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Full text: 67, 1939

430 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1939, 
bis die Temperatur des Parabolspiegels und die der strahlenden Fläche (Unter- 
Näche des Pappdeckels) konstant geworden waren. Dann wurde der Apparat in 
einen anders temperierten Raum gebracht, der eine ungefähr 10° tiefere Tempe- 
ratur hatte als der vorherige und wieder die Einstellung auf konstante Temperatur 
abgewartet, Aus dem angezeigten Ausschlag und der mittels eines Quecksilber- 
thermometers abgelesenen Temperatur wurde der Ausschlag pro Grad errechnet. 
Das verwendete Bimetallthermometer kann nun freilich, selbst bei einem 
sehr gut gebauten Parabolspiegel, gar keinen Brennpunkt mehr abgeben, so daß 
also die Intensität, mit der sich dieses Bimetallthermometer auf die effektive 
Strahlungstemperatur des Himmels einstellen kann, sehr viel kleiner ist, als 
wenn man etwa ein Thermoelement verwenden würde, und photographisch den 
durch ein Galvanometer angezeigten Temperaturunterschied der Lötstelle im 
Brennpunkt gegenüber einer Lötstelle in der freien Luft festhalten würde, Dies 
ist wohl am leichtesten an Hand folgender Überlegung einzusehen: Die ver- 
einzelten, oder nicht dichten Parallelstrahlen reichen im allgemeinen nicht aus, 
um die „Temperatur“ der durchstoßenen Luft wesentlich zu ändern, aber sie 
werden durch den Parsbolspiegel ebenso wie bei einer Sammellinse im Brenn- 
punkt zusammengedrängt und erzeugen 50 im Brennpunkt, als mathematischem 
Punkt, die effektive Strahlungstemperatur praktisch unter Ausschaltung der von 
der ungeordneten Molekularbewegung herrührenden „Temperatur“. Wir erbalten 
hiermit in der Einfallsebene an der Oberseite des Spiegels die Lufttemperatur, 
während die Strahlung durchgelassen wird, diese wird dann im Brennpunkt 
durch die Wirkung des Parabolspiegels zusammengedrängt. Da bei der starken 
Energie der Strahlung im Brennpunkt die Wärmeleitung keine Rolle mehr spielt, 
ergibt sich im Brennpunkt die effektive Strahlungstemperatur des Himmels bei 
genügender Größe des Parabolspiegels, Mit zunehmender Entfernung vom Brenn- 
punkt finden wir ein Strahlungsgefälle. , 
Definiert man nun als Strahlungsdichte: E= Ey), den senkrecht auf die 
Flächeneinheit £ auftreffenden Strahlungsstrom E’, so bleibt der Strahlungsstrom 
im Spiegel konstant (Strahlungsintensität) und daher muß die Strahlungsdichte 
in der Umgebung des Brennpunktes umgekehrt proportional dem Quadrat der 
Entfernung Sich ändern, Hat man also im Brennpunkt die Temperatur Ty ge- 
messen, So wird diese mit der Entfernung vom Brennpunkt anfangs rasch ab- 
nehmen und damit die Wärmeleitung, die zweite Möglichkeit der Temperatur- 
übertragung, im verstärkten Maße eintreten, 
Dies findet bei meinem Registrierapparat statt, da, wie schon erwähnt, der 
Meßkörper. (Bimetallthermometer) kein mathematischer Punkt ist und das Bi- 
metallthermometer niemals die effektive Strahlungstemperatur angibt, sondern 
bei Ausstrahlung stets etwas zu hohe, bei Einstrahlung etwas zu niedrige Werte, 
Diesem Übel könnte man dadurch beikommen, daß man einen größeren 
Paraboispiegel wählt und dadurch die Strahlungsintensität im Brennpunkt ver- 
größert. Der erwähnte Mangel hat sich bei einer Vergleichsmessung des Registrier- 
apparates und eines Parabolspiegels, in dessen Brennpunkt ein Thermoelement 
gebracht wurde, deutlich gezeigt (siehe Kurven vom 30. III, 1939), Genauere 
Registrierungen wird man aber auch bei vergrößertem Spiegel erhalten, wenn 
man an Stelle des Bimetallthermometers ein Thermoelement in den Brennpunkt 
bringt, wobei die zweite Lötstelle der Außentemperatur ausgesetzt wird, und dann 
Jirekt durch den Zeiger eines Galvanometers die Temperaturdifferenz zwischen 
der effektiven Strahlungstemperatur und der Lufttemperatur mißt. Die effektive 
Strahlungstemperatur würde dann aus der Registrierung eines Thermographen 
und der Temperaturdifferenz errechnet werden, Auch diese Art der Messung 
kann zur Registrierung der effektiven Strahlungstemperatur verwendet werden, 
indem man den Ausschlag des Zeigers des Galvanometers photographisch 
registriert oder aber, indem man nach der Methode des Benndorfschen 
Registrier-Elektrometers vorgeht, Die zweite Lötstelle kann man, anstatt sie 
der Lufttemperatur auszusetzen, in ein Thermosgefäß geben, das mit einer 
Ö FF. Linke: Meteorolovischeg Taschenbuch ILL 8. 21.
	        
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