehe Wetterkarte vom
29. III 1939). Kurz nach 2000 betrug die Temperaturdifferenz rund 5° C, doch
sank die effektive Strahlungstemperatur bis Mitternacht und stieg dann allmäh-
lich wieder an, wahrscheinlich infolge von Wolken, wodurch die Ausstrahlung
wieder verringert wurde. Kurz nach 0500 des nächsten Morgens hatten die
effektive Strahlungstemperatur und die Lufttemperatur den gleichen Wert, Von
dieser Zeit an machte sich die Einstrahlung des Tageshimmels bemerkbar.
Die letzte Messung (Abb. 11), die zugleich eine Vergleichsmessung mit dem von
der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellten Glasparabolspiegel war, in
dessen Brennpunkt ein Thermoelement gebracht wurde und dessen 2. Lötstelle
der Lufttemperatur ausgesetzt war, dauerte vom 30, III. 1939, 17455, bis 1. IV, 1939,
0830, Der Glasparabolspiegel zeigte, wobei die Temperaturdifferenz mit einem
Galyanometer gemessen und mit Kreuzchen in die Registrierkurve eingetragen
wurde, bedeutend tiefere (maximal 4° C) effektive Strahlungstemperaturen als
die Registrierungen des Bimetallthermometers im Brennpunkt des Metallparabol-
spiegels, Die effektive Strahlungstemperatur stieg in beiden Spiegeln bei beob-
achteter Alto-Cumulus-Bewölkung leicht an, um dann unter kleinen Schwankungen
allmählich zu sinken, Um 0700h des nächsten Morgens waren die effektiven
Strahlungstemperaturen und die Lufttemperatur gleich, Auch dieses allmähliche
Sinken ist auf Herannahen kalter Luftmassen (siehe Wetterkarte vom 31. III. 1939)
zurückzuführen. An der hiesigen meteorologischen Station wurde an diesem
Abend ein außergewöhnlich hoher Dampfdruck gemessen. Wahrscheinlich ist
aus diesem Grunde die Strahlungsdifferenz nur gering. Diese Registrierung
ergab auch ein Bild der effektiven Tagesstrahlung. Um die Mittagszeit betrug
die Strahlungsdifferenz ungefähr 15° C, was sicherlich ebenfalls zu wenig ist
infolge der Größe des Bimetallthermometers im Parabolspiegel. Etwas nach
1900h hatten Luft- und Strahlungstemperatur wieder den gleichen Wert und
sanken dann gleichzeitig ab. Auch hier wurde eine Vergleichsmessung mit dem
Thermoelement (Glasparabolspiegel) angestellt und es zeigten sich im Glasparabol-
spiegel mit Thermo-Element auch etwas niedrigere Strahlungstemperaturen.
1) Wetterkarten des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Wien.