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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

‘6 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1939, 
Für die Schicht, in der die Kathodenstrahlen der Sonne verschluckt werden 
und die durch die Höhen 70 und 250 km mit dem Maximum bei etwa 110 km 
begrenzt ist, hat man eine gewaltige Temperaturerhöhung berechnet (m 1000°)}. 
Diese Kathodenstrahlung wird durch das Magnetfeld der Erde so stark in einem 
Kreis um die Magnetpole der Erde zusammengedrängt, daß dort die prachtvolle 
Leuchterscheinung des Polarlichtes zustande kommt, Hier wird der Reflektor 
mit Temperaturmessung uns Aufklärung geben können, ob die Lichterscheinung 
mit einer merklichen Temperaturstrahlung verbunden ist, zumal bei senkrechtem 
Durchstoßen der Atmosphäre die ausgesandte Temperaturstrahlung nur eine 
Strecke von 70 km zu durchmessen hat, ; 
Ähnlich steht es mit einem Problem, das ich an anderer Stelle!) bearbeitet 
habe, Aus den astronomischen Beobachtungen und Bestimmungen der Tem- 
peratur der Planeten ergibt sich, daß die effektive Strahlungstemperatur des 
Planetenraumes in der Entfernung der Erde von der Sonne 150 Kelvin-Grade 
beträgt, während aus theoretischen Gründen angenommen wird, daß die Tem- 
peratur des Weltraumes etwa 2° Kelvin beträgt. Richten wir den Reflektor 
anter verschiedenen Winkeln nach oben, so können wir vielleicht in derselben 
Weise, wie dies bei dem Angströmschen Pyrheliometer in bezug auf die Sonnen- 
strahlung möglich ist, die Strahlung der Atmosphäre eliminieren und die effektive 
Strahlungstemperatur des Weltraumes unabhängig von astronomischen Beobach- 
tungen erhalten. Für diese Beobachtungen müssen wir allerdings ebenso wie 
Fir das Polarlicht Regionen aufsuchen, in denen der Wasserdampf wegen niedriger 
Außentemperatur keine übermäßig störende Rolle mehr spielt. 
Für die entscheidenden Beobachtungen sind aber eine Reihe von Vorunter- 
suchungen nötig, die Herr Trojer im folgenden anstellt: 
1. Ist es notwendig, festzustellen, wieweit (wegen der Temperaturleitung der 
Umgebung} eine Vervollkommnung dadurch erreicht werden kann, daß der 
Parabolspiegel mit luftleerem Raum umgeben wird, Die Deutsche Forschungs- 
gemeinschaft, der herzlich gedankt sei, hat mir einen solchen Spiegel zur Ver- 
fügung gestellt, während der ursprüngliche hier auf meine Kosten hergestellte 
Spiegel ein dünnes Aluminiumblech war; 
2, verlangt der Wunsch nach Vereinfachung‘ eine Tabelle, aus der sich un- 
mittelbar aus den Beobachtungen der Temperaturen zweier parallel gegenüber- 
liegender (sehr ausgedehnter} Flächen die Strahlungsdifferenz ergibt; 
8. die 3. Forderung, die für den Fall, daß praktische Anwendung (Frost- 
prognose, Luftmassen-Analyse) beabsichtigt ist, erfüllt sein muß, ist die einer 
mechanischen Registrierung. Herr Trojer wird über das Resultat dieser drei 
Untersuchungen berichten. 
Mit dem Metall-Parabolspiegel, in dessen Brennpunkt das Thermometergefäß 
eines Quecksilberthermometers gebracht wurde, während die Lufttemperatur mit 
dem „Assmann“ gemessen bzw, in der Hütte abgelesen wurde, fand ich in Gemein- 
schaftsarbeit mit Niederdorfer folgende Listen; der Spiegel hat eine Öffnung 
von 35 cm, eine Tiefe von 40 em; der Brennpunkt liegt 2 em über dem Boden. 
6. 111. 1935 Graz, Hof des Instituts. 
Luft Instr, A 
17450 + 1.5°C — 35°C » 
+70 — 55 
A —85 
_ 113 — OÖ 
1815 
1845 
7. IIL 0100 
12. HL. 1935 
‚x 
Luft Instr. 
1800R +2.1°C — 72°C 
LO00 +03 —50 
1940 4 —6.1 
2400 —30 — 8.0 # 
700 — 34 —05 — 5) 
1 1Ö0 DO 478 — 
Graz 
Heiter, windstill. 
Schwacher Wind, 
Heiter, windstill. 
Heiter: WindfahneN W1. 
13. IL 
2) Ger], Beitr. 2. Geophys., Bd. 44, Heft 3, 1935: ‚Über die Temperatur des Weltraumes“; 
Bd. 45. Heft 1/2. 1935: „Die Temperatur des Weltraums IT, aach astronomischen Beobachtungen,“
	        
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